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Text: Markus Ladstätter · 27. Oktober 2009 16:41 Uhr

Dialog im Dunkeln startet neu

Am 25. September 2009 wurde die neue Ausstellung von Dialog im Dunkeln, in Wien, eröffnet. Wir sprachen mit Eva Kriechbaum, Leiterin des Kommunikationsbereiches über den Neustart.

Interview

Nach dem im Juli des Vorjahres vom Konkurs von Dialog im Dunkeln zu lesen war (z.B. im Wirtschaftsblatt), war zu befürchten, dass es diese informative und sinneserweiternde Ausstellung in Wien nicht mehr gibt. Im Juni 2008 fand die letzte Führung statt.

Seit kurzem gibt es ihn nun wieder, den Dialog im Dunkeln, übersiedelt von der Stadthalle in das Schottenstift. Dort können die Besucherinnen und Besucher sich nun wieder für kurze Zeit in die völlige Dunkelheit begeben.

Wir führten mit Eva Kriechbaum, Leiterin des Kommunikationsbereiches bei Dialog im Dunkeln ein Interview:

BIZEPS-INFO: Seit wann gibt es den Dialog im Dunkeln wieder und wie kam es zu dem Neustart?

Eva Kriechbaum: Wir haben am 25. September 2009 die neue Ausstellung eröffnet. Die Wiederaufnahme hat sich eigentlich aus purem Idealismus heraus ergeben. In einem Team von vier ehemaligen MitarbeiterInnen - bestehend aus zwei blinden Kollegen und zwei sehenden Kolleginnen - haben wir einen Tag nach der Schließung des letzten Projekts in der Stadthalle beschlossen, die Idee von Dialog im Dunkeln in Wien weiterleben zu lassen. Schnell war klar, dass wir dazu das Ruder selbst in die Hand nehmen müssen. Immer wieder haben wir "nein" gehört, aber letztendlich haben uns eine glückliche Portion Sturheit und ein wenig Argumentationsgeschick ans Ziel geführt.

BIZEPS-INFO: Hat sich personell bei Dialog im Dunkeln etwas geändert, wurden ehemalige Mitarbeiter übernommen?

Eva Kriechbaum: Ein "harter Kern" wurde übernommen. Manche unserer Guides haben uns bereits während der Aufbauarbeit mit Rat und Tat unterstützt. Die Führungsebene wurde wie gesagt mit ehemaligen MitarbeiterInnen besetzt, das Team im Hellen wurde gänzlich neu gesucht und gefunden. Insgesamt wurde eine dynamische Gruppe zusammengestellt, die mit viel Energie und noch mehr Ideen dem Keller des Schottenstifts neues Leben einhaucht.

BIZEPS-INFO: Was unterscheidet den heutigen Dialog im Dunkeln von damals?

Eva Kriechbaum: Dialog im Dunkeln hat ein neues Gesicht und viele neue Gesichter bekommen. Die Firma, die das Projekt nun trägt, wurde neu gegründet, der Parcours ist neu, das Corporate Design ebenso. Außerdem gibt es am alten neuen Standort im Schottenstift noch mehr zu erleben - in Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner ‚Licht für die Welt’ haben wir einen Afrikaraum umgesetzt, der unseren Gästen die Lebenssituation blinder Menschen in Afrika näherbringt. Weiters bieten wir SchülerInnen- und - gemeinsam mit 'Hill International' - Firmenseminare an. Wie schon in der Stadthalle wird es das Dinner im Dunklen wieder geben. Eine ganz neue Idee ist das Märchen im Dunkeln, das an mehreren Terminen im Advent stattfinden wird… und es gibt noch viele, viele Ideen, die nur darauf warten, ebenso umgesetzt zu werden.

BIZEPS-INFO: Als Erstbesucher, was erwartet einen beim Besuch der Ausstellung?

Eva Kriechbaum: Ein einstündiger Spaziergang in einer anderen Welt, die bunt ist - an Geräuschen, Gerüchen und Geschmäckern. Eine kleine Reise durch den Alltag eines blinden Mitmenschen, die durch die Lichtlosigkeit zu einem unvergesslichen Abenteuer für (fast) alle Sinne wird.

BIZEPS-INFO: Wir danken für das Interview.

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Vera Rebl · 28. Oktober 2009 13:36 Uhr

Ich war total beeindruckt vom Dialog im Dunkeln. Innerhalb kurzer Zeit sind meine anderen Sinne aufgewacht und meine "Antennen" sind in alle Richtungen ausgefahren.

Dipl.Ing. Gloria Petrovics · 28. Oktober 2009 10:21 Uhr

Was mir im alten "Dialog im Dunkel" gefehlt hat, war die Brücke zwischen völlig hilflosen "plötzlich Erblindeten" und den souveränen Blinden, die in der Ausstellung tätig waren, also die Brücke zwischen den beiden - nämlich die Rehabilitation (Mobitraining etc). Nachdem diese ohnehin von öffentlicher Seite so vernachlässigt wird, wäre (oder ist es gar schon?) die Veranstaltung eine gute Gelegenheit, die Besucher für die Wichtigkeit der Rehabilitation und deren Finanzierung inklusive Blindenführhunde zu sensibilisieren. Außerdem bekommen die Besucher so vermittelt, nicht nur dass, sondern auch wie das Leben nach einer Erblindung weitergehen kann.

Daniel Zollinger · 28. Oktober 2009 06:36 Uhr

eine sehr Interessante Story! Ich war grad kürzlich bei uns in Zürich im Restaurant "Blinde Kuh" (das Restaurant heisst so) und das Restaurant wird von Blinden und Sehbehinderten Menschen geführt. Auch selbst sitzt man absolut im Dunkeln, während des Dinners. Ich würde das mal jedem empfehlen, nur so kann man sich ein Bild machen, wie der alltag eines Blinden- oder Sehbehinderten Menschen wirklich aussieht!

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