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Text: GRÜNE · 29. Oktober 2009 23:55 Uhr

Jarmer: Barrierefreies Studieren für alle muss ermöglicht werden

Grüne: Vor allem gehörlose StudentInnen immer noch extrem benachteiligt

Helene Jarmer

Neben freiem Hochschulzugang, der Demokratisierung und Ausfinanzierung der Universitäten ist die Einhaltung des Behindertengleichstellungsgesetzes eine der Hauptforderungen der Protestbewegung an den Unis. "Dies zeigt deutlich, dass Studierende mit Behinderungen immer noch benachteiligt werden und mit Barrieren konfrontiert sind," so die Behindertensprecherin der Grünen, Helene Jarmer.

"Der barrierenfreien Zugang zu den Lehrveranstaltungen darf Studierenden mit Mobilitätsbehinderungen nicht länger verwehrt werden. Auch persönliche Assistenz muss für StudentInnen mit Behinderung finanziert werden", fordert Jarmer und kritisiert: "Bei der Beschlussfassung des Behindertengleichstellungsgesetzes wurden jedoch die Universitäten explizit ausgenommen."

In der Zwischenzeit hat sich Österreich aber durch die Ratifizierung der UN-Konvention für die Rechte der Menschen mit Behinderung verpflichtet, entsprechende Vorkehrungen zu treffen, dass Menschen mit Behinderung ohne Diskriminierung und gleichberechtigt mit anderen Zugang zu allgemeiner Hochschulbildung haben. "Dies ist raschest umzusetzen, denn Bildung ist ein Menschenrecht," so Jarmer.

Besonders schwierig ist die Situation von gehörlosen/schwerhörigen StudentInnen. Derzeit studieren lediglich 15 bis 20 gebärdensprachige StudentInnen an den österreichischen Unis. Diese haben einen beträchtlichen Mehraufwand gegenüber hörenden Studierenden, müssen sie doch ihre DolmetscherInnen selbst organisieren. "Es fehlt ein sinnvoll funktionierenden System für die Organisation der GebärdensprachdolmetscherInnen, die Studierenden werden nicht institutionell unterstützt. Auch die Frage der Dolmetschkosten ist derzeit nicht geklärt", erläutert Jarmer.

Die Grünen fordern eine universitäts- und fächerübergreifende Servicestelle, die die Organisation und Bezahlungsmodalitäten von DolmetscherInnen sowie die Organisation von Mitschreibhilfen und Tutorien übernimmt. "Für alle Studierenden mit Behinderungen wäre eine zentrale Beratungsstelle an jeder Universität wichtig, um eine adäquate Betreuung in sämtlichen Fragen und Angelegenheiten des Studiums zu gewährleisten", fordert Jarmer.

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