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Text: WAG Assistenzgenossenschaft · 5. November 2009 19:12 Uhr

Zwei in einem Job: Persönliche Assistenz

Es braucht eine Bundesländer übergreifende Assistenz-Regelung für das gesamte Leben. Denn Persönliche Assistenz schafft Selbstbestimmung und Jobs.

Bild der Veranstaltung WAG 091029

Bei einer Informationsveranstaltung der "WAG - Assistenzgenossenschaft " am 29. Oktober 2009 in St. Pölten wurde deutlich, dass Persönliche Assistenz für alle Beteiligten Vorteile bringt: Ein selbstbestimmtes Leben und Jobs für Menschen mit Behinderung sowie Jobs für Persönliche AssistentInnen

Christoph Dirnbacher, Geschäftsstellenleiter der WAG , beschrieb seine Persönlichen AssistentInnen als perfekte Ergänzung. "Sie tun all das, wozu ich körperlich selbst nicht in der Lage bin. Und wenn es ein Ordner ist, den ich selbst nicht aus dem hohen Regal holen kann." Persönliche AssistentInnen unterstützen, wo es notwendig ist. Was das genau ist: "Die Arbeit ist so unterschiedlich wie die KundInnen."

Ihre Arbeit sei spannend, aber auch fordernd, schilderte die Persönliche Assistentin Sabine Theiner. Sie arbeitet für eine junge körperbehinderte Frau. "Ich wollte selbst endlich zurück in die Arbeitswelt. Persönliche Assistenz ist ideal für mich". Die Fähigkeiten des Einzelnen werden ermittelt und mit den Anforderungen der KundInnen verglichen. Manche benötigen alltägliche Handgriffe im Berufsleben, andere brauchen Assistenz in sämtlichen Lebensbereichen. "Die Chemie muss natürlich auch stimmen."

"Wer früher eine Hilfe schwarz bezahlen musste, kann jetzt auf angestellte MitarbeiterInnen zurückgreifen", meinte Roswitha Schachinger, Geschäftsführender Vorstand der WAG. "Die Persönliche Assistenz ist ein anerkanntes Berufsbild mit Kollektivvertrag. Behinderte Menschen können damit Selbstbestimmung in allen Lebensbereichen verwirklichen."

Immer mehr Menschen mit Behinderung schaffen mit Unterstützung ihrer Persönlichen AssistentInnen den Weg in den ersten Arbeitsmarkt. Persönliche Assistenz ist eine hervorragende Ergänzung zu arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und Förderungen, bestätigten Ursula Ramharter (AMS St. Pölten) und Reinhard Schmitt (AK ).

Ein eindrucksvolles Beispiel dafür lieferte Harald Fiedler. Der blinde Niederösterreicher gründete die Firma "Trotz-dem" und bietet Sensibilisierungsberatung für Schulen und Organisationen. "Meine AssistentInnen sind nicht meine FreundInnen. Sie sind MitarbeiterInnen, die mir die Ausübung meiner Tätigkeit ermöglichen. Sie fahren mich zum Beispiel zu meinen AuftraggeberInnen."

ReferentInnen und Publikum waren sich einig: Bedarfsgerechte, einkommensunabhängige Persönliche Assistenz darf es nicht nur für die Arbeit geben. Es braucht eine Bundesländer übergreifende Assistenz-Regelung für das gesamte Leben. Denn Persönliche Assistenz schafft Selbstbestimmung und Jobs.

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ericl · 8. November 2009 21:42 Uhr

Persönliche Assistenz fängt schon in der Schule an! Leider gibt es in Tirol eine Deckelung für p.A. in der Schule mit 13,3 Stunden pro Woche, was natürlich für körperbehinderte Kinder völlig unzureichend ist! Kennt jemand die Situation in anderen Bundesländern?

Vera Rebl · 8. November 2009 12:22 Uhr

Gut wäre es, wenn es zumindest eine Verrechnung zwischen den Assistenzfirmen in Europa gäbe. Wenn ich z.B. nach Berlin reise, muss ich meine Assistentin mitnehmen und doppelt Reise und Spesen bezahlen.

Für mich würde es gut passen, wenn mich meine Wiener Assistentin zum Flughafen bringt, mit beim Einchecken hilft und ich dann allein in Berlin ankomme, wo mich eine Berlinerin Assistentin abholt und dort unterstützt. Doch das ist ja sogar innerhalb Österreichs eine Utopie ...

anonym · 6. November 2009 12:26 Uhr

bundesweite Regelungen sind ja oberflächlich betrachtet sicher eine gute Geschichte. Geht man ein wenig in die Tiefe, so schmälert sich dieser positive Faktor: wie kann ein Kompromiss zwischen keiner Lösung in einigen Bundesländern bis hin zu Rechtsanspruch in anderen Bundesländern auf einen Nenner gebracht werden, so dass gerade hoch entwickelte Bundesländer in diesem Bereich nicht die Verlierer dabei sind? Die (aktuellen) Diskussionen zum Wiener Chancengleichheitsgesetz zeigen, wie schwierig es ist, dass (adäquate) Lösungen gefunden werden. Das sollte dann bundesweit leichter sein?

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