Leistungen für behinderte Menschen sind nicht ORF-Kerngeschäft?
In einer Presseaussendung lobt sich der ORF und "droht" mit mangelndem Service. Barrierefreiheit nur bei Refundierung der Gebührenbefreiung? Ein Kommentar.
In der Aussendung werden die Sparmaßnahmen detailliert erwähnt und die bisherigen Erfolge aufgezählt.
Refundierung der Gebührenbefreiungen
Doch dann wird Tacheles geredet und der ORF wird deutlich:
"Generaldirektor Dr. Wrabetz stellt fest: Die Geschäftsführung hat die Aufträge des Stiftungsrats erfüllt. Die Erreichung der Null-Linie war seitens der Politik die Vorbedingung auch für die Refundierung der Gebührenbefreiungen. Das Haus ORF hofft nun auf die Anerkennung der internen Leistungen und die Erfüllung der Versprechungen. Jeden Euro, den wir aus diesem Titel bekommen, werden wir in österreichische Programmleistungen und nicht in Strukturen investieren. Und selbstverständlich sind damit auch Beauftragungen der österreichischen Medienwirtschaft verbunden."
Diesem Versprechen folgt ein Absatz, der fast schon bedrohlichen Charakter hat: "Das ausgeglichene Ergebnis wird ohne Valorisierung der Gebühren und ohne einen Ansatz für die Refundierung der durch Gebührenbefreiung entgehenden Teilnehmerentgelte erreicht, allerdings ist die Fortführung folgender wichtiger Leistungen bei einer Konzentration auf das Kerngeschäft nicht möglich."
Es wird eine Reihe von Leistungen aufgezählt, die nicht mehr als Kerngeschäft - und daher anscheinend nur mehr nachrangig sind - angesehen werden. Konkret heißt es dort u.a: "Weiterer Ausbau des barrierefreien Zugangs zu den Programmen des ORF"
Diese Sichtweise muss man rundweg ablehnen. Der ORF muss - nicht "kann" - Barrierefreiheit schaffen. Er ist dazu gesetzlich verpflichtet und sollte dies auch schleunigst tun, wenn er nicht weitere Klagen bezüglich Verletzung des Behindertengleichstellungsgesetzes riskieren will.
Weitere Informationen: ORF
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Mag. Michael Krispl · 20. November 2009 08:37 Uhr
Dr. Gernot Neuwirth · 18. November 2009 09:12 Uhr
Es ist bedauerlich, dass Wrabetz so massiv zum schlechten Ruf des ORF beiträgt - gerade jetzt, wo die vielen guten und anständigen unter den ORF-Redakteuren davor zittern müssen, dass ihre verbleibende Unabhängigkeit der Begehrlichkeit der Parteipolitiker zum Opfer fallen wird, und daher eine breite Unterstützung seitens der Öffentlichkeit erforderlich wäre.
anonym · 18. November 2009 08:10 Uhr
Kurt Maier, ZBVP · 16. November 2009 20:49 Uhr
Klaus Widl · 15. November 2009 18:43 Uhr
Nur, Wrabetz & Co wollen mit diesem Kabarett nicht die Einschaltquoten des ORF maximieren; nein, die meinen das, was sie hier zum Besten geben, tatsächlich völlig ernst.
Deshalb ist die im ORF auftauchende Frage "IST DA JEMAND?" in diesem Zusammenhang völlig legitim. IST DA JEMAND, der Wrabetz, den geestzlichen Auftrag des ORF's und die damit verbundenen Verpflichtungen näher bringt!
Fritz Binder · 14. November 2009 14:48 Uhr
anonym · 13. November 2009 18:24 Uhr