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Text: Dipl.-Pol. Christiane Link · 24. November 2009 00:38 Uhr

David gegen Goliath: Royal Bank of Scotland muss Filiale umbauen

Der Fall erinnert an die Geschichte von David gegen Goliath: Der 18-jährige Rollstuhlfahrer David Allan aus Sheffield hat eine der größten britischen Banken verklagt, weil die Filiale in seinem Heimatort für ihn nicht zugänglich ist.

Flagge Großbritannien

Der Fall erinnert an die Geschichte von David gegen Goliath: Der 18-jährige Rollstuhlfahrer David Allan aus Sheffield hat eine der größten britischen Banken verklagt, weil die Filiale in seinem Heimatort für ihn nicht zugänglich ist.

Ein britisches Gericht bestätigte nun auch in zweiter Instanz, dass die Bank die Filiale für rund 200.000 Pfund (etwa 220.000 Euro) umbauen muss, obwohl das Gebäude unter Denkmalschutz steht.

Drei Richter haben entschieden, dass die Bank den Bedürfnissen des 18-jährigen Studenten nicht nachgekommen sei und ihm zusätzlich einen Schadenersatz von 6500 Pfund (etwa 7200 Euro) zugesprochen. Außerdem muss die Bank seine Anwaltskosten ersetzen sowie die Kosten des Verfahrens tragen. (siehe auch)

David Allan hat Muskeldystrophie und ist deshalb in einem Elektrorollstuhl unterwegs. Seit seinem 10. Geburtstag hat er ein Konto bei der Bank. Damals konnte er noch laufen.

Das Verfahren gilt als Testfall, wie weit das britische Antidiskriminierungsgesetz (Disability Discrimination Act) greift. Im Gesetz ist vorgeschrieben, dass Geschäfte und Serviceanbieter angemessene Anpassungen ("reasonable adjustments") vornehmen müssen, um die Bedürfnisse ihrer behinderten Kunden zu berücksichtigen.

Die Bank hatte im Verfahren darauf verwiesen, dass David Allan eine weiter entfernte Filiale sowie Telefon- und Internetbanking nutzen könne. Der Student aber bestand darauf, auch die Dienstleistungen der Filiale nutzen zu können. Das ist umso verständlicher, wenn man weiß, dass beispielsweise Schecks noch gängiges Zahlungsmittel in Großbritannien sind, die in der Filiale eingezahlt werden müssen. Das Gericht hat ein Berufungsverfahren ausgeschlossen.

Das Urteil ist somit bindend und wird wohl Einfluss auf andere Banken und Geschäftsbereiche in Großbritannien haben.

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Gertrude Sladek · 28. November 2009 09:10 Uhr

@D.Z.!

Weshalb sollte er das? Er ist schon seit Jahren Kunde, er studiert, folglich wird er nach Abschluss seines Studiums und bei einem adäquaten beruflichen Betätigungsgebiet mitunter auch ein finanziell recht interessanter Kunde des Institutes werden.

D.Z. · 28. November 2009 08:07 Uhr

Ich hätte die Bank gewechselt, wenn die schon nicht behindertenfreundlich sind. Da gäb es sicher andere Banken, die Rollstuhl zugänglich sind.

Gertrude Sladek · 27. November 2009 07:29 Uhr

Drei geniale Richter, mit so einer verständnisvollen Rechtssprechung muss ein David ja gewinnen. Und - für alle jene, auf die mein Kommentar jetzt provokant wirken mag - nur soviel: Irgendwann wird ja jeder, so er es wird, alt, dann mitunter auch a Bisserl gebrechlich und ist dann auch froh, wenn er seine alltäglichen Erledigungen selbstbestimmt vornehmen kann. Naja, das ist nun einmal die menschliche Realität.

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