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Text: Lebenshilfe Österreich · 1. Juli 2010 14:36 Uhr

Lebenshilfe an BM Claudia Schmied: Wo bleibt der Inklusionsfahrplan für die inklusive Schule?

"Unbefriedigend" für Verzögerungstaktik des Unterrichtsministeriums. Lebenshilfe pocht auf Strukturwandel im Bildungswesen.

Germain Weber

"Wieder hat Bundesministerin Claudia Schmied in ihrer heutigen Pressekonferenz zu unserem Konzept der inklusiven Schule geschwiegen. Wieder ist ein Schuljahr vorbei, wieder sind Bildungschancen von tausenden Kindern und Jugendlichen vertan." Für Lebenshilfe-Präsident Univ.-Prof. Dr. Germain Weber ist die Verzögerungstaktik des Unterrichtsministeriums in puncto "Schule für alle" ein "Unbefriedigend".

Er fordert die Aufnahme eines Inklusionsfahrplans in die strategischen Arbeitsfelder des Unterrichtsministeriums für diesen Herbst. Dieser soll die Umsetzung der UN-Konvention im Bereich Schule vorantreiben. Bereits im April hat der UN-Monitoringausschuss in seiner Stellungnahme festgestellt, dass das österreichische Bildungssystem die Rechte von Menschen mit Behinderungen systematisch verletzt.

Zum jetzigen Ferienbeginn stehen 2.000 Schüler und Schülerinnen im Alter von 14 Jahren vor dem Ende ihrer Bildungskarriere. Denn das Recht auf Unterricht für Kinder und Jugendliche mit intellektueller Behinderung endet mit der achten Schulstufe und damit auch ihre Chance auf Qualifizierung und Weiterentwicklung. Insgesamt sind laut Statistik Austria 28.000 SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf davon betroffen.

Zwei Jahre nach Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention ist es für die Lebenshilfe Österreich höchste Zeit, einen Strukturwandel im Bildungswesen einzuleiten. "Der inklusive Unterricht soll zum Hauptmodell werden, der Besuch einer Sonderschule zum Ausnahmefall", sagt Weber. Den enormen Erfahrungsschatz der Sonderpädagogik möchte die Lebenshilfe allen Schulen zugute kommen lassen.

Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen hält fest, dass behinderte Menschen "nicht vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden" dürfen. In einer inklusiven Schule oder auch "Schule für alle", so wie sie die Lebenshilfe Österreich fordert, werden Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam in der Unter- und Oberstufe unterrichtet.

"Wir werden es nicht hin nehmen, dass jungen, wissbegierigen Menschen ihr in der UN-Konvention verbrieftes Recht auf Bildung weiter verwehrt wird", so Weber abschließend.

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Klaudia Karoliny · 3. Juli 2010 11:16 Uhr

Es wäre HÖCHST an der Zeit, dass sich insbesondere das Bildungsministerium damit beschäftigt. Immerhin ist es vom Bildungsstand und von den sozialen Kompetenzen abhängig, wie das weitere Leben verläuft und zwar für alle Kinder! Beides sollte an unseren Schulen "gelehrt" und gelebt werden.

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