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Text: Martin Ladstätter · 16. Juli 2010 06:53 Uhr

Österreich: Gebärdensprache mehr tot als lebendig

Diese Bewertung zog die Behindertensprecherin der Grünen, Mag. Helene Jarmer, anlässlich einer Pressekonferenz am 6. Juli 2010 in Wien.

gebärdende Hände

Vor fünf Jahren - am 6. Juli 2005 - beschloss der Nationalrat einstimmig eine Änderung der Bundesverfassung. Der Artikel 8 wurde um die Sätze "Die Österreichische Gebärdensprache ist als eigenständige Sprache anerkannt. Das Nähere bestimmen die Gesetze." ergänzt.

Schon damals verwies der Österreichische Gehörlosenbund - bei aller Freude über den einstimmigen Beschluss - darauf, dass dies eine "symbolische Anerkennung auf österreichisch" sei. "Jetzt muss etwas geschehen. Nur was und wie viel - das wird sich erst zeigen", so Mag. Helene Jarmer damals gegenüber der Tageszeitung Standard.

Was ist bisher geschehen?

Die Anerkennung der Österreichischen Gebärdensprache war natürlich wichtig und ist mit 1. September 2005 in Kraft getreten.

"Gleichzeitig wurde ein Entschließungsantrag beschlossen, der die Regierung auffordert, bestehende und künftige Gesetze dahingehend zu überprüfen, ob der Gebärdensprache in den einzelnen Lebensbereichen ausreichend Rechnung getragen wird, sowie die nötigen Anpassungen vorzunehmen", erinnerte die gehörlose Abgeordnete der Grünen bei der Pressekonferenz am 6. Juli 2010 an das damalige Versprechen und resümiert: "Dies ist jedoch noch immer nicht erfolgt."

Auf der Homepage der Grünen listet sie daher eine Reihe von Forderungen zum Thema Gebärdensprache auf. Einiges habe sich verändert, "trotzdem ist die Gebärdensprache noch immer mehr tot als lebendig!", hält sie fest.

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