Schriftgröße ändern in: groß · sehr groß
BIZEPS mobil
Twitter-Logo Twitter YouTube-Logo YouTube Facebook-Logo Facebook Flickr-Logo Flickr
Logo BIZEPS-INFO - Zur Startseite

BIZEPS-INFO > Nachrichten > Artikel

Text: Martin Ladstätter · 17. Juli 2010 06:12 Uhr

Die Föderalismuskeule contra "Weil der Mensch zählt."

Wer kennt sie nicht, die feigen Argumentationsketten von "Bin ja so was von dafür, aber ..."-Sagern. Am Ende ist immer eines sicher. Man würde ja gerne, aber zuständig ist "leider, leider" jemand anderer. Ein Kommentar.

SPÖ-Kampagne: Weil der Mensch zählt

Nein, keine Angst. Dies wird kein Aufzeigen der dümmlichen Auswüchse des Förderalismus in Österreich, obwohl dies Material für Dutzende von Kommentaren wäre.

Es wird auch nicht das vielfache Belegen der oben beschriebenen feigen Argumentationskette oder das Auspacken der Föderalismuskeule. Nein, ich möchte ein positives Beispiel aufzeigen.

24-Stunden-Betreuung

Es ist erst wenige Jahre her, da wurde intensiv diskutiert, wie man pflegebedürftige - meist ältere - Personen unterstützen könnte, die daheim bleiben wollen, statt in ein Heim gehen zu müssen.

Die Praxis war nämlich, dass tausende Personen schwarz in Österreich als Helferinnen und Helfer arbeiteten und jene Leistungen erbrachten, die niemals ein Sozialer Dienst erbringen würde und erbringen will. Auch wäre es für die pflegebedürftigen Personen unfinanzierbar, diese Stunden bei Sozialen Diensten einzukaufen (und bewilligt bekommen sie diese auch nicht).

Doch der Bund hat damals anders reagiert, als er dies gerne macht. Er hat sich NICHT feig hinter dem Argument "Wir sind nicht zuständig" versteckt, sondern aktiv eine Unterstützungsmaßnahme - gemeinsam mit den Ländern - entwickelt.

Auch wenn die 24-Stunden-Betreuung nur ein erster Schritt war, so ist das Ergebnis wirklich herzeigbar.

Ausgaben bei ca. 30 Millionen

"Die Ausgaben des Bundes für die Förderung der 24-Stunden-Betreuung lag im Vorjahr laut Sozialministerium bei 28,82 Millionen Euro, informiert der Standard am 14. Juli 2010 und ergänzt: "In den ersten fünf Monaten 2010 machten diese Ausgaben 16,15 Millionen Euro aus."

Es wird geschätzt, dass rund 11.500 pflegebedürftige Personen dieses System nutzen. Der Bund kann, wenn er will, sinnvoll an einer Lösung mitarbeiten. Er hätte aber auch sagen können: Uns interessiert das nicht, das ist Angelegenheit der Länder und außerdem nicht unser Kompetenzbereich.

Trotz Förderalismus wurde dies bei gutem Willen der Beteiligten gelöst; Zuständigkeiten hin oder her.

Zur Erinnerung: Es gab dazu vor einigen Jahren einen passenden SPÖ-Wahlkampfspruch: "Weil der Mensch zählt."

P.S. Auch bei der Finanzierung von Persönlicher Assistenz argumentieren derzeit manche mit Zuständigkeiten.

Weitere Informationen: ,
Speichern bei: Linkarena Logo Logo del.icio.us Logo Mister Wong Logo YIGG

  FORUM - Ihre Meinung zum Artikel:



 


 
-


Lucas Broer · 19. Juli 2010 12:01 Uhr

Was meiner Meinung nach viel mehr gebracht hat als das Buchinger-Modell zur 24-h-Pflege war die Schaffung des §159 GewO (Personenbetreuung). So läßt sich Rund-um-die-Uhr-Betreuung organisieren, mit dem Hausbetreuungsgesetz sehe ich das nicht.

Gertrude Sladek · 19. Juli 2010 11:30 Uhr

@Realowähler!

Hervorragender Kommentar! Gratulation!

anonym · 17. Juli 2010 16:43 Uhr

"Es wird geschätzt, dass rund 11.500 pflegebedürftige Personen dieses System nutzen." ... Gibt es hier wirklich keine präzisen Zahlen? Abschon 11.500 schon eher exakt ist ... ;-)

Realowähler · 17. Juli 2010 13:56 Uhr

Wie hier richtig steht, war das DER Wahlspruch vor einigen Jahren ... Heute denkt die SPÖ vielerorts auch eher anders, ja ÖVPisch: Gehts der Wirtschaft gut, geht's meinen Wählern gut, d.h. auf SPÖisch: gehts meiner Wählerschaft gut, die noch definiert werden muss, gehts mir auch gut ...Vermutlich ist nur die behinderte Wählerschaft nicht deren (beabsichtigte) (Kern)Wähllerschaft ...

Das Forum ist für jeden zugänglich und soll eine offene und demokratische Diskursplattform sein. Ihr Diskussionsbeitrag soll thematisch in Bezug zum Artikel stehen. Bitte bleiben Sie kurz und sachlich. Die Redaktion übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt der Beiträge und behält sich bei Bedarf das Recht vor Beiträge zu kürzen und themenfremde, krass unsachliche, rechtswidrige oder moralisch bedenkliche Beiträge zu löschen.

Navigation:

Nachrichten

Aktuell
Bild der Woche
Forum
Newsletter
Suche
Artikel in Österreichischer Gebärdensprache Videos in ÖGS
Zeitung

Mediadaten

Information

Service

BIZEPS


Werbung kobinet-nachrichten

Bild der Woche und Werbung:

Bild der Woche

Symbolbild des Bildes der Woche
 

Werbung

Nicht Gnade, sondern Recht: Ein selbstbestimmtes Leben in allen Bereichen für Menschen mit Behinderung.
 
Beim Preisvergleich Österreich findet man zwar keine Högeräte oder Rampen, aber Pflege für den Computer ist auch sehr wichtig.
Der Toner im Kopierer hilft beim