OÖ: Ein Landesrat dreht durch
Mit der Ankündigung, den Wohnbau in Oberösterreich durch Verzicht auf Maßnahmen der Barrierefreiheit verbilligen zu wollen, hat es Wohnbau-Landesrat Manfred Haimbuchner (FPÖ) vor kurzem zu fragwürdiger Bekanntheit gebracht.
"Dass ein wohnbauverantwortlicher Politiker solche Meldungen von sich gibt, ist neu und diskreditiert ihn als Experten," meint dazu der Experte der ÖAR für barrierefreies Bauen, Generalsekretär Eduard Riha, und stellt weiter fest: "Zahllose Arbeiten aus mehreren europäischen Ländern und mehrere österreichische Expertisen belegen, dass sich barrierefreies Bauen kaum verteuernd auswirkt."
In einer Studie der ETH Zürich (Eidgenössische Technische Hochschule Zürich) zum Thema Kosten von Barrierefreiheit kommen die Experten zum Schluss, dass sich die Mehrkosten (abhängig vom Gesamtvolumen des Gebäudes) in der Höhe der Endreinigungskosten nach Baufertigstellung bewegen.
"Was Haimbuchner auch nicht begriffen hat, ist der Schaden an der Volkswirtschaft und das mehrfache an Folgekosten dessen, was er einzusparen glaubt. Wird Barrierefreiheit am Neubau verabsäumt, werden die künftigen Bewohner dazu verurteilt, bei Eintritt von Behinderung durch Unfall oder Alter - in einer Situation, in der sie ohnehin ausreichend Schwierigkeiten haben - die Wohnung wechseln zu müssen. Oder aber es muss mit enormen Kosten nachgerüstet und adaptiert werden - ein Aufwand, der ebenfalls von der Allgemeinheit finanziert werden muss. Zusätzlich ist in Wohnungen, wie sie Haimbuchner vorschweben, bei zunehmendem Alter der Bewohner auf jeden Fall mit enorm höheren Kosten für mobile Dienste jeder Art zu rechnen als in barrierefreien Häusern," führt Riha aus.
Die ÖAR ergänzt die Sommersatire Haimbuchners, der im selben Artikel auch gleich die Streichung von anderen Baumaßnahmen, wie etwa Notkaminen vorschlägt, mit weiteren Anregungen: Abspecken von Kosten für die Statik, ein bissl weniger Erdbebensicherheit am Bau, Reduktion der Wärme- und Schalldämmung und allenfalls noch kleine Reduktionen im Sanitärbereich unter der Devise "Verbesserung nachbarschaftlicher Kontakte": früher hatten die Leute auch bloß ein WC pro Geschoß gemeinsam.
Weitere Informationen: Bauen
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Gertrude Sladek · 23. Juli 2010 10:02 Uhr
Wie gut, dass manch ein Politiker sogar so dümmlich ist und es sichtlich nicht einmal realisiert, wonach man so - wenn schon nicht aus eigener Überzeugung, so zumindest aus diplomatischen Überlegungen - auf keinen Fall argumentieren sollte! Deshalb, wirklich: Ab zum Dörfler, aber der ist ja mittlerweile schon besserungswillig; naja, hat auch a Bisserl gedauert und einiges an gutem Zureden diverser politischer Freunde benötigt. Daher: Ich stimme Ihrem Kommentar vollinhaltlich zu, denn auf uns wird nämlich auch geschissen, so schauts aus.
anonym · 21. Juli 2010 20:32 Uhr
erwin riess · 21. Juli 2010 19:28 Uhr
meia · 21. Juli 2010 18:40 Uhr
wolfgang glaser · 21. Juli 2010 15:17 Uhr
Klaudia Karoliny · 21. Juli 2010 14:21 Uhr
- auch Heimbuchner! Nur MIT so einem kurzsichtigen Denken, darf niemand durchkommen, weil es sind die Gelder der Allgemeinheit, die bei Heimbuchners Idee falsch angelegt werden würden.
anonym · 21. Juli 2010 13:44 Uhr
josef fraunbaum · 21. Juli 2010 13:41 Uhr
sigi maron · 21. Juli 2010 12:48 Uhr
eben und in dieses WC steck ma dann den heimbucher und scheissen drauf.