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Text: Martin Ladstätter · 15. März 2005 06:12 Uhr

Rauch-Kallat: Eugenische Indikation ist eine "Schande für Österreich"

Am 7. März 2005 fand im Club Alpha eine Diskussion zum Thema "30 Jahre Fristenregelung - wohin geht der Weg?" statt.

Maria Rauch-Kallat

Als eine "Schande für Österreich" hat Gesundheits- und Frauenministerin Maria Rauch-Kallat (ÖVP) die eugenische Indikation in der österreichischen Abtreibungsgesetzgebung bezeichnet. Das berichtet Kathpress am 8. März 2005 in einer Aussendung.

Die gültige Gesetzeslage (Strafgesetzbuch) sieht vor, dass die so genannte Drei-Monats-Frist bei einer diagnostizierten Behinderung des Fötus nicht gilt - ein behindertes Kind darf also bis zum neunten Schwangerschaftsmonat abgetrieben werden, wenn "eine ernste Gefahr besteht, dass das Kind geistig oder körperlich schwer geschädigt" ist.

Die Generalsekretärin der "Aktion Leben"-Österreich, Gertraude Steindl, schlug ein Treffen aller Parteien vor, um diese Regelung zu überlegen.

"Wir dürfen hier keine Illusionistinnen sein", meinte Rauch-Kallat. Kaum mache eine Seite den Vorschlag diese Regelung zu überdenken, behaupte die andere Seite, man wolle Frauen mit Strafe drohen. Frauenministerin Maria Rauch-Kallat hält daher eine Änderung für kaum realisierbar.

Viele Versuche diese Regelung zu ändern scheiterten in der Vergangenheit kläglich. Den bisher letzten Anlauf unternahm der damalige Sozialminister Mag. Herbert Haupt (FPÖ) im Jahr 2000.

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Gerhard Lichtenauer · 14. September 2006 20:13 Uhr

So schnell geht die Erosion von Werten? Vor 1,5 Jahren war die Eugenische Indikation noch "Schande für Österreich". Kürzliche Aussage von Rauch-Kallat: "An der Fristenlösung dürfe nicht gerüttelt werden". Indikationsregeln sind jedoch Teil davon. Was man nicht alles tut vor einer Wahl, um sich Koalitionen offen zu halten?

Leider würde ein alleiniges Streichen der "Eugenischen Indikation" nur ein Ausweichen auf die "medizinische Indikation" bewirken. In Deutschland, wo die Eugenische Indikation 1995 wegen Diskriminierung von Menschen mit Behinderung gestrichen wurde, hat die "Medizinische Indikation" die Rolle des "Selektionsparagrafen" übernommen. Argumentiert wird mit der Gefahr für die körperliche oder seelische Gesundheit der Mutter durch das möglicherweise behinderte Kind. Geändert an den Spätabtreibungen hat dies also nichts, es ist nur ein anderes Mäntelchen für dieses unfassbare Unrecht - Weiterhin Tötung junger Menschen, wegen Behinderung.

Fally Josef · 25. März 2005 14:44 Uhr

Ich kenne noch die Zeit, wo ein Adolf Hitler sogenanntes "unwertes" Leben vernichten ließ. Es ist traurig, dass sich unsere, ansonsten so humane Gesellschaft, gleicher Methoden bedient. Mord bleibt Mord, gleich wer ihn begeht.

Petra Schwarz · 16. März 2005 23:45 Uhr

Wie ist denn der derzeitige Stand der Überlegungen, die "genetischen Untersuchungen" (zusätzlich zu den bereits bestehenden) zu den verpflichtenden Untersuchungen in den Mutter-Kind-Paß einzuführen? Im Falle einer diesbezüglichen Umsetzung würde dies bedeuten, daß das Kinderbetreuungsgeld nur dann erhalten wird, wenn diese Untersuchungen auch durchgeführt werden - damit kommt die Mutter in eine Drucksituation. Info: Begleitende Beratung in speziell dieser Situation gibt es im Raum Wr. Neustadt Tel.: 0664/4242420

Klaudia Karoliny · 16. März 2005 18:51 Uhr

Ich bin wahrlich für die Straffreiheit innerhalb der 3-Monats-Frist, bin halt auch eine Frau..., obwohl ich mir diese Entscheidung gerne ersparen würde. Ich bin aber vehement dagegen, dass (behinderte) Kinder, bis zur Geburt abgetrieben werden dürfen. Diese Regelung ist für mich einfach nicht in Ordnung - niemand hat eine Garantie auf ihr/sein Kind!

Karin Ritsch · 16. März 2005 13:59 Uhr

Da muss ich ausnahmsweise, obwohl ich keine Anhängerin dieser Regierung bin, der Ministerin Rauch-Kallat Recht geben. Ein lebensfähiges Baby, zu diesem Zeitpunkt kannes leben, zu töten ist nicht nur eine Schande, sondern Mord! Ich verstehe nicht, wie von manchen Parteien ein solches Gesetz auch noch verteidigt werden kann. Einzge Erklärung: nichts ist zu schmutzig, wenns ein paar Stimmchen bringt! Was sich Eltern dabei denken, das eigene Kind, weil es nicht so ist, wie gewünscht, zu töten, will ich mir nicht vorstellen. Ich frage mich aber schon, worin der Unterschied in dieser Handhabung des Mordens von *unerwünschtem Leben* zur Einstellung behinderten Menschen gegenüber von vor 70 Jahren besteht?

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