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Text: BIZEPS · 1. Juli 2005 15:00 Uhr

Barrierefreier Arztbesuch rückt näher

Nachschlagwerk bringt Hilfe für behinderte Menschen

Broschüre krank behindert ungehindert

"Das oft entwürdigende Suchen nach einer barrierefrei erreichbaren Arztpraxis oder einer Apotheke soll für die behinderten Menschen in Wien ab sofort der Vergangenheit angehören", sagt Annemarie Srb-Rössler, Leiterin des Projekts "Behinderte Menschen in Wiener Gesundheitseinrichtungen", von dem ein umfassendes Nachschlagwerk erstellt worden ist.

Diese Publikation - "krank, behindert, ungehindert ... in Wien" - wird heute der Öffentlichkeit vorgestellt. Darin sind 362 Gesundheitseinrichtungen und 79 Apotheken aufgelistet, die alle genau vermessen wurden.

In dem über 370 Seiten starken Nachschlagwerk finden sich Angaben darüber, ob eine Ordination stufenlos erreichbar ist, in welcher Höhe sich der Türtaster oder die Gegensprechanlage befindet, welche Abmessungen die Liftkabine hat, ob ein Blindenführhund mitgebracht werden darf oder ob ein Arzt über Gebärdensprachkenntnisse verfügt oder Erfahrung mit lernbehinderten Patienten hat, ob ein behindertengerechtes WC vorhanden ist oder wie hoch die Behandlungsliegen sind.

Mit diesen und noch weiteren Angaben werden behinderte Patienten in die Lage versetzt, eine für ihre Bedürfnisse geeignete Praxis zu wählen.

"Mit dieser Publikation erhalten die Betroffenen erstmals konkrete Informationen, die von behinderten Menschen erhoben und zusammengestellt wurden. Die freie Arztwahl wird nun ein Stück weit mehr Wirklichkeit" sagt Srb-Rössler und betont, dass die Grundlagen der Publikation von einer Arbeitsgruppe erstellt worden sind, in der alle Behindertengruppen sowie nichtbehinderte Experten aus dem Gesundheitsbereich vertreten waren, die ihre Erfahrungen einbrachten und Bedürfnisse formulierten.

Die nach wie vor schwierige Situation, in der sich behinderte Menschen befinden belegen folgende Zahlen: Wien hat insgesamt 5.357 Ordinationen, davon wurden in der Projektlaufzeit ca.1.700 kontaktiert aber trotz intensiver Recherchen konnten nur 190 stufenlos erreichbare Arztpraxen eruiert werden.

Weiters sind in dem Ratgeber Institute für physikalische Medizin, Salons für diabetische Fußpflege sowie Tipps für den Arztbesuch und viele andere nützliche Hinweise enthalten. Das aus Mitteln der Behindertenmilliarde geförderte Projekt versteht sich auch als Initialzündung für einen weiteren barrierefreien Ausbau von Gesundheitseinrichtungen in Wien.

Die Publikation ist bei BIZEPS - Zentrum für Selbstbestimmtes Leben - gratis erhältlich. Bei Versand werden 6 Euro Bearbeitungsgebühr in Rechnung gestellt. Die Daten werden auch über die Homepage der Wiener Ärztekammer abrufbar sein.

Weitere Informationen:
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Martin Ladstätter · 14. Juli 2005 10:51 Uhr

@gottfried: Das ist eine gute Frage und sollte an alle Behindertenorganisationen österreichweit weitergereicht werden.

Gottfried Wetzel · 14. Juli 2005 06:14 Uhr

Und was ist, wenn man / frau außerhalb von Wien krank wird? Ist daran gedacht diese vorbildliche Studie auch auf Nicht-Wien auszuweiten?

anonym · 11. Juli 2005 11:02 Uhr

Arztpraxen sind leider keine Gummizellen, deren Wände beliebig auszudehnen sind. daher sind vor allem in Altbauten Türbreiten, WC-Größen, alte Lifte meist nicht rollstuhltauglich. Oft ist nicht einmal das Anbringen von Handläufen erlaubt (wenn das Haus denkmalgeschützt ist), geschweige denn Rampen etc. Bitte um Nachsicht, dass eben nicht alles rollitauglich ist! Bei Neubauten ist eure Kritik in Ordnung, aber auch diese Praxen müssen sich an vorgegebene Grundrisse halten ...

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