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Text: DSA Manfred Srb · 21. November 2005 11:03 Uhr

Wie in Niederösterreich mit behinderten Heimbewohnern umgegangen wird

In einem Seniorenheim in Hainburg () wird der Lift nicht mehr repariert, weil das Heim vom Land übernommen werden soll. Davon betroffen sind u.a. 16 Rollstuhlbenützer, die seit September 2005 gegen ihren Willen im Haus festgehalten werden.

Wappen Land Niederösterreich

Das "Seniorenzentrum Hainburg" in Niederösterreich verfügt über 50 betreute Wohnungen mit 55 Pflegebetten. Im 1. Stockwerk leben 30 Bewohner, von denen 16 einen Rollstuhl benützen und 14 zur Fortbewegung einen Rollator benützen müssen.

Sie alle können das 1. Stockwerk seit Ende September 2005 nicht verlassen, weil seit diesem Zeitpunkt der Aufzug kaputt ist und seither nicht mehr repariert wurde. Faktum ist auch, dass dieses Heim per 1. Jänner 2006 vom Land Niederösterreich übernommen werden soll.

Es hat den Anschein, dass sich die Geschäftsführung die Reparaturkosten ersparen will und darauf wartet, dass diese nach der Übernahme vom Land Niederösterreich getragen werden.

Wie ist es möglich, dass es zu einer derartig skandalösen und menschenverachtenden Vorgangsweise überhaupt kommen konnte? Vor allem zwei Gründe dürften dafür verantwortlich sein: Die durchwegs älteren Heimbewohner sind eingeschüchtert und trauen sich nicht, sich an die Verwaltung zu wenden und die Angehörigen wollen es sich auch nicht mit den Angestellten verscherzen, weil sie befürchten, ihre Väter und Mütter könnten dann die Leidtragenden sein.

Der zweite Grund dürfte auf der Ebene der politischen Verantwortung zu suchen sein: Das Seniorenheim steht unter der Leitung des ehemaligen Bundesministers Dr. Heinrich Übleis von der SPÖ und für die Zustände in diesem Heim hat der Landeshauptmann von Niederösterreich, Dr. Erwin Pröll (ÖVP) die Letztverantwortung.

Es ist unbegreiflich, wie es passieren kann, dass die Beiden tatenlos zusehen, wie hier die Würde und die Menschenrechte der Bewohner missachtet werden und das Land Niederösterreich seine Aufsichtspflicht gröblichst vernachlässigt.

Mittlerweile wurde an die Staatsanwaltschaft eine Sachverhaltsdarstellung übergeben.

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Walter Egon Glöckel · 26. November 2005 17:42 Uhr

Ich erlaube mir darauf hinzuweisen, daß ich nach Gesprächen mit Juristen am 15.11. die entsprechende Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Wien übermittelt habe. Die vollständige Exklusivreportage, sowie Rekationen und Pressemeldungen sind unter: www.muenchnernotizen.info abrufbar. Chefredaktion muenchnernotizen, Magazin für Deutschland, Österreich und Schweiz

katzarofski helma · 24. November 2005 18:01 Uhr

Da fehlen einfach die Worte. Jedoch ist dieses Verhalten typisch für die heutige Zeit: Eigenverantwortung wird nur noch ganz selten entwickelt, Zivilcourage wird immer mehr zum Fremdwort, sei es dass wir zu abgestumpft sind oder wirklich Angst davor haben durch die "Mächtigen" gemaßregelt zu werden!

anonym · 23. November 2005 21:36 Uhr

Abgesehen davon, daß für ein solches Gebäude eine Betriebsanlagengenehmigung vorliegen muß, die mit Sicherheit einen funktionierenden Lift vorschreibt (Meldung an die Behörde !), bietet sich vermutlich die Möglichkeit - ähnlich wie bei einem Mietvertrag, wo der Vermieter seine Instandhaltungsverpflichtung gröblich vernachlässigt - die "Miete" zu kürzen ?

Klaudia Karoliny · 23. November 2005 19:29 Uhr

Ich hoffe, der Lift in diesem Senioren- und Seniorinnenheim geht in der Zwischenzeit wieder!

Das darf doch wirklich nicht wahr sein, dass sowas überhaupt passiert - auch dass es 2 Monate dauert, bis solche Missstände an die Verantwortlichen bzw. an die Öffentlichkeit kommen!

Riha · 23. November 2005 16:55 Uhr

Der skandalöse Zustand massiver Einschränkung persönlicher Freiheit braucht keine weiteren Kommentar,- er stinkt zum Himmel. Vera Rebel darf ich allerdings sagen: Das erste was im Brandfall abgestellt wird und nicht mehr benutzbar ist, ist der Lift. Der Liftschacht wirkt in der Regel wie ein Kamin, wäre verraucht, die Benutzer würden ersticken. Für diesen Fall müssen Evakuierungsmaßnahmen festgelegt sein (Personal, brandbeständige Fluchträume, Fluchtwege mit Rampen, klare Hinweise für die Feuerwehr u.v.a.m.)

Charlotte Lichtenauer · 23. November 2005 09:41 Uhr

Warum wundert sich da jemand? Die Stichwörter NIEDERÖSTERREICH und BEHINDERT erklären alles!

In Kirchstetten bei St. Pölten wurde eine Klientin mit Pflegestufe 7 einfach fristlos rausgeworfen, weil die Angehörigen (wir als Eltern sind leider vom Fach) und mit den dortigen Methoden nicht einverstanden waren. Die Landesregierung schaut hin, um dann gleich wieder wegzuschauen..... Wir kamen uns vor wie in der Nazizeit - wer aufmuckt, wird abgeholt.

Ich verstehe, dass sich die Angehörigen nichts sagen trauen! Aber leider wird so lange nichts geschehen, so lange man sich alles gefallen lässt! Liebe Angehörige - tut euch doch zusammen!

Vera Rebl · 23. November 2005 09:39 Uhr

Ich bin entsetzt, die Menschen im Heim werden wie Gefangene gehalten! Kleine Nebenfrage: was ist, wenn es brennt ...?

J. Hentrich / Niedersachsen · 22. November 2005 21:18 Uhr

Diesem Heimbetreiber/Heimleiter und PDL würde ich Berufsverbot erteilen.Alle vorgenannten haben Ihre Aufsichts und Fürsorgepflicht gegenüber den ihnen anvertrauten Heimbewohnern aufs Gröbste verletzt.Bei uns nennt man so etwas Freiheitsberaubung.

Elke · 22. November 2005 16:59 Uhr

Ich finde es grauenhaft, dass in einem Seniorenheim, wo auch behinderte Menschen betreut werden schon 2 Monate lang nicht der Lift repariert wird. Sollen sich einmal die zuständige Behörde in die Lage versetzen. Dies ist eine Frechheit!

dorothea brozek · 21. November 2005 16:01 Uhr

wenn ich mir diese schreckliche situation vorstelle: unfassbar, bald zwei monate in geiselhaft, einem gefängnis gleich...also ich werde jetzt gleich dort ein e-mail schreiben prosenior1@aon.at, aber wer lieber telefoniert oder einen brief schreibt: Seniorenzentrum Hainburg, Hofmeisterstraße 70b, 2410 Hainburg, Tel.:02165/65656

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