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Text: Martin Ladstätter · 10. April 2006 06:22 Uhr

U6: Einstiegssituation wurde für alle verbessert

Die Wiener Linien und BIZEPS - Zentrum für Selbstbestimmtes Leben arbeiteten seit längerem an der Verbesserung der Einstiegssituation der U6 in Wien. Nun wurden die Ergebnisse dieser Arbeiten umgesetzt.

Wiener U-Bahn Linie 6 mit unterschiedlichen Spaltbreiten

Die Wiener Linien versuchen seit Jahren den Fuhrpark sowie die Stationen barrierefreier zu gestalten. Es gibt eine Reihe von herzeigbaren Erfolgen der gemeinsamen Arbeit der Wiener Linien mit BIZEPS. Neuestes Projekt ist eine knallgelbe Spaltverringerung bei der Wiener U-Bahnlinie 6.

Kontinuierliche Beratung

Als wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Wiener Linien und BIZEPS hat sich in den letzten Jahren erwiesen, dass wir rechtzeitig in Bestell- und Konzeptionsphasen eingebunden werden.

So war es auch möglich gewesen, den in den nächsten Jahren verstärkt in Betrieb gehenden V-Wagen für die U-Bahn maßgeblich zu verbessern. Diese Fahrzeuge werden serienmäßig an der ersten und letzten Türe eine automatisch ausfahrende Rampe haben.

Schwieriges Thema Altbestand

Als besonders schwierig hat sich das Thema Altbestand an Fahrzeugen herausgestellt. Wie können kosteneffizient alte Fahrzeuge nachgerüstet werden und welche finanziellen und technischen Grenzen sind vorgegeben, waren nur einige der auftretenden Fragen.

Während die Nachrüstung bestehender Niederflurbusse mit einer Rampe im Jahr 1998 und 1999 für jedermann sichtbar erfolgreich war, stellte sich die Frage, wie der Altbestand der Straßenbahnen und der U-Bahn-Garnituren barrierefrei gemacht werden kann.

Die alten Wiener Straßenbahnen sind aus Kostengründen leider nicht umrüstbar und hier hilft nur eine beschleunigte Beschaffung neuer Niederflurstraßenbahnen und ein koordinierter Einsatz der bestehenden Niederflurstraßenbahnen.

Spaltverringerung soll helfen

Schwierig und teilweise noch ungelöst ist auch das Thema U-Bahn-Garnituren. Diese sind durchwegs so gebaut worden, dass massive Eingriffe in die Konstruktion entweder Unsummen an Geldmitteln verschlingen würden oder technisch nicht möglich sind.

Doch bei der U6 wurde nun eine Lösung vereinbart, die einfach und doch hilfreich ist. Wenn man ein bestehendes Fahrzeug nicht grundsätzlich umkonstruieren kann, müsste es doch möglich sein, außen an dem Fahrzeug eine Leiste anzubringen, so die Ausgangsüberlegung.

Was grundsätzlich einfach klingt, erwies sich in der Praxis als herausfordernde Aufgabe. Einerseits muss berücksichtigt werden, dass die Stationen der U6 sehr unterschiedliche Spaltbreiten zwischen Fahrzeug und Station haben, und eine solche Leiste ziemlich exakt konstruiert werden muss um nicht bei der Fahrt abgerissen zu werden.

Eine weitere Vorgabe war, dass die Leiste beim Überqueren das subjektive Sicherheitsgefühl stärken muss. Weiters sollte die Leiste durch Abschrägung ein besseres Einfahren in den Wagen ermöglichen. All diese Anforderungen beeinflussten die Form, Farb- und Oberflächengestaltung der schlussendlich gewählten Gummileiste. Die Tests wurden zwischen April 2005 und Februar 2006 durchgeführt.

Leiste bringt allen Vorteile

Diese nur scheinbar simple Lösung hat viel Arbeit verursacht und die Wiener Linien sind zu Recht auf diese Qualitätssteigerung stolz, die allerdings auf Grund der Türsituation nur bei der U6 eingesetzt werden kann. Die knallgelbe Gummileiste wird bei allen 78 Garnituren der U6 angebracht - und zwar bei jeder Tür. So ist gesichert, dass von dieser gemeinsam entwickelten Spaltverringerung alle Fahrgäste profitieren.

Ausmaß der Verbesserung ist stationsabhängig

Ist nun die U6 für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer ohne Schwierigkeiten befahrbar, könnte man fragen? Die Antwort ist leider NEIN.

Der sehr unterschiedlich breite Spalt wird mit dieser Leiste um rund 6 cm verringert und auch der Niveau-Unterschied zwischen Fahrzeug und Station wird damit "angerampt". Es gibt nun in Zukunft Stationen, die leicht und selbständig benutzbar sind und einige, wo der verbleibende Restspalt zwar nun um 6 cm geringer, aber trotzdem für viele Rollstuhlfahrer ohne fremde Hilfe unüberbrückbar sein wird.

Die nächsten Monate werden zeigen, wie diese gemeinsame Entwicklung der Wiener Linien und BIZEPS in der Praxis ankommt.

Barrierefreier Fahrzeugbestand wächst

Der Fahrzeugbestand der Wiener Linien umfasst nun einige hundert Niederflurbusse und Niederflurstraßenbahnen mit Rampe. Im Rahmen einer Vereinbarung wurden auch alle bestehenden Niederflurbusse mit Rampen und rutschfestem Bodenbelag nachgerüstet.

Auch die vor kurzem angeschafften Kleinbusse sind - im Gegensatz zu vorher eingesetzten Fahrzeugen - nun zugänglich und erschließen wichtige Bereiche der Innenstadt.

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Sepp · 14. April 2006 09:26 Uhr

Sehr gut, dass sich da was getan hat. Leider muss ich nun schon einiger Zeit feststellen, dass die Wiener Linien bei der Straßenbahnlinie "J", die normalerweise Niederflur ist, immer wieder alte Straßenbahngarnituren eingesetzt werden. Es kommt auch immer wieder vor, dass sogar zwei alte Garnituren nacheinander kommen. Da man mit dem Rollstuhl in die alten Garnituren nicht reinkommt, musste ich im Winter einigemalle in der Kälte fast 30 Minuten warten. Ich hoffe das wird keine Dauerlösung!

Franz Werfel · 10. April 2006 16:06 Uhr

Für Bombardier (Hersteller der betroffenen Serie "T" der Fahrzeuge der Wiener U-Bahn) nicht einmal schlecht. Der Abstand zu Siemens ("V"-Wagen mit Klapprampe) bleibt bestehen. Siemens bleibt Siemens, leider bleibt Bombardier auch nur Bombardier ...

Alexandra · 10. April 2006 15:23 Uhr

Bravo! Ach, ich fahr so gerne U und jetzt noch viel lieber. Ich freu mich tierisch und gratuliere Bizeps zu ihrer Beharlichkeit.

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