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Text: Martin Ladstätter · 15. Oktober 2006 17:38 Uhr

"Barrierefreiheit kostet ... und zahlt sich aus!"

Michael Rederer erläuterte bei der Veranstaltung "Warum barrierefreies Internet?" von "accessible media" am 12. Oktober 2006 in Wien die Hintergründe des wien.at-Relaunch.

Michael Rederer

Beim Veranstaltungsblock: "Barrierefreier Relaunch in der Praxis" berichtete Michael Rederer von der wien.at-Koordination über die Bemühungen um einen barrierefreien Internetauftritt der Stadt Wien.

"Seit dem Jahr 1995 ist wien.at für alle Wienerinnen und Wiener sowie für all jene, die mehr über die Bundeshauptstadt erfahren möchten, online", erinnert er und nennt die Battlinie: "Öffentliche Inhalte müssen für alle zugänglich sein."

Ausgangslage 2000

Seit dem Jahr 2000 bemüht sich wien.at um Barrierefreiheit. Die damaligen Gegebenheiten waren schwierig. Es gab kein Redaktionssystem, die "Seiten wurden mit einem Tabellen-Layout erstellt" und es gab keine Vorgaben für Formulare, erläutert Rederer in seinem Vortrag im Rahmen der Veranstaltung von accessible media.

Doch es gab auch einige Pluspunkte. Dazu zählten u. a. ein "relativ einfacher, sauberer HTML-Code" sowie die Bereitschaft des Internet-Teams die 40.000 bestehenden Seiten zu verbessern.

Doch diese Aufgabe musste exakt geplant sein, da "über 150 Autorinnen und Autoren aus über 70 Fachabteilungen" beteiligt sind. Auch sind die "einschlägigen Kenntnisse und Vorwissen sehr unterschiedlich", da die einzelnen Autorinnen und Autoren ihre Internet-Tätigkeit nebenbei zu ihren regulären Arbeiten durchführen.

Eine wichtige Funktion kommt daher der Redaktion und Koordination bei wien.at zu. Dazu gehört das "Institutionalisieren der Barrierefreiheit, damit alle Bescheid wissen; auch oder gerade Entscheidungsträger".

Von "absoluter Unzugänglichkeit" zu "zumindest nutzbar"

Von "absoluter Unzugänglichkeit" zu "zumindest nutzbar" ist es manchmal nur ein kleiner Schritt, hält Rederer fest und zeigt Beispiele, wie wien.at damals sein Angebot Schritt für Schritt verbessert hat.

Hilfreich waren auch Informationsveranstaltungen mit Live-Demo. So konnte Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von wien.at die Arbeitsweise von behinderten Menschen - beispielsweise surfen mit Screenreader - näher gebracht werden.

Kosten und Nutzen

"Barrierefreiheit kostet ... und zahlt sich aus!", hält der Vortragende fest und benennt die "Zusatzaufwände" auch konkret. Es handelt sich beispielsweise um Kosten der Tests, Qualitätssicherung, Arbeitszeit und Kosten für externe Dienstleister, die bei Bedarf beigezogen werden.

Doch muss man auch den Nutzen von barrierefreien Internet klar benennen, fordert er. Hier ist beispielsweise die leichtere Wartung gut strukturierter Angebote erwähnenswert. Auch nutzt Barrierefreiheit, weil solche Seiten grundsätzlich die Benützbarkeit für alle erleichtern.

Ergebnis 2005

Mit Freude konnte das wien.at-Team im Jahr 2005 den lang vorbereiteten Relaunch durchführen. Damit wurde eine grundlegende Verbesserung des Angebotes erreicht.

Die Seiten erfüllen nun - auf das Layout bezogen - "Level AA" der Richtlinien für barrierefreies Internet und auch die Wartung hat sich vereinfacht und der Seitenaufbau deutlich beschleunigt.

Doch "Barrierefreiheit ist ein Prozess", so Rederer, der klar darauf hinweist, dass "der nächste Relaunch bestimmt kommt".

"Wir betrachten deshalb unsere Bemühungen in Sachen Barrierefreiheit mit dem Relaunch 2005 nicht als abgeschlossen, sondern sehen ihn als kontinuierlichen Prozess, unser Portal weiter zu verbessern", gibt wien.at bekannt.

Über den Vortragenden

Michael Rederer ist in der wien.at-Koordination der MA 53 - PID tätig und Leiter von wien.at online.

Weitere Informationen:
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Peter Stadlmann · 23. Oktober 2006 13:02 Uhr

Barrierefreiheit kostet ... und zahlt sich aus

Martin Ladstätter · 16. Oktober 2006 10:32 Uhr

@Alexandra: Hier findest Du Links: http://www.accessiblemedia.at/links/baupolizei/

Alexandra · 15. Oktober 2006 23:06 Uhr

Ich wollte fragen, ob es auch "bobby" auf deutsch oder zumindest eine ähnliche Seite mit den Eigenschaften gibt. Vielleicht könnte man eine Liste mit geeigneten Validatoren ausser den W3C bekommen. Wär echt super.

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