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Text: Martin Ladstätter · 28. November 2007 06:09 Uhr

Schweiz: Wieder Debatte über die Sterbehilfe

"Wie lange wird es dauern, bis aus der Möglichkeit eine aktive Erwartung wird?", fragt Peter Wehrli vom Zentrum für Selbstbestimmtes Leben in Zürich.

Peter Wehrli

"Gross debattiert wird in der Schweiz wieder einmal über die Sterbehilfe. Sie wird immer selbstverständlicher: Erstmals Sterbehilfe im Berner Inselspital (Basler Zeitung online). Wie lange wird es dauern, bis aus der Möglichkeit eine aktive Erwartung wird? Werden Pflege- und Gesundheitsversicherungspolicen bald günstiger, wenn man sich verpflichtet, im Krankheitsfall gleich Exit zu kontaktieren?", hinterfragt Wehrli die aktuelle Entwicklung im jüngsten Newsletter des ZSL.

"Gegen Sterbehilfe kämpft niemand mehr"

"Gegen Sterbehilfe kämpft niemand mehr" zeigt sich der Geschäftsführer des ZSL entsetzt und fügt hinzu: "Aber gestorben werden soll bitte anderswo, nur nicht in der eigenen Nachbarschaft. Schockiert reagieren die Medien erst, wenn es um das Sterbe-Helfen in einem Auto auf einem Parkplatz an der Autobahn geht."

Abhängigkeit

Es sind nur selten die Schmerzen oder die Angst vor dem Tod, die Menschen in den ("geholfenen") Suizid drängen, hält Wehrli weiters fest und erläutert: "Abhängigkeit ist eine Folge des herabwürdigenden Umgangs mit hilfsbedürftigen Menschen: ihre "Versorgung" im Keller oder im Getto außerhalb der Gesellschaft. Die subjektorientierte Finanzierung von Persönlicher Assistenz erlaubt Betroffenen Aufgaben abzugeben und Hilfe anzunehmen, ohne die Kontrolle über ihr Leben, ihre Würde zu verlieren. Sie ist die humane, menschenwürdige Lösung. Sterbehilfe ist die billige Ersatzlösung, die das Problem mit Gewalt aus der Welt schafft, anstatt es anzupacken."

Der "Pilotversuch Assistenzbudget" in der Schweiz endet bald. "Wichtige Erkenntnisse der Begleitforschung liegen vor. Jetzt sind Entscheidungen der politischen Ebene gefragt. Um diesen den nötigen Schwung zu verleihen bitten wir alle, die sich für die Einführung eines Assistenzbudgets stark machen wollen, die Online-Unterschriftensammlung von FAssiS zu unterschreiben", so Wehrli abschließend.

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