11. Accessibility - Stammtisch: Ein Rückblick
Am 24. Juni 2008 hielt Eva Papst einen Vortrag zum Thema "Arbeiten mit Screen Readern". Ebenso wurde durch Michael Stenitzer das Thema "Accessibility Tests mit Screen Readern" besprochen.
Viele Leute, die keinen Screen Reader einsetzen, stellen sich ab und zu die Frage: "Ja wie funktioniert denn die Handhabung mit so einem Screen Reader überhaupt?", an genau diesen Personenkreis richtete sich der Vortrag.
Vortrag
Oft wird gefragt, welcher Screen Reader denn für das Internet am besten sei, dabei wird aber oftmals übersehen, dass dies gar nicht immer das entscheidende Kriterium für oder gegen einen bestimmten Screen Reader ist.
Ein Screen Reader ist dafür gedacht, das ganze Betriebssystem zu interpretieren, deshalb, und teilweise durch teure Lizenzen, ist es nicht immer möglich, für jeden Anwendungszweck (Tabellenkalkulation, Internet surfen) den geeignetsten zu verwenden. Das heißt, man wird eventuell dazu gezwungen, einen Kompromiss einzugehen, um im Alltag gut zurecht zu kommen (und nicht nur im Internet).
Die heutzutage erwerbbaren Betriebssysteme bieten alle mehr oder weniger die Möglichkeit, Screen Reader zu verwenden. Manche haben bereits einen integriert, wie z.B. Mac OS X, bei Windows muss man einen von einem Drittanbieter dazu kaufen, und für Linux sind auch Screen Reader verfügbar, sowohl gratis wie käuflich.
Installation und Konfiguration
Screen Reader können, durch ihre starke Einbindung in das Betriebssystem, durchaus Probleme verursachen. Besonders wenn man mehrere Screen Reader auf einem Betriebssystem installiert und sehr stark von der Standardkonfiguration abweicht. Dies kann z.B. unter Windows bis zu nicht mehr reparierbaren Blue Screens führen. Wer also mehrere Screen Reader installiert, sollte vorsichtig sein und ein Backup seines Systems haben oder lieber gleich zuerst in einer virtuellen Maschine wie z.B. VMWare testen.
Accessibility Tests
Michael Stenitzer, von wienfluss.net, erläuterte in kurzen Worten, worauf es beim Testen der Accessibility von Webseiten für Screen Reader ankommt.
Seine "10 Tipps für ein leichteres Leben" umfassten:
- immer nur ein Screen Reader pro Betriebssystem
- keine Optionen der Standardkonfiguration des Screen Readers ändern, außer die Sprechgeschwindigkeit und die Stimme
- Tastaturkürzel aufzuschreiben erleichtert die Arbeit
- Eigenversuche ersetzen nie echte Benutzertests durch blinde Testpersonen, die auf ihnen vertrauten Systemen testen
Lesen - orientieren - navigieren
Eva Papst meint mit diesen drei Worten: "Ein Screen Reader stellt den Bildschirm nicht geografisch, sondern linear (also den Quelltext in der Reihenfolge, wie er eingegeben wurde) dar, kann jedoch auf hierarchische Informationen zugreifen, sofern sie vorhanden sind."
Vorsicht
Es wurde im Abschlussteil des Vortrages auch darauf hingewiesen, dass man nicht davon ausgehen darf, wenn eine Version eines bestimmten Screen Readers eine Internetseite gut lesen kann, dass das auch für alle anderen gilt. Oft haben Screen Reader Benutzer nicht die aktuellste Version der Software, teilweise wegen der hohen Lizenzgebühren. Laut dem Hersteller von JAWS, einem Screen Reader, besitzen nur die Hälfte der Lizenznehmer aus Österreich, die aktuellste Version.
Monatliche Stammtische
Der "accessible media"-Stammtisch ist ein informelles Treffen für alle, die sich für das Thema "barrierefreies Internet" interessieren. Der Stammtisch findet monatlich statt und wird von der Plattform accessible media organisiert.
Hier können Sie sich Bilder vom Stammtisch von accessible media ansehen.
Weitere Informationen: einfach-für-alle
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Björn Fisseler · 27. Juni 2008 15:12 Uhr
Zusammen mit dem Webbrowser Webbie (http://www.webbie.org.uk/) liefert der schon ganz brauchbare Ergebnisse. Vorausgesetzt natürlich, es sind passende deutschsprachige Stimmen für die Sprachausgabe installiert. Wie das geht, wird auf wob11.de beschrieben: Deutsche Sprachausgabe nachrüsten - http://www.wob11.de/microsoft-windows-deutsche-sprachausgabe-nachruesten.html