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Text: Martin Ladstätter · 15. Juli 2009 13:37 Uhr

Taxiunternehmen Jocher insolvent

Wie verschiedene Medien in den letzten Tagen berichtet haben, hat das Wiener Taxiunternehmen Egon Jocher beim Handelsgericht einen Ausgleichsantrag gestellt.

1 Euro Münze

"Die Passiva werden mit etwa 2,8 Mio. Euro beziffert. Das Unternehmen beschäftigt 133 Mitarbeiter", berichtet ORF-Wien und ergänzt: "Die Taxi-Firma bietet einen Airport-Taxi-Dienst, ein Anruf-Sammeltaxi, Kranken- und Rollstuhltransporte sowie Spezialfahrten für Feiern an".

Mit Beschluss vom 10. Juli 2009 - HG Wien (007), Aktenzeichen 38 Sa 2/09k - wurde der Ausgleichsantrag gestellt.

"Als Grund für den Insolvenzantrag werden laufende Umsatzrückgänge in der Vergangenheit angegeben", ist dem Standard zu entnehmen.

Im Laufe der Jahre sind immer wieder Fahrtendienstunternehmen in wirtschaftliche Probleme geraten: (Haas, Mertz und im Jahr 2000 auch schon Jocher)

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anonym · 16. September 2009 08:01 Uhr

Ich bin froh, wenn die Firma pleite geht, die betteln ja darum, auch die Fahrer. Mein Partner war auswärts in stationärer Behandlung, die Fahrten wurden von Jocher durchgeführt.

Bei der Hinfahrt ist es ja noch gegangen, nur hat sich der Fahrer eine angeraucht, dabei müssen die Patienten zu einem bestimmten Zeitpunkt unbedingt drin sein.

Die Rückfahrt war aber eine Katastrophe. Mein Partner hat gesagt, er rufe an, wenn er wieder in Wien ist. Um zehn solle er fahren, hat ihm die zuständige Kraft auf der Station gesagt. Er war am Abreisetag extra früh fertig. Als er mich um zwölf im Büro anrief, dachte ich, er sei zu Hause. Aber nein, der Fahrer war noch nicht da, Jocher sagte frech, sie hätten keine Bestellung, er müsse halt warten, bis ein Fahrer kommt.

Mit über dreieinhalb Stunden Verspätung kam der Fahrer. Mein Freund machte ihm Vorwürfe wegen der Verzögerung. Der Fahrer wurde frech, er hätte erst vor einer halben Stunde die Verständigung erhalten und er könne froh sein, dass er überhaupt noch komme und so ging es weiter.

Die Besserung von 6 Wochen Spitalsaufenthalt waren beim Teufel, im Gegenteil, die Behandlung seitens Jocher, vor allem durch den Fahrer, lösten einen schweren Krankheitsschub mit gravierender Wesensveränderung aus. Da er um 12 sich verhielt wie immer und sich seit meiner Rückkehr nach Hause ca. 3 - 4 Stunden später ungewöhnlich total aggressiv verhielt, auch der Dauer nach, habe ich nicht den geringsten Zweifel an der Richtigkeit seiner Angaben.

Ich habe nur geweint und wünsche, die Firma muss zusperren, bevor mein Partner wieder auswärts behandelt wird.

ehold · 2. August 2009 16:16 Uhr

bei so vielen beschäftigten wundert es mich, dass kein eigener betriebsrat gewählt werden darf. da ich den betrieb sehr gut kenne, kann ich nur von rauhen tönen und lächerlichen verboten die eventuell unter androhung von strafen zur tagesordnung gehören. ein chef der chef sein will es aber leider nicht bringt.

anonym · 17. Juli 2009 16:19 Uhr

Ich kenne zwar den FD Jocher nicht, aber bei Haas und Merz habe ich doch viel Erfahrung. Der Haas wurde mit der Zeit immer schliemer und zum Schluss eigentlich unerträglich. Beim Merz war es genau umgekehrt. Eine kleine Firma die hohen Wert auf Qualität legte, und immer besser und grösser wurde. Leider wurde sie durch vertragliche Kleinigkeiten mit Wien finanziell etwas abgewürgt und musste zumachen.

Jetzt bieten auch die Öffis der Wiener Linien einige zusätzlich Möglichkeiten, und es ist gut so. Leider wird jetzt das Ganze für die Fahrtendienste noch schlechter. Durch die Öffis in Wien gibt es jetzt eine Unabhängigkeit die kein FD so richtig anbieten kann! Ich kenne bis jetzt keinen Fahrtendienst wo man wie beim Taxi nach einen tel. Anruf in 5 Min. ein Auto vor dem Haus bekommt. Für viele wo ein Taxi keine Option ist sind jetzt die Öffis eine Alternative.

Gertrude Sladek · 16. Juli 2009 09:07 Uhr

Ich erhalte jetzt erstmals Kenntnis über diese Angelegenheit. Wenn ich es richtig verstanden habe, so bedeutet dieser gegenständliche Schritt noch kein endgültiges Aus für die Firma Jocher. Ein Antrag auf Ausgleich ist nicht automatisch mit einem Konkursverfahren gleichzusetzen.

Allerdings: Sollte es sich für Herrn Egon Jocher noch einmal "ausgehen", sollte er dieses etwaige Glück auch mit seinen tüchtigen und fleißigen Mitarbeitern teilen. Wie teilt man als Unternehmer ein solches Glück? Tja, beispielsweise mit dem Einräumen des Rechtes auf adäquate Kollektivverträge, ich spare mir aus Gründen der Fairnes den Rest an Anregungen für die betriebliche Zukunft für den Fall, als es sich mitunter doch noch einmal haarscharf ausgehen sollte.

meia · 16. Juli 2009 06:26 Uhr

Da werden sich die anderen Fahrtendienste und Firmen freuen. Sie können günstig den Fuhrpark erweitern und werden die "guten" Mitarbeiter gerne übernehmen. Je besser die "Öffis" in Wien für behinderte Menschen zugänglich sind, desto weniger werden Freizeit- aber auch Regelfahrten in Anspruch genommen werden müssen. Leider sind Schicksale der Mitarbeiter, die keinen adäquaten Job mehr bekommen scheinbar in der heutigen Zeit zweitrangig.

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