15-Jahres Feier von Ninlil – Ein Rückblick

Der Verein "Ninlil - Gegen sexuelle Gewalt an Frauen mit Lernschwierigkeiten und Mehrfachbehinderungen" feierte am 30. November 2011 im ega ein Fest.

Feier: 15 Jahre Ninlil
Fiona Rukschio/Angela Zwettler

Im Rahmen der Veranstaltung blickte Ninlil zurück und präsentierte eine Foto-Schau „15 Jahre Ninlil“ sowie eine Fest-Schrift, die man bei Ninlil bestellen kann.

Beeindruckend für mich war auch eine Rede von Michaela Neubauer, einer Ninlil-Mitarbeiterin, die über ihre Motivation zur Mitarbeit erzählte. Es gab auch eine Tanz-Performance
von Elisabeth Löffler und Cornelia Scheuer und viel Musik. Am Schluss wurde eine Torte angeschnitten und verteilt.

„Frauen können lernen, mutig zu sein und Hilfe zu holen.“

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) konnte leider kurzfristig an der Feier nicht teilnehmen. Es wurde aber ihre geplante Rede verlesen.

Sie gratulierte darin dem Verein Ninlil ganz herzlich und hielt fest: „Es ist mir wichtig, dass Frauen gestärkt werden und sich gegen die Gewalt schützen und wehren. Die Ninlil-Frauen helfen dabei, Nein-Sagen zu lernen. Frauen können lernen, mutig zu sein und Hilfe zu holen.“

Sie erinnerte an die vielen Projekte, die die Ninlil-Frauen in den letzten Jahren umgesetzt haben und wünschte „allen weiterhin viel Kraft und alles Gute für die Zukunft“.

Die Ministerin berichtet weiters, welche Forderungen das Frauenministerium in den Nationalen Aktionsplan für Menschen mit Behinderung eingebracht hat, der gerade erstellt wird und zählte auf:

  • Bessere und höhere Bildung für Frauen mit Behinderung (nach der Sekundarstufe I)
  • Mehr Berufsprogramme, damit Frauen mit Behinderung arbeiten gehen können
  • Mehr Recht auf eigene Sexualität für Frauen mit Behinderung
  • Mehr öffentliche Aufklärung zum Thema Gewalt gegen Frauen mit Behinderung
  • Mehr Privatsphäre für Frauen mit Behinderung – vor allem bei der Ärztin
  • Verbesserungen bei der Persönlichen Assistenz
  • Umsetzung des Abkommens der Vereinten Nationen für die Rechte von Menschen mit Behinderung

Sie hofft, dass diese Forderungen werden im Nationalen Aktionsplan „nicht nur aufgenommen, sondern auch bald konkret umgesetzt“.

Ninlil ist eine Fachberatungsstelle

Die Wiener Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) nannte als ihr Ziel, „dass Frauen in dieser Stadt sicher, selbstbestimmt und unabhängig leben können“. Sie kam auf das Thema sexualisierte Gewalt zu sprechen und verwies auf die Aktion „16 Tage gegen Gewalt“.

„Frauen mit Behinderungen oder Lernschwierigkeiten leben oft in Abhängigkeit von anderen Menschen die sie unterstützen, pflegen oder betreuen“, hielt Frauenberger fest und verwies auf die wirtschaftlicher Abhängigkeiten. „Gewalt wird oft gegen Menschen ausgeübt, die abhängig sind, sich schlecht oder gar nicht wehren können – sexualisierte Gewalt ist eine Gewaltform, die behinderte Frauen noch häufiger erleben als andere Frauen“, erinnerte sie.

Ninlil ist österreichweit „die einzige Fachberatungsstelle, deren Angebot speziell auf die Bedürfnisse von Mädchen und Frauen mit Lernschwierigkeiten und Mehrfachbehinderungen zugeschnitten ist“, so Frauenberger, die abschließend nochmals zum 15 jährigen Jubiläum gratulierte und schloss: Ninlil ist sozusagen das „missing link“ zwischen Frauenberatungsstellen, Behindertenberatungsstellen und Gewaltschutzeinrichtungen.

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0 Kommentare

  • Vielen Dank das es Ninlil gibt. Mit dem Thema Gewalt bzw. sexuelle Gewalt gegenüber Frauen mit Lernschwierigkeiten und oder psychischer Behinderung sind wir leider auch immer wieder in unseren Beratungen konfrontiert.
    Weibliche Bedienstete der Stadt Wien können sich jederzeit gerne an uns wenden. Wir stehen mit Rat und Tat betroffenen Frauen gerne zur Seite.
    Gerhard-Norbert Ludwig, Behindertensprecher der Bediensteten der Stadt Wien, 1200 Wien, Brigittaplatz 10/P/11, Tel. 4000/20831