19 Jahre US-amerikanisches Antidiskriminierungsgesetz

Gestern jährte sich die Unterzeichnung des Americans with Disabilities Act der USA zum 19. Mal.

Gleichstellung - Amerika gewinnt
BIZEPS / BilderBox.com

Am 26. Juli 1990 hatte der damalige US-Präsident Geoge Bush Senior eines der ersten umfassenden Antidiskriminierungsgesetze der Welt für behinderte Menschen unterzeichnet.

Während es hierzulande immer wieder viel Schimpf und Schande gerade von konservativer Seite für das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz gibt, das 2006 verabschiedet wurde, hat eine solche Gesetzgebung in den USA mittlerweile eine tief verwurzelte Tradition.

Bereits 1973 wurde im US-amerikanischen Rehabilitationsgesetz der Gedanke der Nichtdiskriminierung festgeschrieben und dieser an die Förderbedingungen geknüpft. Dies reichte jedoch nicht weit genug, so dass die Behindertenbewegung dafür eintrat, dass die Bestimmungen ausgeweitet werden und vor allem auch den privaten, nicht von der Regierung subventionierten Bereich, umfasst.

Am 26. Juli 1990 war es dann soweit: In einer der größten Zeremonien zur Unterzeichnung eines Gesetzes unterschrieb der damalige US-Präsident George Buch Senior vor 3.000 jubelnden Besucherinnen und Besuchern das neue Gesetz. Dass sich der Jubel damals gelohnt hat, zeigt sich im hohen Maß der Barrierefreiheit, die die USA mittlerweile aufweisen können. In den letzten 19 Jahren hat sich der Standard der Nichtdiskriminierung bis ins letzte Dorf der USA in die Praxis verbreitet.

Wenn heute USA-reisende behinderte Menschen sich dort so wohl fühlen, liegt dies entscheidend an diesem und anderen Gesetzen, die sicher stellen, dass Barrierefreiheit und Nichtdiskriminierung zunehmend zum Standard werden. Viele Geschäfte, Hotels, Restaurants, die Verkehrsmittel, öffentliche Gebäude und die Universitäten sind weitgehend barrierefrei nutzbar. Auch in den Köpfen der Menschen hat sich diesbezüglich viel verändert, sodass es oft wirklich normal ist verschieden zu sein.

Das Gesetz war damals kein Geschenk der Regierung, sondern musste von der Behindertenbewegung hart erkämpft werden. Anhörungen zu Diskriminierungen in fast allen Bundesstaaten, Demonstrationen vor dem Weißen Haus, eine umfassende Lobbyarbeit und nach der Verabschiedung des Gesetzes vielfältige Informationskampagnen und Schulungen waren nötig.

Dass Barack Obama anlässlich dieses Jubliäums am Wochenende signalisiert hat, dass die USA nun auch die UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen unterzeichnen und ratifizieren werden, gibt Hoffnung, dass dieser Weg konsequent gegangen wird. Dabei werden die schulische Inklusion, das Leben mitten in der Gesellschaft und das Thema Arbeit für behinderte Menschen sicherlich verstärkt auf die Tagesordnung kommen.

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2 Kommentare

  • Ich möchte gerne wissen, wieso in den USA dieses Gesetzeswerk so strikt befolgt wird, was selbst das BTHG nicht zuwege bringt.
    Eine Frage der Mentalität oder Gesetzestreue?

    • Weil man in den USA auch Klagen kann und es empfindliche Strafen geben kann.