20 Jahre Anerkennung der Österreichischen Gebärdensprache in der Verfassung
Die Anerkennung der Österreichischen Gebärdensprache (ÖGS) als eigenständige Sprache wurde am 6. Juli 2005 durch eine Novelle des Bundes-Verfassungsgesetzes (B-VG) …
Rechte auf dem Papier, Barrieren im Alltag – Wie lange noch?
Vor genau 20 Jahren wurde die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) erstmals in der Bundesverfassung verankert – ein historischer Meilenstein, erkämpft durch die Gehörlosengemeinschaft. Doch noch immer gilt: Rechte auf dem Papier bedeuten keine echte Teilhabe.
Trotz Verfassungsrang fehlt es weiterhin an barrierefreier Bildung, an gehörlosen Pädagog:innen, an ausreichenden Dolmetscher:innen, inklusiven Arbeitsplätzen und an umfassender Gleichstellung in Politik, Kultur, Gesundheit und Digitalisierung. „Viele feiern das Jubiläum, aber wir erleben Diskriminierung weiterhin tagtäglich. Es reicht – jetzt braucht es echte Teilhabe, nicht nur Worte!“, fordert Helene Jarmer, Präsidentin des Österreichischen Gehörlosenbundes (ÖGLB).
Weil sich nach 20 Jahren zu wenig bewegt hat, startet die Community eine kraftvolle Kampagne: „20 Jahre ÖGS-Anerkennung – 20 Forderungen“. Gehörlose Menschen aus ganz Österreich präsentieren Forderungen wie:
„Die Gehörlosengemeinschaft erhebt ihre Hände. Wir stehen auf, und wir stehen ein für unsere Rechte!“, bringt Jarmer die Kernbotschaft auf den Punkt. Und sie ergänzt: „Ohne Kommunikation keine Gleichberechtigung – wir verlangen endlich unser Recht auf Sprache.“
Der nächste Schritt zur Verwirklichung dieser Forderungen folgt am 12. und 13. September beim internationalen Bildungskongress „Gebärden.Sprache.Bildung“ in Wien unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Neben internationalen Gästen wie dem Präsidenten des Weltverbandes gehörloser Menschen (WFD) wird mit Expert:innen und Vertreter:innen aus Forschung, Politik und Gehörlosencommunity über die Zukunft der Bildung gehörloser Kinder diskutiert.
Der Kongress verdeutlicht: „Bildung ist die Voraussetzung für Teilhabe – und Teilhabe bedeutet Zukunft. Diese Zukunft gehört auch uns!“, so Jarmer abschließend.
Der Bildungskongress 2025 bietet Raum für Austausch, internationale Best-Practice-Beispiele und gemeinsames Lernen. Ziel ist es, gemeinsam Visionen für eine mehrsprachige, barrierefreie Bildungslandschaft zu entwickeln – mit ÖGS als gleichwertiger Unterrichts- und Kommunikationssprache. Dafür kommen rund 350 Personen aus Österreich und dem europäischen Ausland (vorwiegend Deutschland und Schweiz) nach Wien.
Datum: 12.09.2025 – 13.09.2025
Art: Konferenzen und Tagungen
Ort: Universität Wien, Oskar-Morgenstern-Platz 1, 1090 Wien
URL: https://www.oeglb.at/bildungskongress-2025/anmeldung-und-information/
Barrierefreiheit sichtbar gemacht: Jede Woche ein Bild, das Erfolge feiert oder Hürden aufzeigt.
Bei diesem Kinderspielplatz in Darwin, Australien gibt es eine große Zeigetafel mit Symbolen für Kinder. Mit der Tafel können Kindern …