5 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention: Reformen jetzt anpacken!

Lebenshilfe fordert bundeseinheitliche Regelungen zur Arbeitssituation von behinderten Menschen

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Lebenshilfe Österreich

Vor genau 5 Jahren – am 26. Oktober 2008 – hat Österreich die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert. Damit bekennt sich Österreich zu einer inklusiven Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die Lebenshilfe Österreich appelliert an die neue Regierung, überfällige Reformprojekte rascher als bisher in Angriff zu nehmen und sich zu einem klaren „Ja zur Inklusion“ zu bekennen.

5 Jahre – Was wurde umgesetzt?

„Österreich leidet bei der Umsetzung der Rechte von Menschen mit Beeinträchtigungen an akutem Reformstau. Was wir brauchen, sind kreative Köpfe und Visionäre, die eine neue Denkrichtung in der Behindertenpolitik vorantreiben und fähig sind, abgestimmte strategische Pläne zu entwickeln und zielstrebige Umsetzungswege zu gehen“, resümiert Lebenshilfe-Präsident Univ.-Prof. Dr. Germain Weber.
Als dringlich bezeichnet Weber die Verbesserung der Arbeitssituation von Menschen in Tagesstrukturen der Behindertenhilfe. Ihre Tätigkeit als sozialversicherungs-rechtliches Dienstverhältnis gesetzlich anzuerkennen und die Durchlässigkeit von der Tagesstruktur zum Arbeitsmarkt zu erhöhen sind zentrale Etappenziele für die bevorstehende Legislaturperiode. „Dafür brauchen wir so rasch wie möglich bundeseinheitliche Regelungen auf Bundes- und Landesebene“, erklärt Weber.

Beispiel aus der Praxis

Herr T. wohnt in einer „teilzeitbetreuten“ Wohnform und arbeitet in einer Einrichtung der Lebenshilfe in Niederösterreich. Nach einem erfolgreichen Praktikum in einem ortsansässigen Betrieb, erhält Herr T. ein Angebot für eine saisonale Beschäftigung für zwei Monate. Weil aus rechtlicher Sicht seine Rückkehr in die Einrichtung nicht garantiert werden kann, lehnt Herr T. das Angebot ab. In Wien verfügen Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung in diesem Fall über eine Rechtssicherheit. Sie bekommen ihre Unterstützungs-leistungen wieder, auch wenn sie am ersten Arbeitsmarkt scheitern oder zu einer Arbeitsunterbrechung gezwungen werden. Das Wiener Modell der Rückversicherung soll für alle Bundesländer gelten, fordert die Lebenshilfe Österreich.

Forderungen der Lebenshilfe Österreich an die neue Regierung

  1. Inklusives Schulsystem mit Zugang zu allen Schulstufen und Schultypen
  2. Durchlässigkeit zwischen Arbeitsmarkt und Tagesstruktur samt Existenzabsicherung und Einbindung in die Sozialversicherung
  3. Gemeindenahe Unterstützungsdienste für ein selbstbestimmtes Wohnen, Leben und Arbeiten
  4. Modelle der unterstützten Entscheidungsfindung als Alternative zur Sachwalterschaft
  5. Österreichweit einheitliche Umsetzung von selbstbestimmten, gemeinschaftsnahem Leben und zur Persönlichen Assistenz

Die Lebenshilfe fordert Politikerinnen und Politiker auf Bundes- und Landesebene zum Richtungswechsel auf. „Es kann nicht so weitergehen, dass erfolgreiche Modelle in einigen Bundesländern Insellösungen bleiben. Gemeinsames Handeln und Mut zur Reform seitens Bund und Länder ist jetzt absolute Notwendigkeit“, so Weber abschließend.

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0 Kommentare

  • Herr Stangl ich lese schon des öfteren ihre massiven Angriffe gegen die Lebenshilfe Salzburg— eine Anpatzerei von unterstem Niveau!!!
    Seien wir doch froh, dass es Einrichtungen, wie die der Lebenshilfe und anderer Träger gibt. Jetzt möchte man schrittweise in einen inklusive Gesellschaft gehen— dies ist sicher ein Prozess der über einige Jahre, wenn nicht Jahrzehnte gehen wird.
    Schauen sie sich den Staat Österreich an, der vor 5 Jahren die UN-Konvention unterzeichnet hat und bis dato noch nicht sehr viel von den Forderungen umgesetzt hat — die Mühlen in Österreich sind sehr langsam— leider!
    Wir Eltern, deren Kinder in Werkstätten arbeiten sind darüber sehr froh und bekennen uns zu den neuen Visionen und deren Umsetzungen der Lebenshilfe Österreich.

  • GRÖSSTES HINDERNIS für die volle INKLUSION : DIE “ LEBENS – HILFE “ – FÜHRUNG SELBST !

    Kann es überhaupt etwas Absurderes geben als die gegenwärtige Situation, zumindest hier im Bundesland Salzburg : seit Jahrzehnten betreibt die Führung dieser von den idealistischen Anfängen total abgeirrten Organisation die flächendeckende EXKLUSION & SEGREGATION & KONFINIERUNG von Hunderten völlig wehrlosen Oligophrenen als bestens eingespieltes Geschäftsmodell, dem kein einziger Landesrat für Soziales in diesen vergangenen Jahrzehnten widerstehen konnte ! Das “ Angebot “ ist schlicht und einfach zu verlockend !

    Dadurch hat sich auch in der gesamten Bevölkerung eine primitive “ Entsorgungsmentalität “ breit gemacht : geistesschwache Hascherl und derlei mehr “ GEHÖREN UNBEDINGT IN EIN LEBENSHILFE – HEIM oder WERKSTÄTTE “ Diese Grundhaltung ist derartig tief verwurzelt in der durchschittlichen Bevölkerung , daß sie kaum mehr wegzukriegen ist.

    Im konkreten Anlaß – Fall unseres WOLFGANG S. aus Straßwalchen : vor genau 10 Jahren ( exakt am 17.10.2003) von einem Organ der LHS gewaltsam entführt, seither in schwerster Rechtsverletzung ohne irgendein Vertragsverhältnis von dieser entarteten Sklavenhalterorganisation festgehalten, permanent bevormundet, gegängelt und herumgeschupft wie ein Stück Vieh !!!

    Das nennt sich dann “ LEBENS – HILFE “ , Herr Präsident LHÖ in Wien, Sie sind offensichtlich viel zu feige , sich den Realitäten hier in Salzburg zu stellen ! Nicht nur eine saftige KLAGE auf Herausgabe des Heimvertrages ist seit nunmehr fast 2 Jahren anhängig unerledigt, nein auch eine noch viel saftigere ANKLAGE wegen erpresserischer Entführung, Sklavenhalterei, permanenter Freiheitsberaubung und auch permanenter tagtäglicher Nötigung und noch viel mehr ist gerichtsanhängig und wird mit allen nur erdenklichen Tricks und Manövern endlos verschleppt. Siehe 146 umfangreiche Blogposts unter http://www.enthinderungsexperte !