5. Mai 2009: Verschiedenheit als Chance

Lebenshilfe macht mobil gegen Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen

Manfred Holub mit Blume in der Hand
Lebenshilfe Österreich

Am 5. Mai, dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen, zeigt die Lebenshilfe Farbe. Mit bunten Blumen und Grußkarten gehen Menschen mit Lernschwierigkeiten auf PassantInnen auf der Straße oder im Einkaufs­zentrum zu.

Ihre Botschaft: „Verschiedenheit ist unsere Chance.“ Agnes Friesacher, Kundin der Lebenshilfe Salzburg, sieht das so: „Das haben wir uns ja alle nicht bestellt, dass wir behindert sind. Wir sind einfach Menschen!“. Und Elisabeth Linhuber, ebenfalls Lebenshilfe-Kundin, ergänzt: „Ich fühle mich nicht behindert, wenn ich als Trompeterin mit der Musikkapelle unterwegs bin.“

Berührungsängste abbauen

Grundlage für die Aktion ist die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die erste Menschenrechtskonvention des 21. Jahrhunderts. Sie wurde im Vorjahr ratifiziert und sieht umfassende Barrierefreiheit vor. Was die Umsetzung betrifft, gibt es noch enormen Aufholbedarf.

„Es schmerzt, wenn Menschen mit Lernschwierigkeiten abweisend behandelt und in ihrem Wesen nicht akzeptiert werden. Behinderung ist keine Krankheit, es ist ein Anderssein“, ärgert sich Lebenshilfe-Präsident Univ.-Prof. Dr. Germain Weber und fordert auf, sich von Berührungsängsten zu verabschieden. Starrende Blicke, Ignoranz oder beleidigende Worte sind nur einige Diskriminierungen, denen Menschen mit Behinderungen in der Öffentlichkeit ausgesetzt sind.

Erfülltes Leben mit Behinderung

„Musste das sein?“, bekommen etliche Eltern zu hören, wenn sie ein behindertes Kind groß ziehen. Die Diagnose Behinderung kann eine Familie ziemlich durcheinander würfeln und sie mit Vorurteilen konfrontieren: lebenslange Isolation und Abhängigkeit von fremder Hilfe sind häufige Klischees, mit denen die Lebenshilfe Österreich aufräumen will.

Weber: „Wir unterstützen selbstbewusste Eltern dabei, dass ihre Kinder am öffentlichen Leben teilhaben können: Sie besuchen die normale Schule, machen beim Sportverein mit oder spielen Theater und arbeiten in einem arbeitsmarktorientierten Projekt. Die Lebensperspektiven von Menschen mit intellektueller Behinderung waren noch nie so gut wie jetzt.“ Von den gegenseitigen Begegnungen profitieren alle, vor allem durch Mitmenschlichkeit und Respekt vor dem Gegenüber.

Respekt vor dem Anderssein

Weber freut sich auf viele Gespräche und Diskussionen: „Wir wollen mit dieser Aktion die Vorurteile in der Bevölkerung gegenüber Behinderung ansprechen und abbauen. Gleichzeitig muntern wir die Leute zu einem Umdenken auf: Verschiedenheit ist nicht ein Problem, sondern eine Stärke. Genauso wie Behinderung keine Schwäche, sondern eine Herausforderung ist. Wir alle haben mehr davon, wenn wir uns für ein Miteinander entscheiden und ein Anderssein respektieren.“

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