Ableismus erkennen und begegnen

Neue Broschüre der ISL Deutschland e.V. klärt über Ableismus auf

Ableismus - was ist das denn?
ISL

Sollten Sie sich schon immer gefragt haben was Ableismus ist, dann hat die neue Broschüre der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben e.V. eine Antwort darauf.

Frau A. fährt nach der Arbeit mit dem Bus nach Hause. Der Busfahrer ist angesichts der Rollstuhlfahrerin, die in der rush hour mitgenommen werden möchte, deutlich genervt und fragt: “Muss das denn sein, dass Sie um diese Zeit fahren?” Frau A. antwortet, es handle sich keineswegs um eine Kaffeefahrt, sondern der Bus solle sie von ihrer Arbeit nach Hause bringen. Daraufhin schlägt die Ablehnung des Busfahrers in übertriebene Bewunderung um: “Oh, das ist gut, dass Sie Arbeit haben und arbeiten können!”

Kennen Sie solche oder ähnliche Situationen aus Ihrem Alltag auch? Sie werden nicht ernst genommen, Ihnen wird unterstellt, dass es sich aufgrund Ihrer Behinderung Ihre Zeit frei einteilen könnten oder Sie erhalten ein übertriebenes und unangemessenes Lob, wie am Ende des Beispiels? Hinter beidem verbirgt sich ein Mechanismus, den man Ableismus nennt.

Was ist Ableismus?

Ableismus enthält das Wort „able“. Das ist das englische Wort für „fähig sein“. Es bedeutet kurz gesagt, dass ein Mensch auf seine Behinderung reduziert wird. Das kann in Form einer offensichtlichen Abwertung sein, wie der erste Teil der Reaktion des Busfahrers oder auch in Form einer scheinbar positiven Reaktion, wie am Ende des Beispiels.

Ableismus verstehen und Strategien entwickeln

Dabei möchte die 20-seitige Broschüre helfen. Anhand von Erfahrungsberichten von Menschen mit Behinderungen aus Medizin, politischer Arbeit und Alltag wird der Mechanismus des Ableismus zunächst erläutert, anschließend werden verschiedene Strategien vorgestellt, wie man Ableismus begegnen kann.

„Das Verständnis dieses Konzeptes ist wichtig, um so manche unangenehme oder tief verletzende Erfahrung besser einordnen zu können“, so die Autorin der Broschüre, Dr. Sigrid Arnade. Auch optisch kann sich die Broschüre sehen lassen, der bekannte Cartoonist Phil Hubbe hat sie illustriert.

Die Broschüre ist über die Webseite von ISL kostenlos erhältlich.

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Ein Kommentar

  • Ich nenne das einfach „Verarschung“.