Abschaffung der Sonderschulen gefordert

Die Behindertensprecherin der Grünen, Mag. Helene Jarmer, fordert die "unverzügliche Umsetzung" der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung.

Helene Jarmer
GRÜNE

Dies geschah im Rahmen der Pressekonferenz„Immer noch Diskriminierung von Menschen mit Behinderung im Schulsystem. Schluss mit Almosen – Her mit den Rechten“.

Da Österreich schon vor drei Jahren die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung ratifiziert hat, zeigt sich Jarmer unzufrieden damit, dass seitdem „so gut wie nichts geschehen“ ist, wird sie im Standard zitiert. Sie fordert daher eine „unverzügliche Umsetzung“ der Konvention und dies bedeutet u.a. die Abschaffung der Sonderschulen und den inklusiven Unterricht als Regelfall.

Angetan zeigte sie sich vom Handbuch der Vereinten Nationen für Parlamentarier („Von Ausgrenzung zu Gleichberechtigung – Verwirklichung der Rechte von Menschen mit Behinderung„), welches kürzlich im Auftrag des Deutschen Bundestages ins Deutsche übersetzt wurde.

Die Verlängerung der Übergangsfristen im Behindertengleichstellungsgesetz für die Schaffung barrierefreier Schulgebäude bis 2019 bezeichnet Jarmer an sich als „eine Verletzung der UNO-Konvention“, die „von niemandem kontrolliert wird“.

Schon im Sommer 2010 hatte der Monitoringausschuss zur Einhaltung der UN-Behindertenrechtskonvention die Abschaffung der Sonderschulen gefordert. („Sonderschulen, das System des sonderpädagogischen Förderbedarfs sowie sonderpädagogische Zentren müssen durch ein inklusives Bildungssystem auf Basis menschenrechtlicher Prinzipien ersetzt werden, das das Wohl des einzelnen Lernenden in den Mittelpunkt stellt.“)

Im September 2010 legte die Lebenshilfe eine Stufenplan vor, wie Inklusion in Österreich umgesetzt werden kann.

Die zuständige Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) legte kürzlich einen Bildungsfahrplan vor. Einen klaren Fahrplan zur Inklusion sucht man darin vergeblich. Mehr als ein zaghafter Schritt zur Integration, zum Ausbau der Schulversuche an Polytechnischen Schulen und einjährigen Haushaltungsschulen wurde bisher nicht angekündigt.

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0 Kommentare

  • Es ist sehr bestürzend Sehen zu müssen wie in diesem Land mit den Kinderrechten umgegangen wird.
    Ich bin Vater zweier Kinder und kann ein Lied davon singen. Ich habe schon an den Bundespräsidenten geschrieben.Aber man bekommt von diesen Leuten nur hohle Phrasen zur Antwort. Hier kann nur der Druck der Straße etwas in Bewegung bringen.Eine andere Sprache verstehen die Herrschenden nicht!!

  • In jeder regulären Schule können Kinder „mit besonderen Bedürfnissen“ ihren Ansprüchen entsprechend gefördert und unterstützt werden alltäglich Wichtiges und Sinnvolles zu lernen, wenn es dazu die entsprechenden Rahmenbedingungen gibt! DAS ist meine Meinung dazu. Ich mache diesbezüglich keinen Unterschied, ob ein Kind leicht oder schwer behindert ist.

    Frau Helene Jarmer gestehe ich eine Weiterentwicklung zu und bin froh darüber. Von Inklusion halte ich was, von (Einzel-)Integration weniger, weil da passiert oft ein Spotten und Ausstoßen – selbst auch schon oft erlebt. Das hängt aber natürlich immer trotzdem von kompetenten Lehrpersonen ab, die sowas abwenden können.

  • super, das heißt auch alle gehörlosenschulen müssen weg. ist eine neue haltung von frau jarmer, noch gar nicht so lange her, da waren ihr solche „bildungsinstitute“ noch ganz ganz wichtig.

  • Bitte schert nicht immer ALLES & JEDEN über einen Kamm es kann nicht funktionieren! Jeder ist ANDERS suchen wir nach Lösungen die Personenbezogen sind und nicht Schema „F“ . Sonderschulen sind nicht nur Räume zum Lernen in diversen Gegenständen – IN DER SCHULE FÜR ALLE IN LINZ WAR ICH LANGE ZEIT DER ELTERNVEREINSOBMANN & DURFTE GEMEINSAM MIT DEN DAMALIGEN DIREKTOR ULLI WÖSS ERLEBEN WAS EINE SCHULE FÜR ALLE AUSMACHT.
    PÄDAGOGEN MIT HERZ UND VERSTAND SIND GEFRAGT OFT IST ES WICHTIGER EINE KLEIDUNG SICH SELBST ANZIEHEN ZU KÖNNEN ALS EINEN ZAHLENRAHMEN BIS 5 ZU ERLEBEN (nicht zu beherschen). Bitte schenkt den Menschen mit besonderen Bedürfnissen einen Platz zum leben nicht zum spotten – SONDERSCHULEN müssen bleiben!!! Freilich kann man sich vielleicht am Namen stossen aber die SINNHAFTIGKEIT dieser Einrichtungen ist wichtig.
    KRÜPPL, Behinderter, Erwerbsverminderter, usw. so werden Menschen mit besonderen Bedürfnissen genannt ALLES wird zum Unwort aber der Mensch dahinter bleibt der GLEICHE jeder hat ein eigenes ANFORDERUNGSPROFIL an die Gesellschaft und sei es die Sonderschule so gewährt es den Mensch!
    Begleit – Lehrer & Personal wird immer mehr eingesparrt – BITTE nehmt nicht ALLEN jede mögliche Hilfeleistung für ein bisschen Menschlichkeit!!!