Abtreibung behinderter Menschen in Debatte

ÖVP: Nicht bis zum neunten Monat

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Auseinandersetzungen gibt es um die Abtreibung behinderter Menschen, die bis zum neunten Monat straffrei ist, berichtet die Presse. FPÖ und nun auch die ÖVP wollen eine Änderung. Die SPÖ protestiert.

Bei schwerer Behinderung ist eine Abtreibung straffrei bis zur 40., der im Normalfall letzten, Schwangerschaftswoche möglich. Das geht ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger zu weit. Der „Presse“ sagt er: „Derzeit gibt es für Ärzte einen Freibrief. Behinderte sind einerseits bis zur Geburt vogelfrei, andererseits werden Behinderte bei ,Licht ins Dunkel‘ bemitleidet. Wir müssen ein Signal setzen und sollten die 24. Woche als absolute Grenze festschreiben.“ Ab der 24. Woche sei ein Kind außerhalb des Mutterleibes lebensfähig, so der Arzt. Rasinger will darüber und über eine genauerer Definition schwerer Behinderung eine Debatte unter Experten – und danach eine Gesetzesinitiative. An der Drei-Monats-Frist in allen anderen Fällen will er nicht rütteln.

Am Vortag hatte Sozialminister Herbert Haupt (FPÖ) vorgeschlagen, auch bei festgestellten schweren Behinderungen diese Frist einzuführen.

SPÖ-Frauensprecherin Barbara Prammer erklärte in der Presse, Diagnosen von Behinderungen seien erst später möglich. Frauen würden nach der 22. Woche keinen Arzt für eine Abtreibung finden. Alles andere seien „Projektionen von Horrorgeschichten und Schreckgespenstern, um die Fristenregelung ins Schwanken zu bringen“.

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