Abtreibung bei Behinderung? Nein, danke! Unterwegs für ein Österreich, in dem jedes Baby willkommen ist.

Am Samstag (5. August 2017) startete in Graz die heurige Pro Life Tour nach Wien.

Jugend für das Leben hält Transparent: 9 von 10 Kindern mit Down-Syndrom kommen nicht auf die Welt
Jugend für das Leben / Josef Büchsenmeister

Über zwei Wochen gehen viele Jugendliche von Graz in die Hauptstadt, um auf das Lebensrecht vorgeburtlicher Kinder einzutreten, dieses Jahr besonders jener mit einer Behinderung.

Verantwortliche aus Gesellschaft und Politik sollen darin bestärkt werden, Familien, die ein behindertes Kind erwarten, echte Hilfe anzubieten. Hauptanliegen der Jugendlichen ist die Schaffung von Alternativen zur Abtreibung für Frauen im Schwangerschaftskonflikt.

Kundgebung am Platz für Menschenrechte in Graz

Vergangenen Freitag veranstalteten Mitglieder der Jugend für das Leben eine Kundgebung zum Auftakt der Pro Life Tour auf dem Platz für Menschenrechte in der Grazer Innenstadt.

„Wir fordern eine offene Diskussion, in der die schwierige Situation vor allem jener Familien im Schwangerschaftskonflikt ernst genommen wird, die ein Baby mit Behinderung erwarten. Wir brauchen endlich Alternativen zum Schwangerschaftsabbruch und eine Diskussion ohne jegliche ideologische Scheuklappen“, so Myroslava Mashkarynets, Pressesprecherin von Jugend für das Leben.

„Auf Familien, die ein Baby mit Behinderung erwarten, lastet sehr oft ein großer finanzieller und gesellschaftlicher Druck. Wir können es uns nicht erlauben, dass fast alle von diesen Babys abgetrieben werden. Jeder Einzelne von uns muss einen Beitrag dazu leisten, dass unser Land ein Stück menschenfreundlicher wird.“, betont Myroslava Mashkarynets.

Die eugenische Indikation muss abgeschafft werden

„Jede Spätabtreibung wegen Behinderung ist eine Botschaft an mich, dass ich unwertes Leben bin.“, so Roman Scamoni bei der Auftaktveranstaltung zur Pro Life Tour. Scamoni ist gehbehindert und an den Rollstuhl gebunden. Die Suche nach einem behinderten Adoptivkind gab er und seine Frau auf.

„In Österreich gibt es keine behinderten Babys mehr, die zur Adoption freigegeben werden, weil alle abgetrieben werden.“, so Scamoni. Die eugenische Indikation stellt die Abtreibung von behinderten Kindern bis zur Geburt frei. „Wir brauchen ein Umdenken in Gesellschaft und Politik, Menschen mit Behinderung inkludiert und nicht selektiert werden. Die eugenische Indikation muss bei uns abgeschafft werden.“, so Mashkarynets.

Die Jugend für das Leben freut sich auf zwei ereignisreiche Wochen mit vielen Vorträgen, Aktionen und Gesprächen mit Personen des öffentlichen Lebens sowie Begegnungen mit den Menschen während der Tour.

Ein täglich aktualisierter Blog wird unter www.jugendfuerdasleben.at/pltblog geführt.

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5 Kommentare

  • Ich gehe mal davon aus, dass Herr Scamoni wohl kaum an den Rollstuhl „gebunden“ ist (dann sollte man ihn schleunigst losbinden!!), sondern einen Rollstuhl nutzt.

  • Also ich wäre sogar dafür, dem Kind eine Klage gegen die Eltern und den Staat in die Hand zu geben, je nachdem.
    Das hätte den Vorteil, dass sich nur wohlhabende Eltern ein Kind mit Behinderung leisten und der Staat auch darauf achtet.

    Viele Kinder mit Behinderung haben nicht nur die Behinderung zu tragen, sondern sind sozial auch ausgegrenzt. Jaja, ich weiß schon, da muss sich die Gesellschaft ändern und bla. Das wird aber nicht passieren und schon gar nicht müssen bis dahin Menschen leiden.

    Abtreibung ist keine optimale Lösung und es bleibt rechtlich und ethisch problematisch, dass es besondere Fristen für Gesunde und Behinderte gibt.
    Aber besser man setzt sich für eine Welt mit möglichst wenig Behinderung und Krankheit ein, sodass die Diagnose so früh wie möglich erfolgt. In der allgemeinen Frist stellt dies rechtlich kein Problem mehr da. Wenn unbegründet abgetrieben werden darf, dann erst recht mit Grund. Es ist daher auch eine ungeheure Bevormundung, dass eine Mutter nicht nach dem Geschlecht fragen und abtreiben darf.

    Fazit: Soweit wie möglich diese unsägliche eugenische Indikation verdrängen, gleichzeitig aber auch die Behinderung.
    In schweren Fällen wäre ich aber auch für das Abtreiben und ich befürworte auch die generelle Sterbehilfe ab 18. Ohne wenn und aber.

    • Ich leide allenfalls unter Menschen wie Ihnen, die glauben, eine Änderung der Gesellschaft liefe unter „und bla“ und unser Lebensrecht sei selbtverständlich infrage zu stellen. (Übrigens lustig, da Sie ebenfalls eine Änderung der Gesellschaft herbeiführen wollen, nämlich eine, die behinderte Menschen wieder vernichtet.) Was halten Sie denn davon, woanders zu trollen?

    • 1. Behinderten Menschen das Lebensrecht abzusprechen, ist Bestandteil der abscheulichen, menschenverachtenden NS-Ideologie.
      2. Sterbehilfe ab 18 Jahren? Sie verstehen weder etwas von der Komplexität und ethischen Tragweite dieser Thematik, noch etwas von jungen, heranwachsenden Menschen.
      3. Behinderung und Krankheit wird es immer in der Menschheitsgeschichte geben. Das ist mit Herausforderungen verbunden, aber genauso mit Vielfalt, Buntheit und Bereicherung.

    • An Lesebrille:
      Wie wäre es damit, anderer Meinung zu Respektieren anstatt zu unterstellen?
      Ich bin Betroffener und trotzdem nicht ihrer Ideologie anhängend, verzeihung.

      Wenn Sie unter Menschen wie mich leiden sollten, ist dies leider auch auf Ihre Behinderung zurückzuführen. Es wird einfach immer Menschen geben, die Behinderung als Leidensquelle betrachten und somit auch ihnen das Lebensrecht absprechen und ihnen letztendlich Leid zufügen werden.

      Wir sollten uns an Belgien und der Niederlande orientieren. Allerdings sollte mit der Volljährigkeit auch jeder sein Leben mit professioneller Hilfe beenden dürfen. Auch wegen Liebeskummer und bei völliger Gesundheit. Wo ist bitte das Problem, wenn jemand den Tod will und hinterher diesen Schritt nicht bedauern kann? Eben. Das Problem haben nur die Hinterbliebenen und daher sollen sie bitte auch selbst damit fertig werden. Falls gewünscht, können sie auch gleich nachfahren, friedlich und schmerzlos.


      An Tommy:
      Ich möchte aber nicht derjenige sein, der mit seiner Behinderung zur Vielfalt und Buntheit beiträgt. Diese Rolle hätte ich gerne unter Verzicht meines Lebens einem anderen überlassen. Wenn man schon ungefragt geboren wird, um nach den jahrenlangen Genuss von für jedermann erfreulichen Dingen wie Kindheit, Schulzeit und Arbeit ins Grab zu fallen, sollte der kleine Rest wenigstens passen. Das beste Leben ist schon Zumutung genug, was der gute alte Schopenhauer verständlich begründet hat. Schlechtere Umstände sind nicht tolerierbar und möglichst zu bekämpfen.