Änderung von Schulgesetzen: Statt Fortschritt nur Umbenennung

Kritische BIZEPS-Stellungnahme zur vorgelegten Pseudo-Aktivität des Bildungsministeriums. Inklusion wird wieder nicht umgesetzt.

BIZEPS
BIZEPS

„Der diskriminierende Begriff `schwerstbehindert` soll mit kommendem Schuljahr Geschichte sein und durch `SchülerInnen mit erhöhtem Förderbedarf` ersetzt werden“, kündigte Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) an.

Wenig später ging ein Gesetzesentwurf in Begutachtung.

Ministerium verwaltet Stillstand

„Die Absicht mit dieser Novelle sprachliche Diskriminierungen zu beseitigen, ist nachvollziehbar und scheint verfolgenswert“, schreibt BIZEPS in seiner Stellungnahme. Beseitigung von sprachlichen Diskriminierungen ist auch laut Nationalem Aktionsplan Behinderung (NAP) eine umzusetzende Maßnahme.

Kritisch muss allerdings angemerkt werden, dass mit dieser vom Bildungsministerium vorgelegten Novelle wieder nur eine Maßnahme zur Umbenennung von aussondernden Strukturen vorgelegt wird. BIZEPS verweist in diesem Zusammenhang auf die im Vorjahr erfolgte Umbenennung von SPZs in Zentren für Inklusiv- und Sonderpädagogik (§ 27a Schulorganisationsgesetz).

„Es ist befremdlich, dass die Aktivitäten des Bildungsministeriums über das Umbenennen von menschenrechtlich inakzeptablen Strukturen derzeit noch nicht hinaus gehen. Die Novelle erweckt daher in diesem Punkt daher den Eindruck einer Art Pseudo-Aktivität“, fasst BIZEPS kritisch zusammen.

Diese Novelle setzt weder maßgebliche Aspekte des Artikel 24 der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen um, noch werden die UN-Handlungsempfehlungen im Rahmen der UN-Staatenprüfung Österreichs aus dem September 2013 berücksichtigt. Exemplarisch sei hier die Kritik des UN-Fachausschusses an Österreich zitiert, „dass unzureichende Anstrengungen unternommen wurden, um inklusive Bildung von Kindern mit Behinderungen zu unterstützen“.

Die BIZEPS-Stellungnahme – die auch viele Beispiele von möglichen Umsetzungsmaßnahmen zu mehr Inklusion enthält – ist als Word-Datei bzw. PDF online verfügbar.

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

0 Kommentare

  • zum Thema SPZ oder „Zentren für Inklusiv- und Sonderpädagogik“ muss ich noch einen weitern Punkt die SPZ’s zu erhalten anführen; es wurde für Integrationsschüler eine verpflichtender 9. Schuljahr eingeführt ohne dem eine Schulabschlusszeugnis zu erlagen nicht möglich ist obwohl die letzte NMS Schuljahr nach SPF-Lehrplan in der 8. Schulstufe erfolgreich abgeschlossen ist. Das 9. Schuljahr soll in einer SPZ zwecks Berufsorientierung besucht werden (was in Prinzip ganz in Ordnung wäre) werden. Dazu möchte ich bemerken, dass in der NMS Berufsorientierung in jeder Schulstufe angeboten wird, also 4 Jahre durchgehen. Die SPF-Schüler haben da also keine freie Schulwahl für die 9. Schulstufe. Die „Normalen“ Schüler bekommen sehr wohl nach der Erfolgreichen Abschluss der 8. Schulstufe diesen Schulabschlusszeugnis und haben danach Möglichkeit nach ihre Wahl eine Schule auszusuchen wo die 9. Schulstufe besucht werden soll z. b. in einer Polytechnische…. Es ist schon ein merkwürdiger Vorgang? Die SPF-Schüler bemerken sehr wohl bei Zeugnisverteilung nach der 4 Klasse dass sie nicht gleich behandelt werden. Ob die Schüler dann in einer SPZ ihre letzte Schulbesuchsjahr absolvieren oder nicht soll doch freiwillig und nach wünschen der Schüler erfolgen?