Ärztekammer beharrt auf Forderung nach E-Card für alle

Dorner: "Zugang zum Gesundheitssystem muss für alle gleich sein" - Ärztekammer spricht von "bürokratischer Stigmatisierung"

Walter Dorner
Ladstätter, Markus

Angesichts der seit dem Vorjahr stark angestiegenen Arbeitslosenzahlen beharrt die Ärztekammer für Wien auf ihrer langjährigen Forderung, „sämtliche Sozialhilfebezieher sofort mit einer E-Card auszustatten und damit der Diskriminierung von sozial schwächer gestellten Menschen im Gesundheitssystem ein Ende zu bereiten“. Es sei Aufgabe der Politik und des Hauptverbands, den Zugang zum Gesundheitssystem für alle in Österreich lebenden Menschen gleich zu gestalten, meint Ärztekammerpräsident Walter Dorner.

In Österreich verfügen – nach Angaben des Sozialministeriums – derzeit etwa 100.000 Menschen über keine E-Card, etwa 20.000 davon beziehen Sozialhilfe und müssen vor dem Arztbesuch einen Krankenschein vom Sozialamt einholen. Dieser Papierschein ist vom Patienten in der Ordination vorzuweisen. In der Folge schickt der Arzt die Rechnung für die erbrachte Gesundheitsleistung an eine Abrechnungsstelle – in Wien ist diese in der Ärztekammer angesiedelt -, die wiederum dem Sozialamt die Leistung in Rechnung stellt.

Durch die fehlende E-Card und die damit verbundene Ausweisung in Papierform werde der Patient -„der ja ohnehin schon durch den Bezug der Sozialhilfe stigmatisiert wird“ – noch mehr in den gesellschaftlichen Abgrund gedrängt, kritisiert Dorner. Es sei daher nicht nachvollziehbar, warum nicht auch Empfänger von Sozialhilfe eine E-Card erhalten sollten und die Ordination „auf dieselbe Art und Weise, wie alle anderen Österreicherinnen und Österreicher auch, aufsuchen können“, so der Ärztekammerpräsident.

Zudem warnt Dorner davor, dass – bedingt durch die aktuelle Arbeitsmarktsituation – die Anzahl an Sozialhilfebeziehern zukünftig noch stark zunehmen werde und die Sozialämter mit den daraus entstehenden Kosten überfordert würden. Die Verrechnungsstelle der Wiener Ärztekammer habe bereits eine mehrmonatige Verzögerung der Leistungsabgeltungen durch das Sozialamt bemerkt.

„Bereiten wir dieser bürokratischen Diskriminierung endlich ein Ende. Der Arztbesuch sollte für niemanden ein Stigma bedeuten, sondern für alle in Österreich lebenden Menschen eine Erleichterung darstellen“, so Dorner abschließend.

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0 Kommentare

  • Hundsdorfer weiss nicht einmal, dass es in Österleich eine Kastenmedizin gibt. Wenigstens bei der ÄK regt sich sowas wie ein schlechtes Gewissen. Den Drr. von der Zahnmedizin ist aber auch das nur schnurz, die reparieren Sozialhilfebeziehern keinen Zahn mehr, selbst gesunde Zähne reissen die den Sozialhilfebeziehern schnurz raus….

  • Wenn sich der Sozialminister schon für die Verschiebung der Mindestsicherung ausgesprochen hat dann soll er sich doch wenigstens für die Einführung der E-Card für Sozialhilfeempfänger und andere sozial Schwache stark machen und somit der Diskriminierung dieser ohnedies schon benachteiligten Menschengruppe ein Ende setzen!

  • Abgesehen von der Stigmatisierung kommt es sicher vor, dass Leute nicht zum Arzt gehen, auch wenn es nötig ist.
    Das ist keine Ersparnis für die Gesellschaft, da dadurch Krankheiten oft verschleppt werden und dann schwieriger zu behandeln sind, wenn sie schon chronisch sind. Österreich ist ja so stolz auf sein Gesundheitssystem und die Früherkennung – das muss für alle gelten!
    Auch kann ich mir nicht vorstellen, dass es nicht ein bürokratischer Mehraufwand ist, wenn Leute den Krankenschein holen und die Ärzte dann eine gesonderte Verrechnung durchführen müssen.