AK: Menschen mit Behinderung brauchen flächendeckende Fördersysteme

Dass ein besonderes Augenmerk auf Menschen mit Behinderungen und auf ihre Bildungschancen zu legen ist, zeigen die Arbeitsmarktdaten.

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„Menschen mit Behinderungen haben im täglichen Leben wie auch auf dem Arbeitsmarkt mit Barrieren und Vorurteilen zu kämpfen. Sie sind eine von Armut und Armutsgefährdung überdurchschnittlich stark betroffene Gruppe. Es ist die Aufgabe der Gesellschaft dagegen verstärkt Maßnahmen zu ergreifen. Da die Weichen für das Leben bereits früh gestellt werden, ist sicherzustellen, dass sie die notwendige Unterstützung für eine gute Bildung im allgemeinen Bildungssystem erhalten“ sagt die stellvertretende AK Wien Direktorin Alice Kundtner anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderungen.

Die bestehenden Fördersysteme müssen weiterentwickelt und flächendeckend angeboten werden. Ziel muss es sein, dass ein Rechtsanspruch auf Förderleistungen wie Frühförderung, schulische Förderung und Ausbildungsförderung verankert wird.

Dass ein besonderes Augenmerk auf Menschen mit Behinderungen und auf ihre Bildungschancen zu legen ist, zeigen die Arbeitsmarktdaten. Denn – ungeachtet der Änderungen des Behinderteneinstellungsgesetzes – hat sich die Situation von Menschen mit Behinderung keineswegs verbessert, im Gegenteil: deren Arbeitslosigkeit ist deutlich gestiegen. Laut aktuellen Daten des Arbeitsmarktservice waren im Oktober 2012 rund 40.000 Menschen mit Behinderungen arbeitslos gemeldet. Dies stellt einen absoluten Anstieg von Oktober 2010 auf Oktober 2012 um 5.900 Menschen mit Behinderungen dar.

„Auch bei Menschen mit Behinderung gilt: Bessere Bildung, bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, sagt Kundtner. Arbeit sichert ein selbstbestimmtes Leben, daher brauchen Menschen mit Behinderungen einen diskriminierungsfreien Zugang zu sozialversicherungsrechtlich abgesicherter und existenzsichernder Erwerbsarbeit.

Für Menschen, die im ersten Arbeitsmarkt nicht dauerhaft erwerbstätig sein können, bedarf es stabiler und dauerhafter Beschäftigungsmöglichkeiten in einem zweiten oder erweiterten Arbeitsmarkt. Von zentraler Bedeutung ist jedenfalls, dass die Verwirklichung der Gleichstellung von den Unternehmen ernst genommen wird und sie Menschen mit Behinderungen die Chance einer Beschäftigung geben.

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0 Kommentare

  • „Arbeit sichert ein selbstbestimmtes Leben“ – hmmm, das ist mir auch neu. Umgekehrt trifft wohl eher zu: ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht erst ev. ein Arbeiten.