AKNÖ fordert detailliertes Bildungskonzept für Menschen mit Behinderung

Haneder: "Irritiert über angebliche Einigung, dass Sonderschulen beibehalten werden"

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Die Landesschulräte haben sich offenbar geeinigt, die Sonderschulen in Österreich beizubehalten.

In der Niederösterreichischen Arbeiterkammer zeigt man sich von der Entscheidung beunruhigt. Statt an alten Konzepten festzuhalten sollte es endlich ein umfassendes Konzept geben, wie die Inklusion von Kindern mit Behinderung ins Schulsystem funktionieren kann.

„Drei Jahre lang ist nichts geschehen und jetzt einigen sich die Landesschulräte, dass das so bleiben soll“. Reinhard Schmitt, AKNÖ-Experte für Menschen mit Behinderung schüttelt den Kopf. Seit 2008 gilt auch in Österreich die UN-Konvention für Menschen mit Behinderung. Diese fordert wörtlich „ein integratives Bildungssystem auf allen Ebenen“. Die Unterzeichnerstaaten hätten Sorge zu treffen, dass, „Menschen mit Behinderungen innerhalb des allgemeinen Bildungssystems die notwendige Unterstützung geleistet wird, um ihre erfolgreiche Bildung zu erleichtern“.

Aus Sicht von Experten Schmitt hapert es in Österreich mit der Umsetzung: „2008 hat die Republik die Konvention ratifiziert und bis heute gibt es kein Konzept, wie eine vollständige Inklusion von Kindern mit Behinderung ins Bildungssystem funktionieren soll. Das ist eine magere Bilanz, vor allem, wenn ich mir die existierenden Probleme ansehe.“

Allen Fortschritten der vergangenen Jahre zum Trotz gebe es nach wie vor Schulen, die mit Kindern mit Behinderung überfordert seien. „Das reicht von bautechnischen Maßnahmen bis dahin, dass LehrerInnen oft nur unzureichend geschult sind. Ich kenne zum Beispiel einen Fall, wo ein Kind mit Behinderung zuerst ganz normal in Volks- und Hauptschule gegangen ist. Die Polytechnische Schule war aber so ungenügend auf ein Kind mit Behinderung vorbereitet, dass die Mutter es lieber für das letzte Schuljahr in eine Sonderschule gegeben hat.“

Klar sei, dass es die Inklusion, wie es im Fachjargon heißt, nicht von heute auf morgen geben könne. „Dazu brauchen wir ein umfassendes Konzept“, sagt der Experte. AKNÖ-Präsident Hermann Haneder fordert das Unterrichtsministerium auf, dieses Konzept rasch bereitzustellen. „Erfahrungen aus Österreich und anderen Ländern gibt es ja schon. Und ganz wichtig ist, dass Menschen mit Behinderung eingebunden werden.“ Am Ende müsse ein integratives Konzept herauskommen „das den Namen auch wirklich verdient“.

Das würde heißen: „Keine Sonderschulen mehr. Dass sich die Landesschulräte, die gar nicht für solche Konzepte zuständig sind, darauf geeinigt haben, die Sonderschulen beizubehalten, irritiert mich. Und im Übrigen: Menschenrechte gelten auch im Schulsystem.“

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