aktion leben fordert Respekt vor Kindern mit Down-Syndrom

International entscheiden sich 90 bis 95 der Eltern, bei deren Kind Down-Syndrom festgestellt wird, für einen Schwangerschaftsabbruch. Wie viele Paare in Österreich betroffen sind und wie viele Kinder mit Down-Syndrom nicht auf die Welt kommen, weiß niemand. Eine Statistik über Abtreibungen aus diesem Grund, über Spätabbrüche gibt es genauso wenig wie die Statistik der Abbrüche, die innerhalb der Fristenregelung durchgeführt werden.

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Etwa 50 Prozent aller chromosomalen Auffälligkeiten, die mittels Pränataldiagnostik gefunden werden, betreffen das Down Syndrom. Es wird geschätzt, dass sich 90 bis 95 Prozent der Eltern bei Diagnose „Down-Syndrom“ für einen Abbruch der Schwangerschaft entscheiden.

Wie viele es genau sind und wie sich die Zahlen entwickeln, weiß niemand, da keine Statistiken über Spätabbrüche geführt werden. Ebenso wenig werden die Indikationen dafür veröffentlicht.

Wissen über Vorgänge fehlt

„Wir vermissen jegliche Bereitschaft mancher Parteien, sich mit der Problematik der Spätabbrüche auseinanderzusetzen“, so Mag. Martina Kronthaler, Generalsekretärin von aktion leben. Sie verweist einmal mehr auf die Bürgerinitiative „Fakten helfen!“, mit der der unabhängige Verein eine anonyme Statistik über Schwangerschaftsabbrüche fordert.

„Damit würden natürlich auch die Spätabbrüche gezählt werden. Man wüsste, in welcher Schwangerschaftswoche diese durchgeführt werden und welche Diagnosen diesen vorausgehen.“

Kinder nicht einmal eine Notiz wert

Unverständlich findet Kronthaler, dass die wegen Down-Syndrom abgetriebenen Kinder nicht einmal eine Notiz in den Gesundheitsstatistiken wert sind. Sie kommen nicht vor. „Das ist eine unglaubliche Respektlosigkeit den Kindern gegenüber und auch den Paaren, die mit dieser dramatischen Wendung in ihrer Schwangerschaft in eine existenzielle Krise geraten.“

Spätabbrüche sind Abbrüche ab der 16. Schwangerschaftswoche, die durch eine Einleitung der Geburt erfolgen. Ab der 23. Schwangerschaftswoche ist der Fötus lebensfähig, weshalb – das Einverständnis der Eltern vorausgesetzt – ein Fetozid der Geburtseinleitung vorausgeht. Abbrüche nach einem auffälligen pränatalen Befund sind immer Spätabbrüche, da erst dann die genetischen und damit weitgehend verlässlichen Tests gemacht werden können.

Menschen mit Down-Syndrom gehören zu uns

aktion leben mahnt dazu, die Betroffenen mit diesem Thema nicht allein zu lassen. „Es ist die ganze Gesellschaft gefordert. Denn nur wenn Menschen mit Down-Syndrom selbstverständlich als Teil der Gesellschaft gelten, werden sich mehr Frauen und Familien dazu entscheiden, auch diese Kinder anzunehmen. Mehr Aufklärung wäre dringend nötig, aber auch ein Überdenken der Praxis der Pränataldiagnostik.“

Ein Screening auf Down-Syndrom lehnt aktion leben ab.

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