Arbeitslosigkeit steigt und steigt

Die Arbeitslosigkeit ist im Juli um 18.126 oder 8,6 Prozent auf 227.869 angestiegen, informiert das Sozialministerium in einer Aussendung am 3. August 2012 und tut - ja was eigentlich? Ein Kommentar.

BM Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
BMASK

Besonders stark sind wieder behinderte Menschen vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen.

In der Aussendung des Sozialministerium wird dies so erklärt: „Die starke Zunahme der Arbeitslosigkeit von behinderten Menschen (+18,7 Prozent) liegt vor allem an der verstärkten Erfassung: Die vollständige Erfassung der Personen mit v.a. Behindertenpass wird seit Jahresbeginn vom AMS vorangetrieben.“

Als Hintergrund wird erklärt: „Nur wenn behinderte arbeitslose Menschen erfasst werden, können AMS MitarbeiterInnen auf ein reserviertes Budget zur Unterstützung für behinderte Menschen in Höhe von 10 Mio. Euro zugreifen. Das bedeutet, dass die statistische Erfassung von Personen mit Behindertenpass vor 2012 noch nicht vollständig war und diese jetzt schrittweise vervollständigt wird.“

Nur ein statistisches Problem?

Es ist schon sehr merkwürdig, wenn das Arbeits- und Sozialministerium behinderten Menschen erklären will, dass nur deswegen die höhere Arbeitslosigkeit ausgewiesen wird, weil nun angeblich mehr behinderte Menschen auch als behinderte Menschen in der Statistik auftauchen. (Würde die Arbeitslosigkeit hingegen sinken, wäre dies sicherlich der erfolgreichen Arbeitsmarktpolitik Sozialminister Hundstorfers geschuldet und sicherlich nicht der Statistik, wetten?)

Man könnte bei dieser Gelegenheit fragen, ob alle bisherigen Statistiken falsch und lückenhaft waren. Man könnte aber auch fragen, ob es nicht auch ganz andere Faktoren gibt, warum die Arbeitslosigkeit unter behinderten Menschen massiv steigt.

Ministerium ignoriert noch immer die Fakten

Die Arbeitslosigkeit bei behinderten Menschen steigt in letzter Zeit kontinuierlich. Wer nun glaubt, dass das Sozialministerium massiv gegensteuert, irrt gewaltig.

Der Geschäftsbericht des Bundessozialamtes (dort werden die Beschäftigungsoffensiven für behinderte Menschen gebündelt und finanziert) zeigte im Vorjahr eine tiefrote Kürzungsspur.

Im Vergleich zum Vorjahr wurde das Budget des Bundessozialamtes von 174,9 Mio. Euro auf 149,2 Mio. Euro zusammengestrichen. Dies ist ein Minus von rund 15 %!

Auch die im Jahr 2010 durchgeführte Veränderung des erhöhten Kündigungsschutzes (dieser tritt erst nach 4 Jahren statt wie früher nach 6 Monaten ein), brachte bisher keine merkbaren Verbesserungen.. Im Gegenteil die nun veröffentlichen Zahlen sprechen eine klare Sprache.

Wie von der Behindertenbewegung schon immer gefordert, könnte die Ausgleichstaxe endlich auf ein realistisches Niveau erhöht werden, wenn Betriebe der Einstellungspflicht nicht nachkommen.

„Es gilt zu hinterfragen, ob die Höhe der ‚Behindertenausgleichstaxe‘, die derzeit maximal 345 Euro im Monat beträgt, ausreichend ist“, meint auch vida-Vorsitzender und ÖGB-Arbeitsmarktsprecher Rudolf Kaske, der verlangt, dass „Betriebe, die bei der Einstellung von Menschen mit Behinderung säumig sind, stärker in die Pflicht genommen werden“.

Wann wird der Arbeits- und Sozialminister aktiv?

Alle diese Maßnahmen könnte man als Arbeits- und Sozialminister Rudolf Hundstorfer setzen – und sicherlich noch viele weitere, wie beispielsweise wieder ausreichend behinderte Menschen im Bundesdienst einstellen.

Könnte man, muss man aber nicht. Es reicht dem Sozialminister anscheinend, auf ein statistisches Problem zu verweisen und zur Tagesordnung überzugehen, oder?

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0 Kommentare

  • Sie haben Recht und ich bin nicht glücklich mit der Gesellschaft in der wir leben, aber das ist die Realität! Die Praxis zeigt doch, dass behinderte Menschen nur dann eine Chance haben einen Job zu bekommen, wenn Sie überdurchschnittlich gut qualifiziert sind. Und das in einer Branche wo Nachfrage besteht und/oder wenn es sich um eine „geringfügige“ Behinderung handelt. Ansonsten haben sie keine Chance. Viele der Kommentare und Vorschläge auf der Seite gehen aber von einer Traum-Welt aus und die haben wir nicht! Wir leben in einer Welt der Profitmaximierung von persönlichen Kontakten, wo sich Menschen fragen, was habe ich davon bis natürlich im Beruf.

  • Lieber Guenter, Die Probleme, die Sie schildern, betreffen auch so genannte „gesunde“ Arbeitnehmer – Es kommt auf das Arbeitsklima, die Rahmenbedingungen aber auch auf die Arbeitskollegen an, ob behinderte Arbeitnehmer vollwertig in den freien Arbeitsmarkt integriert werden können. Positive Beispiele gibt es ja genug. Jedoch in der „Haifischzeit“, wo Profitmaximierung an oberster Stelle steht, ist natürlich kein Platz für behinderte Abeitnehmer, speziell. wenn sie eine Mehrfachbehinderung haben und Vorurteile überwiegen.
    Utopisches Szenario: Die so genannte Leistungsgesellschaft ist Vergangenheit, alle Steuern auf Arbeit wurden abgeschafft. Es gibt keine Vorurteile gegenüber behinderten Mitbürgern, sie sind seit Jahrzehnten völlig in die Gesellschaft inkludiert und sind fester Bestandteil in der Arbeitswelt… Momentan hilf nur eine Erhöhung – Anpassung – der Ausgleichstaxe…

  • Das stimmt alles, aber wenn sie mit Unternehmern reden, dann werden die ihnen auch sagen, dass abgesehen von allen finanziellen und rechtlichen Überlegungen ganz einfach auch ein Argument da ist: Warum soll ich mir das antun – wenn es genügend gesunde Menschen am Arbeitsmarkt gibt? Und eines ist dabei auch fatal: die These, dass behinderte Menschen immer gleich leistungsfähig wären! Das stimmt machmal, abhängig von der Beschäftigung. Oft ist aber tatsächlich eine Leistungseinschränkung vorhanden, die Leute kommen mit ihrer Behinderung selbst nicht klar, oder die Rahmenbedingungen im Arbeitsbereich passen nicht. All diese Probleme hat der Arbeitgeber bei einem Gesunden nicht! Wäre also irgendwie nicht sehr logisch, sich das anzutun, wenn es sich nicht um einen Bürojob handelt, wo es wirklich nicht ins Gewicht fällt. Sie sollten nicht vergessen wir leben in einer Leistungsgesellschaft und wenn jemand Teil davon sein will, dann muss er den Kriterien entsprechen, ansonsten ist es besser er bleibt draussen und bekommt eine sonstige Leistung vom Staat.

  • Artikel zum Thema im Standard


    Menschen mit besonderen Bedürfnissen finden oft nur schwer in die Arbeitswelt. Schuld daran sind starre Strukturen im Bildungsbereich und auf dem Arbeitsmarkt, von der Sonderschule bis hin zur Invaliditätspension mit 35 Jahren.

  • Ich teile die Sicht auf die ÖAR, bei Barrierefreiheit Top, was Rehab anlangt Flop, um das auf den Punkt zu formulieren. Ein erster Schritt wäre Informationen zu allen Themen gleichermaßen zu präsentieren. Was soll ich von einer ÖAR erwarten, die auf der ersten Seite zweimal einen Unterseite zu Barrierefreiheit anbietet (wobei das absolut wichtig ist, um micht nicht falsch zu verstehen), aber eine Unterseite zum Thema Rehab wäre ebenfalls absolut notwendig, weil das wichtig wäre – wenn man die Möglichkeiten jener Betroffener verbessern will, in den Arbeitsmarkt integriert zu werden.

  • Ich sehe das differenziert: Im Bereich Barrierefreiheit ist einiges auf den Weg gebracht worden und gute Bewusstseinsarbeit passiert in der Ära Riha – wofür ihm und seinem Team Dank gebührt. Allerdings bestimmt die eigene Betroffenheit aber ganz offensichtlich die Arbeitsschwerpunkte. Stiefmütterlich wurden beispielsweise die Bereiche – Bewusstseinsarbeit für chronisch kranke und behinderte Menschen und Rehab behandelt. Vor allem wenn jetzt auch noch der IV-Pension Zugang gesperrt wird, gibts da Tausende Menschen die in der Luft hängen. Behinderte Menschen deren Barrieren endlich in den Focus der ÖAR rücken sollten. Alleine schon weil es eine große Gruppe ist. Lassen wir uns überraschen, wenn man neue Gruppen einladen möchte und für mehr Menschen Ansprechpartner sein will, dann müsste man neue Schwerpunkte setzen. Auf der neuen ÖAR Homepage gibts das Thema Barrierefreiheit ganz breit – das ist zweifellos wichtig. Ich frage mich aber, wo bleibt die Rehabilitation und viele andere Frage in dem Kontext für die Gruppe von behinderten Menschen. Ich hoffe da auf einen Erkenntnis- und Diskussionsprozess innerhalb der ÖAR!

  • Dann sind in seine (Riha) Ära sicher auch die „Leben als Schaden“, „Biologisierung des Politischen“, „eugenische Kindesweglegung“ Entscheidungen des OGH gefallen. Und damit die versäumte Bekämpfung dieser Todsünden des Behindertenschutzes!
    Also keine „Betriebsblindheit“ sondern AKTIVES, BEHARRLICHES WEGSCHAUEN!!!

  • Eddi Riha ist ja schon in der „Pensi“… und hat in über 30 Jahren einiges erreichen können – Sicherlich wird man in den vielen Jahren auch etwas „Betriebsblind“… Zu beneiden ist sein oder seine Nachfolger_in nicht.

  • Sollte es stimmen, dass nur der Riha in der ÖAR anschafft, so ersuche ich die „Damen“ von der ÖAR wenigstens mitzuteilen, dass sie eben nicht den Stuss entschieden haben, der ihre Unterschriften trägt! Eine klare distanzierung also! Immerhin könnte dieser Riha-Mist ja auf das gesamte weibliche Geschlecht abfärben…

  • Zur Erinnerung an den ÖAR was die Zahl der Menschen mit Behinderung anlangt, wen man alles zu vertreten hätte und wie viele ohne Sozialleistung komplett in die Armut abrutschen würden, weil viele keine Arbeit haben oder nur unzureichend beschäftigt sind. Aber natürlcih kann man wieder mal eine Projekt machen, damit ein paar nichtbehinderte Menschen beschäftigt sind und wo man dann mit ein paar Vorzeigefällen in die Öffentlichkeit geht. Unerwähnt bleibt dabei, wie wenigen dauerhaft tatsächlich geholfen wurden…

    Laut einer Erhebung der Statistik Austria sind die häufigsten dauerhaften Beeinträchtigungen Probleme mit der Beweglichkeit: Hochgerechnet rund eine Millionen Menschen – das sind 13 Prozent der heimischen Bevölkerung – in Privathaushalten sind davon betroffen. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer (14,1 Prozent zu 11,9 Prozent). Etwa 0,6 Prozent (rund 50.000 Personen) der heimischen Bevölkerung sind auf die Benutzung eines Rollstuhls angewiesen.

    Etwa 3,9 Prozent (318.000) haben Probleme mit dem Sehen. 2,5 Prozent (205.000) haben mit nervlichen und psychischen Problemen zu kämpfen: Diese Probleme treten bereits im Alter zwischen 20 und 60 Jahren relativ häufig auf. Weitere 2,5 Prozent (202.000 Personen) der Österreicher haben Schwierigkeiten mit dem Hören. Ein Prozent (85.000) hat geistige oder Lernprobleme und 0,8 Prozent (63.000 Personen) beim Sprechen.

    34 Prozent der Männer und Frauen zwischen 16 und 64 Jahren mit einer Behinderung im engeren Sinn sind erwerbstätig, davon arbeiten 28 Prozent Voll- und sechs Prozent Teilzeit. 36 Prozent sind in Pension, 13 Prozent arbeitslos. „Gäbe es keine Sozialleistungen, würden 59 Prozent der behinderten Männer und 61 Prozent der behinderten Frauen im erwerbsfähigen Alter unter der Armutsgefährdungsschwelle leben“, heißt es im Bericht der Bundesregierung

  • Das ist formal korrekt, aber die Realität schaut wohl so aus: Das Sagen haben die Männer, zur Dekoration gibts ein paar Weiblein. Auf das -Innen können wir getröst vergessen! Schon neugierig, wer dem Riha nachfolgt (ich denke, der hatte mal gute Ideen – die faktische Dimension der Realität hat ihn und seine Ideen aber vom Winde verweht). Man wird nachdem ein Inserat im Standard geschalten war, so ein Pseudoverfahren machen und am Ende wird es dann der Kanditat des BMASK, vielleicht sogar eine Kanditatin falls Sie ausreichend angepasst ist, was sonst! Damit die ÖAR weiterhin möglichst viele Gruppen nicht vertritt, das Thema Reha stiefmütterlich behandelt, keine Klagen einbringt und politisch brav ist. Und für den Minister praktisch, weil man dann immer die Experten an der Hand hat, die angeblich die „Behinderten“ vertreten: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“

  • Wenn schon, dann „SchleimscheisserInnen“ in der ÖAR. Oder auch „Schleimscheisser_innen“ in der ÖAR. Am Stubenring. Der bestens geeignete Fussabtreter des BMASK.

  • Zynismus zum Quadrat!

    Gerade dem AMS, dass kranke und behinderte Menschen quält und traktiert wieder mal ganz unkritisch gegenüber zu stehen, ist typisch für die „Schleimscheisser“ vom ÖAR! Man versucht die Leute aus dem Bezug zu bringen, in SÖBs und Kurse abzuschieben und zu coachen, aber eine tatsächliche Integration am Arbeitsmarkt (1. Arbeitsmarkt!!!) bleibt oftmals reine Augenauswischerei – leider mit freundlicher Unterstützung von diversen Behindertenorganisationen!

    Arbeitsmarktservice Österreich und Menschen mit Behinderungen

    (ams) Gerade für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen und Behinderungen weist der Arbeitsmarkt oftmals enorme Barrieren auf. Dies zeigt sich auch an den Arbeitslosenquoten. Zum Beispiel beträgt vom Gesamtbestand aller arbeitslos vorgemerkten Personen der Anteil von Menschen mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen im ersten Quartal 2012 14%.. ÖAR Homepage…

  • Wirbel um Jobabsage für chronisch Kranken
    Der Fall jenes Vorarlbergers, den die Post wegen der Krankheit Morbus Crohn als Zusteller abgelehnt haben soll, schlägt in den österreichischen Medien hohe Wellen. Der 26-Jährige bekam inzwischen ein Jobangebot eines privaten Paketzustellers.

    Der Fall des 26-jährigen Daniel, über den der ORF Vorarlberg berichtet hatte – mehr dazu in Post: Kein Job wegen Morbus Crohn? – schlägt nun österreichweit hohe Wellen.

    80.0000 Menschenleiden in Österreich unter chronischen Darmentzündungen wie der Autoimmunerkrankung Morbus Crohn. Mit entsprechenden Therapien ist die Krankheit gut beherrschbar.
    Der 26-jährige Vorarlberger wurde von der Post AG als Zusteller wegen seiner Morbus-Crohn-Erkrankung abgelehnt – so vermuten Personalvertretung und Postgewerkschaft. Dies bestreitet die Post jedoch und begründet ihre Absage mit mangelnder Arbeitsqualität des Bewerbers.

    Grosz (BZÖ): Absage ist „Sauerei“
    Inzwischen hat Daniel ein Jobangebot von der Konkurrenz der Post bekommen. Ein privater Paketzusteller interessiert sich für den 26-Jährigen. Die Absage der Post dagegen bleibt aufrecht, wie Pressesprecher Stephan Fuchs heute erneut bestätigt.

    Für den BZÖ-Nationalratsabgeordneten Gerald Grosz, selbst von Morbus Crohn betroffen, ist die Absage der Post wörtlich eine „Sauerei“. Für Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) wäre es ein Leichtes, meint Grosz, über die Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG) den Generaldirektor der Post an die Grundregeln sozialen Handelns zu erinnern. Die Post stehe immerhin zu 51 Prozent im Eigentum der Republik. Von Finanzministerium Fekter war keine Stellungnahme zu bekommen. Ein Sprecher verwies auf die Post AG.

  • Die Arbeitslosigkeit von MmB kann nur durch eine tatsächliche Einstellungspflich von MmB für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen- ohne die Möglichkeit des Freikaufens- verringert werden!

  • Die AMS Politik von Sozialminister Hundstorfers ist ein reines Versteckspielchen von Arbeitslosen sonst nichts. In anderen Ländern wie z.Bsp.: Spanien werden die Zahlen real in der Öffentlichkeit genannt. Bei uns werden die Menschen in Zwangsmaßnahmen (Deppenkurse) gesteckt, um die Arbeitslosenrate niedrig zu halten.
    Der Steuerzahler muß dafür fest blechen (angeblich rund 500 Millionen Euro jährlich). Diese Politik muß abgewählt werden. Angeblich gibt es schon rund 100 Institutionen die Deppenkurse veranstalten. Die Trainer(innen) werden nach einem eignens für Deppenkurse entwickelten Kollektivvertrag (BABE) total niedrig entlohnt. Die Qualität spricht dann für sich. Die Zeit in diesen Kursen wird tatsächlich totgeschlagen. Wer den Deppenkurs ablehnt, dem wird zumindest für sechs Wochen der Leistungsbezug gestrichen. Für viele Betroffene bedeutet dies den Selbstmord (Hr. Traurig Bertl hat sich erhängt) oder die Selbstverstümmelung (Fuß mit Säge abschneiden und im Ofen verheizen).

    Na dann vielen Dank Herr Sozialminister Hundstorfer für Ihre gelungene Politik.

  • wir behinderte können nichts dafür. wir sind leider sogenannte „abfall“ für chef der firmen. vielen firmen wollen nur mehr maschinen statt menschen machen. danke!

  • Also direkter kann der wahre Bewusstseinshindergrund eines Arbeits(verhinderungs)ministers nicht offengelegt werden:

    So sagt der Hundsi treuherzig, die Arbeitslosen-Quote von MmB wäre gestiegen, weil ZEHN MILLE aufgewendet wurden, MmB aus der Arbeitslosigkeit zu führen.

    Was nur heissen kann: April, April. Die Karotte „Zehn Mille“ wird MmB nur vor die Nase gehalten, UM SIE BESSER aus dem Arbeitsmarkt RAUSZUKRIEGEN !!

    Ausweg: Hängt ihn höher!

  • Tja, das Anerkennen von Fakten, damit tun sich die Herrschaften nicht so leicht. Man müsste mal erfassen, wieviele behinderte Menschen wirklich ausgelagert sind in diversen Projekten, die alles andere sind als der erste Arbeitsmarkt und wieviele sonst wo unter diversen Titeln „versteckt“ sind. Erwin Riess hat Recht, die Aufweichung des Kündigungsschutzes war fatal, aber auch die Segmentierung in einen ersten und einen zweiten Arbeitsmarkt und dem „Restpostendeponie“ der Werkstätten. Menschen mit Behinderung gehören – mit entsprechenden Adaptierungen und Förderungen – in den ersten Arbeitsmarkt (wobei es meines Wissens eh nur einen gibt, genauso wie es keine erste, zweite und dritte Welt gibt) integriert.

  • martin ladstätter hat recht. für den sozialminister sind behinderte menschen bloß verfügungsmasse. den schmäh mit der erfassung von bislang unbekannten ? kann er der jetti tant erzählen. eine frage: was sagen denn abg. huainigg und die spö-behindertensprecherin zu dem ergebnis? die beiden jubeln doch sonst so gern. sind sie wenigstens bereit, die sackgasse der aufweichung des kündigungsschutzes zu verlassen? hören wir da was? oder sind die beiden nur die fünfte kolonne des neoliberalismus in der behindertenpolitik? auf das lüft die entwicklung nämlich hinaus: hartz IV auf österreichisch, d.h. versteckt und gemein.

  • …nicht zu vergessen jene, die übergangsgeld bekommen.

  • Zur Lückenhaftigkeit der AMS Statistik – für alle, die das nicht so genau wissen, wer da alles nicht aufscheint:

    Alle Menschen, die einen Kurs besuchen,
    alle Leute mit AMS Bezug im Krankenstand,
    Arbeitslose deren Bezug gesperrt ist (ca. 80.000 pro Jahr),
    jeder der eine Ausbildung abgeschlossen hat, aber noch keinen AMS Anspruch hat, ist nur arbeitssuchend gemeldet und nicht arbeitslose, selbiges gilt für Frauen, die wieder in den Arbeitsmarkt einsteigen wollen – also alle Leute die Arbeit suchen und keinen Leistungsanspruch beim AMS haben, darunter fallen auch viele Mindestleistungsdauerbezieher,
    alle, die eine Leistung, wie Pensionsvorschuss bekommen,
    alle Menschen, die in einem SÖB arbeiten oder bei einem Personalüberlasser – dort aber auch nicht dauerhaft mit Arbeit ausgelastet sind,
    alle Menschen mit Behinderung, die in „Beschäftigungstherapien“ sind,
    die vielen tausend Menschen, die in Ö frühpensioniert wurden, weil das die bei uns die das effektivste Mittel der Arbeitslosenstatistikfälschung ist uvam.


  • Was hat das Bundessozialamt eigentlich in den letzten Jahrzehnten gemacht, dass ausgerechnet nun jetzt das AMS Personen mit Behindertenpass erfasst? Daeumchen drehen beim Bundessozialamt?

    Zusperren diese Einrichtung, die Eingliederung von behinderten Arbeitnehmern soll wie bei sonstigen Arbeitnehmern vom AMS vorgenommen werden.
    Unnötige Steuergeldverschwendung!



  • „Die vollständige Erfassung der Personen mit v.a. Behindertenpass wird seit Jahresbeginn vom AMS vorangetrieben.“ heisst es wörtlich in der Aussendungen. Eine Verständnisfrage dazu: Welche Information muss der Pass enthalten, um als „behindert“ zu gelten und somit für diese Statistik zu gelten? Werden z. B. behinderte Menschen mit Pass, aber OHNE Feststellungsbescheid mittlerweile mitgezählt? Ich würde meinen, dass dieser Anteil an Menschen nämlich gar nicht so klein ist, vor dem Hintergrund, welche (angeblichen) hoheitlichen Beschützer-Mechanismus dieser Bescheid auslöst.
    Sollte diese Gruppe fehlen, so ist diese Statistik in der Tat nicht sehr seriös …