ARBÖ: Keine Gnade für falschparkende „Christkindln“

Wer ohne Befugnis auf einem Behindertenparkplatz steht, bricht das Gesetz

Behindertenparkplatz
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Der erste lange Einkaufssamstag am kommenden Wochenende wird unzählige „Christkindln“ zum Weihnachtsshopping locken. Ladezonen, Halte- und Parkverbote mit der Zusatztafel „ausgenommen Ladetätigkeit“, werden die einzigen, nicht verstellten „Parkplätze“ in den Geschäftsstraßen sein. Der ARBÖ warnt: Wer dort unerlaubt parkt, wird gnadenlos abgeschleppt.

Auch wer in zweiter Fahrspur, in Hauseinfahrten, in Taxizonen oder auf Behindertenparkplätzen parkt, muss damit rechnen, dass man das Weihnachtsbudget auf andere Weise ausgibt – denn die Kosten für die Abschleppung sind beträchtlich: in Wien für einen PKW 192 Euro plus je sieben Euro Verwahrkosten pro Tag. Hinzukommen Verwaltungs- beziehungsweise Polizeistrafen bei Falschparken von rund 72 bis 100 Euro.

In Wien können Fahrzeuge mit Kennzeichen täglich rund um die Uhr bei der Kfz-Abschleppung und Verwahrung, 1110 Wien, Jedletzbergerstraße 1 (Autobahnknoten Simmeringer Haide), Telefon: 01/760 43-870, abgeholt werden. Mitgenommen werden muss ein Lichtbildausweis sowie der Zulassungs- oder Typenschein. Das Fahrzeug kann übrigens von jedem abgeholt werden, der den Zulassungs- oder Typenschein vorlegt.

Behindertenparkplätze sind für Menschen OHNE Behinderung tabu

„Menschen mit Behindertenausweis (nach Paragraf 29b) können in ganz Österreich kostenlos parken. Das ist ein Recht. Wer sich ohne Befugnis auf einen Behindertenparkplatz stellt, bricht das Gesetz“, ruft ARBÖ-Behindertenberater Roland Hirtl in Erinnerung.

Allerdings haben Inhaber des Behindertenausweises auch die Pflicht, den Ausweis deutlich sichtbar im Auto zu platzieren. Der Behindertenausweis nach Paragraf 29 b wird in Wien von der Magistratsabteilung 40 und in den restlichen Bundesländern von den Bezirkshauptmannschaften ausgestellt und ist nicht zu verwechseln mit Behindertenausweisen des Bundessozialamtes.

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13 Kommentare

  • Meinem Sohn war schlecht,und er ist schnell in ein WC gelaufen,ich als Fahrer bin sitzen geblieben.
    Da kam die Polizei und meinte,egal,da kommt eine Anzeige.

  • Ich bin schon seit geraumer Zeit der Handhabe Behindertenparkplatz mit Kennzeichen gekoppelt kritisch eingestellt. Oft ist es, meiner Erfahrung nach so, daß der Behindertenparkplatz mit Kennzeichen oft wochenlang, z.B. wenn derjenige auf Kur ist, nicht benützt wird und auch von anderen behinderten Personen nicht benützt werden darf. Diese Situation ist für mich unsolidarisch bis zum letzten. Überhaupt, weil die Parkplatzsituation prinzipiell immer schlechter wird.

    Loben möchte ich die Polizei in der SCS die Behindertenparkplätze kontrolliert, da wird wirklich regelmäßig und ordentlich kontrolliert.

  • @Kurt Maier – Ich war gestern 8.Dezember 2008 in Graz auf Einkaufstour – leider waren in den Einkaufszentren wieder alles Behindertenparkplätze durch nichtbehinderte besetzt. Im Einkaufszentrum „Interkauf“ gab es reichlich freie Behindertenparkplätze!

    Die Androhung einer „Besitzstörungsklage“ zeigt anscheinend doch Wirkung!

  • Diese Parkplatz-Ignoranz – ist aus meiner Erfahrung auch eine gelebte Unternehmenspolitik im Möbelhandel, die sich in der Beratung wieder findet, wenn Menschen mit Behinderung um praktische und preiswerte Raumlösungen anfragen und deren Anliegen nicht wahrgenommen werden.

    Gut zu wissen, das es auch „barrierefreie“ Unternehmen gibt, die sich speziell für Menschen mit Behinderung öffnen. Behindert ist, wer nicht sein darf, wie er ist!

  • Wer ist eigentlich für die Behindertenzone bei den Lebensmittel- und Möbelmärkten zuständig? Diese sind prinzipiell immer von „Nichtbehinderten“ verparkt, und nicht nur zur Weihnachtszeit!

  • In Melk bei Hagebau Schubert gibt es zwar Parkplätze und nur einen §29b-Parkplatz. Und da genau werden jetzt Christbäume verkauft. Das ist auch net schlecht. Mehr kann man eh nimmer Ignoriert werden.

  • von nichtberechtigten verparkte behindertenparkplätzen werden solange ein quell des ärgernisses sein, als die stellflächen vor den einkaufszentren nicht der stvo unterstellt werden. nur dann kann man nämlich strafen u anzeigen. bei der shopping city nord u im donauzentrum beispielsweise kann man gar nicht anzeigen, weil der platz privat ist und der zentrumsbetreiber sich weigert, eine besitzstörungsklage zuzustellen. es sei nur ein angebot an die nicht behinderten, sich rücksichtsvoll zu verhalten. wenn die sich nicht daran halten, dann passiert den rücksichtslosen herrschaften gar nichts.

  • In Wien werden die Behindertenparkplätze immer weniger und viele sind mit einem Kennzeichen gekoppelt, also für eine bestimmte Person. Wenn ich dann mit Stadtplan einen Behindertenparkplatz nach dem anderen (besonders 1., 6., 7., 8., 9. Bezirk) abklappere, sind sie alle voll, oft von nicht berechtigten Personen.
    Weihnachtseinkäufe sind dann sowieso ein Drama: da ich berufstätig bin, bleibt mir auch nur die Freizeit, wo sich die Situation im Dezember immer noch schwieriger gestaltet.

  • In Wr. Neustadt gibt es zwar in den EK-Zentren genügend §29b-Parkplätzte, nur werden die SEHR OFT mißbräuchlich verwendet. Auf meine Anfrage bei der Polzei hieß es daß dies Sache des EK-Zentren, dort sagte man mir man habe nicht genügend Personal, um die Sache regelmäßig zu überprüfen. Schade, dann werde ich mich halt weiterhin zum Eingang schleppen

  • In Graz, werden Gehbehindertenausweise sowohl in der Kurzparkzone wie auch auf öffentlichen Behindertenparkplätzen durch die Parkraumüberwachung auf Veranlassung der Behörde (Magistrat Graz/Strassenamt) kontrolliert! Auch der Grazer Polizei (Verkehrspolizei) ist es zu verdanken, dass laufend die Behindertenparkplätze überprüft werden und Fahrzeuge ohne § 29b Gehbehindertenausweise abgeschleppt werden!
    Hier sei auch das Grazer Einkaufszentrum „INTERKAUF“ zu erwähnen, hier wird ohne § 29b Gehbehindertenausweis parkende Fahrzeuge an den Besitzer eine BESITZSTÖRUNGSKLAGE zugestellt! Dies ist dann sehr teuer! Die Rollstuhlfahrer, Krückengeher und alle Berechtigten sagen DANKE – dieses Einkaufzentrum darf sich „wirklich behindertenfreundlich“ nehmen!

    Bild: http://www.behindertenvertrauensperson.at/bilder/Parkverbot_Gehbehinderte.htm

  • Heute hat auch jemand vor mir geparkt, der ebenfalls den Ausweis vorne drin hatte. Als ich aber sah, wer da einstieg – nämlich kein Rollifahrer oder jemand, der eine sichtbare Behinderung hat, bin ich recht grantig geworden. Leider hatte ich ned die Zeit, mit dem Typen zu streiten, aber der Ausweis wird in den meisten Fällen missbraucht und dagegen anzugehen, ist ein Ding der Unmöglichkeit.

  • Leider sehe ich immer öfter in Autos einfach nur den Ausweis vom Bundessozialamt aufgelegt. Ich habe da schon einige Mal mit Menschen gestritten – dazu kommt, dass soabld auch so ein Ausweis im Fenster liegt, niemand mehr was unternimmt.

  • Die Parkplätze für behinderte Menschen werden in Wien immer weniger. Auf der Mariahilferstrasse gibt es keinen einzigen Parkplatz mehr, der nur für die Zeit zum Einkaufen zu verwenden ist. Wien Energie hat einen, bei der WGKK ist einer und in der Nähe von Thalia. Es sind Parkplätze die nur ein Fahrzeug mit dazugehörigen Kennzeichen oder mit fixer Uhrzeit. Für das Kino am Wochenende, ist der Parkplatz weil außerhalb der Zeit ist, nicht zu benutzen.

    Das man sich von der Seite der Stadt Wien oder der Wiener Wirtschaftskammer überlegt in Einkaufstrassen Parkplätze mit System zu platzieren, ist leider noch ein Wunsch an das Christkind.