Aus dem Gleichgewicht: Das liebe Geld

Die KlientInnen von BALANCE bekommen pro anwesenden Tag 2,20 Euro. Das entspricht im Monat einem Taschengeld von 44 Euro.

kein Geld
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Die meisten KollegInnen von mir wohnen in einer betreuten Wohngemeinschaft von BALANCE, wo fast das gesamte Geld für die Pflege und Betreuung verwendet werden muss. Viele KlientInnen müssen dann mit dem wenigen Taschengeld im Monat auskommen. Das ist ein großes Problem, wenn einer Raucher ist, kauft er sich eine Stange Zigaretten und weg ist das schwer verdiente Taschengeld.

Bei den Sitzungen mit der Geschäftsleitung wurde von mir als KlientInnensprecher um eine Erhöhung des Taschengeldes angefragt. Mit der Begründung, dass die allgemeine enorme Preissteigerung, wie beispielsweise im Bereich Personal und Energie die Erhöhung vom Fonds Soziales Wien auffrisst, wurde dies abgelehnt. Eventuell besteht 2009 die Chance auf eine kleine Anhebung des Taschengeldes.

Die Geschäftsführung von BALANCE hat natürlich auch Grenzen, die der Fonds Soziales Wien vorschreibt. Ich, als Klientensprecher, bin in dieser Situation der Ansprechpartner zwischen KlientInnen auf der einen Seite und der Geschäftsführung auf der anderen Seite. Dadurch bin ich immer einer Spannung und einem Druck von den KlientInnen ausgesetzt.

Der Wunsch von allen KlientInnen ist es, 300 Euro im Monat zu bekommen. Das ist nämlich die Geringfügigkeitsgrenze, wo niemandem von seinem Einkommen etwas gekürzt werden kann oder eine finanzielle Leistung eingestellt wird. Ich denke, bei einer anderen Finanzierungsmethode wäre bei niemandem ein finanzieller Notstand oder Armut zu beklagen.

In der jetzigen Situation kommt es oft vor, dass ein/e Kollege/in sich nicht einmal eine Wurstsemmel zu 0,80 Euro leisten kann, obwohl er/sie einen ganzen Monat gearbeitet hat.

Ich hoffe, es findet die neue Regierung eine bessere Lösung, damit so eine Ungerechtigkeit bei den behinderten Menschen nicht weiterhin hingenommen werden muss.

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