Baba zu unpraktischen Knöpfen

Neben Kleidungsherstellern wie MOB, bei denen inklusive Kleidung eine essenzielle Rolle spielt, gibt es auch Unternehmen, bei denen die Inklusion mit der Praktikabilität der Kleidungsstücke einhergeht.

Offener Knopf einer Bluse
Republica auf Pixabay

Das Unternehmen „yorokani“ wurde 2020 in Wien mit der Motivation gegründet, das tägliche Hemdtragen so bequem wie möglich zu gestalten.

Die Gründer*innen Franziska und Johannes Rauch erzählen:

Unser Ziel ist es Magnetkleidung derart zu etablieren, wie es mit Rollkoffern gelungen ist. Wer trägt schon noch seinen Koffer zum Bahnsteig? Niemand. Eben! Nie mehr knöpfen!

Die Idee ist entstanden, als Franziska ihrem Großvater, einem routiniertem Hemdträger, dabei zuhörte, wie sich dieser über zu große Knopflöcher beschwerte.

Als sie dann noch erfahren haben, dass es in den USA gang und gäbe ist, Magnetverschlüsse für verschiedene Kleidungsstücke zu verwenden, wollten sie ein ähnliches Konzept in die Tat umsetzen.

Sie überzeugten die Jury der Wirtschaftsagentur Wien. Während sich die erste Kollektion noch spezifisch an Personen über 55 Jahren richtete, hätten mittlerweile Personen jeglichen Geschlechtes und Alters die Vorzüge der Kleidungsstücke erkannt.

Die Hemden, Pyjamas und Stillblusen sorgen für eine hohe Praktikabilität, auch bei Personen mit einer schlechten Feinmotorik.

Neben diesem Wiener Label, gibt es zum Beispiel auch „MOB – Mode ohne Barrieren“ , die sich auf Mode spezialisiert haben, die nicht nur an Menschen mit Behinderungen gerichtet ist.

Die Mode soll funktional und modisch sein, gleichgültig, ob die Träger*innen sitzen oder stehen. Schon seit der Gründung arbeitet das Label mit Rollstuhlfahrer*innen an den Designs und Details, damit Jacken oder Hosen gut angepasst sind.

Das Besondere ist, dass es hier Magnetverschlüsse, lange Hosenbeine, Gummibänder, flache Nähte und keine Gesäßtaschen gibt. Ebenso soll sich die Mode gut an die Körperform anpassen und sich einfach an- und ausziehen lassen.

Inklusive Mode als Antrieb für Gesellschaftsveränderungen

Inklusion und Diversität sind in der Modewelt immer noch Randerscheinungen. Oft sind Kleidungsstücke zufällig auch für Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen geeignet.

Oft ist inklusive Mode immer noch nicht modern. Inklusion zu verkörpern und Menschen in all ihrer Diversität mit einzubeziehen, sollte heutzutage ein Standard sein. Die Modebranche sollte ihre weltweite Verantwortung in den Bereichen Arbeitsrecht, Umwelt und Soziales ernstnehmen und danach handeln.

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Ein Kommentar

  • Sehr interessanter Bericht!DANK dafür!