Bank – Raubritter

Schon bisher waren behinderte Menschen durch nicht barrierefreie Bankomaten benachteiligt; jetzt wollen sich Banken Diskriminierungen auch honorieren lassen.

Eingang einer Raiffeisenbank
BIZEPS

Der Vorstoß der Raiffeisenlandesbank Tirol, für Bargeldabhebungen an Bankomaten der Konkurrenz eine zusätzliche Gebühr einzuheben, beschäftigt die Medien seit Tagen – von Seiten der Kunden und des Konsumentenschutzes hagelt es bereits heftige Proteste.

Ein Aspekt wurde in der öffentlichen Diskussion bisher allerdings überhaupt nicht erwähnt: Viele der bestehenden Geldausgabegeräte sind nicht das, was man gemeinhin unter „barrierefrei“ versteht, behinderte Menschen – vom blinden Kunden bis zum Rollstuhlfahrer – können sich ihrer schlecht oder gar nicht bedienen.

Eduard Riha, Generalsekretär der ÖAR, stellt dazu empört fest: „Nicht nur, dass verschiedene Behinderungsgruppen schon bisher oft gewaltige Umwege in Kauf nehmen mussten, um an ein geeignetes Gerät und damit zu Bargeld zu kommen sollen sie nun auch noch Strafzölle bezahlen, wenn die eigene Bank es versäumt hat, ihre Dienstleistung allen Kunden zugänglich zu machen. Dieser Vorstoß der Raiffeisenlandesbank Tirol hat den Charakter mittelalterlicher Raubritterei.

Es wird zu prüfen sein, ob unzugängliche Dienstleistungen von Banken überhaupt noch mit bereits geltenden österreichischen Rechten vereinbar sind. Wird dieses mangelnde Angebot dann auch noch mit zusätzlichen Gebühren befrachtet, dann stellt das zweifelsfrei den Tatbestand von Diskriminierung dar.“

Die Raiffeisenlandesbank Tirol ist aufgefordert, sich mit diesem Aspekt auseinander zu setzten und befriedigende Antworten zu liefern.

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0 Kommentare

  • Als selbst blinder Bankkunde und Präsident des Vereines Blickkontakt kann und muss ich gegen die Vorgangsweise der Raiffeisen Landesbank Tirol auf´s Entschiedenste protestieren, denn schon die Nutzung von Bankomaten ist blinden KundInnen nicht selbstständig möglich, da sowohl die Menüführung ständig unterschiedlich ist als auch die Meldungen nicht für blinde Menschen erfassbar sind. Diese diskriminierende Dienstleistungsgestaltung ist allein schon inakzeptabel, sie aber auch noch kostenpflichtig zu machen, ist die Krone der Ungeheuerlichkeit.

  • wie fragte bert brecht: „was ist ein einbruch in eine bank gegen die gründung einer bank?“

  • Abgesehen von der berechtigten Kritik der nicht barrierefreien Bankomaten von ÖAR Generalsekretär Eddi Riha.
    Unter Finanzminister K.H. Grasser (FPÖ/ÖVP) der schon als Finanzminister „Werbung“ für „Raiffeisen“ machte, preschte die RAIKA seinerzeit mit Bankomat-Gebühren von 50 Cent pro Bankabhebung vor. Die anderen Banken winkten damals schon ab. Jetzt kostet eine Bankomatabhebung für RAIKA-Kunden bei Fremdbankomaten in Tirol 60 Cent. Tja-die Werbeträger von der Raiffeisenbank kosten sehr viel Geld. Von Herrmann Meier bis Marcus Rogan.
    Aber auch bei Sparkarten (mit Bankomatfunktion) ist die Raiffeisen an Gebühren führend, vier Euro per Anno – das bedeutet, ca. 15.000 Euro müsste man auf so eine „Sparkarte“ bei den momentanen Bankzinsen legen um „Breakeven“ zu sein, damit keine Kosten für den Sparer entstehen.
    Die BAWAG bietet ebenfalls eine „Sparkarte“ mit Bankomatfunktion an (3 Euro per Anno – ca 12.000 Euro – Breakeven)
    Bei den meisten Banken ist so eine Sparkarte gebührenfrei. Die EU-klagt die „Österreichische Banken“ an, da sie viele versteckte uneinheitliche nicht vergleichbare Gebühren den Kunden verrechnen. Wie lange noch Herr Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Herr Finanzminister Josef Pröll (ÖVP)?

  • Wenn die Vergeudung von 50 % des EU-Budgets für die Landwirtschaft endlich einstellt, trocknet auch die Gier unter dem Giebelkreuz aus!

  • Raff-Eisen – ein wahrhaft christliches Institut. Widerwärtige Heuchler machen dann Wallfahrten nach Mariazell. Christliche Worte – unchristliche Taten!!! Frömmler und Heuchler, die Christus aus dem Tempel (bzw. der Bank) geworfen hätte.