Barbara Sima-Ruml wird für die Grünen in den Grazer Gemeinderat einziehen

Die Grünen sind in Graz gesetzt - und mit ihnen wohl auch Barbara Sima-Ruml: Auf Listenplatz 4 hat sie beste Chancen, nach der Wahl am 28. Juni 2026 in den Grazer Gemeinderat einzuziehen.

Grazer Rathaus
Graz: Rathaus von Taxiarchos228

Am 28. Juni 2026 wählt Graz einen neuen Gemeinderat. 48 Mandate werden vergeben – und für die GRÜNEN gilt es als beinahe sicher, dass Barbara Sima-Ruml in den Gemeinderat einzieht.

Bei der letzten Wahl 2021 erreichten die GRÜNEN 17,3 Prozent und stellten 9 Mandate im Gemeinderat – ihr bislang bestes Ergebnis in Graz. Bei der Wahl 2026 tritt die Partei mit Judith Schwentner als Spitzenkandidatin an. Teil ihres Teams ist auch Barbara Sima-Ruml auf dem aussichtsreichen Listenplatz 4.

Listenplatz 4 gilt als klar aussichtsreich. Schon 2021 hätte dieser Platz problemlos für ein Mandat gereicht. Auch aktuelle Umfragen sehen die Grünen weiterhin stabil im Gemeinderat – wenn auch mit leichten Verlusten. Für Barbara Sima-Ruml bedeutet das: Ihr Einzug in den Grazer Gemeinderat gilt als sehr wahrscheinlich.

Barbara Sima-Ruml
Grüne Steiermark

„Es wird Zeit, dass eine Frau mit einer Behinderung in den Grazer Gemeinderat einzieht“

Barbara Sima-Ruml kandidierte bereits bei Nationalrats– und Landtagswahlen und tritt nun erneut auf kommunaler Ebene an. Ihr Fokus liegt auf Inklusion und Barrierefreiheit. Im Rahmen eines Interviews mit BIZEPS betonte sie:

Kandidatin der GRÜNEN für die Grazer Gemeinderatswahl 2026 - Barbara Sima-Ruml vor dem Grazer Rathaus
Markus Eichberger

Seit fast 25 Jahren nutze ich einen Rollstuhl und weiß, wie es ist, ohne und mit Behinderung zu leben.

Wir müssen uns endlich von dem Irrglauben verabschieden, dass Barrierefreiheit nur „die anderen“ betrifft.

Jede Person, die alt werden will, wird sehr wahrscheinlich von einer barrierefreien Umwelt profitieren.

Daher wird es Zeit, dass eine Frau mit einer Behinderung in den Grazer Gemeinderat einzieht und so die Stadtpolitik um das Thema „Menschen mit Behinderungen“ erweitert.

(Derzeit) keine barrierefreien Plätze für Rollstuhlfahrer:innen im neu sanierten Sitzungssaal

Der Grazer Gemeinderatssaal wurde 2021/22 um rund 2,2 Millionen Euro saniert, bietet aber keinen barrierefreien Platz für Mandatar:innen im Rollstuhl, berichtet die Kleine Zeitung.

Vor Barrieren stand auch der Abgeordnete der GRÜNEN  Manfred Srb, als er für seine ersten Reden im Parlament zum Redepult getragen werden musste. Allerdings war das 1986.

Zwar gibt es für den Grazer Sitzungssaal technische Lösungen wie einen Lift oder alternative Sitzplätze, diese würden aber Rollstuhlfahrer:innen abseits der anderen Gemeinderät:innen positionieren. Eine barrierefreie und gleichberechtigte Lösung wurde bislang noch nicht gefunden.

Theoretisch könnte sogar ein weiterer Rollstuhlfahrer in den Gemeinderat einziehen: Der ÖVP-Kandidat Bernhard Alber kandidiert nur auf Listenplatz 41 und hätte nur mit einem außergewöhnlich starken Vorzugsstimmenwahlkampf eine – wenn auch äußerst geringe – Chance auf ein Mandat.

Rückblick: Mario Kowald

Mit Mario Kowald gab es bereits vor Barbara Sima-Ruml einen Gemeinderat mit Behinderung in Graz: Der blinde ÖVP-Politiker war ab 2008 als Mandatar im Grazer Gemeinderat vertreten. Sein Sitzplatz im Rathaus war mit Brailleschrift gekennzeichnet. Nach einer weiteren Kandidatur 2012 gelang ihm der Wiedereinzug nicht; er verstarb 2020.

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