Barrierefrei fliegen – Neustart auf der ILA?

Von kobinet-Korrespondent Franz Schmahl

Flugzeuge der Lufthansa
BilderBox.com

Ihren gerade erworbenen Airbus 380 will die Lufthansa auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin präsentieren, nachdem sie die deutsche Fußballnationalmannschaft zur Weltmeisterschaft nach Südafrika gebracht hat.

Der Jumbo mit dem Mega-Komfort, der am 11. Juni in den regulären Linienverkehr zwischen Frankfurt und Tokio geht, könnte Maßstäbe für barrierefreies Fliegen setzen. Ob die Kranich-Linie aber auf einer ILA-Fachkonferenz zum Thema vertreten ist, geht aus dem Programm nicht hervor.

All inclusive – ökonomische Chancen im Luftverkehr für Alle“ ist das Thema am 10. Juni im Konferenzzentrum Schönefeld-Nord. Es reicht von Erfahrungen mit der Europäischen Verordnung vom 5. Juli 2006 über die Rechte von behinderten Flugreisenden und Flugreisenden mit eingeschränkter Mobilität bis zu möglichen Zielvereinbarungen als Instrument zur Herstellung von Barrierefreiheit.

Veranstalter ist der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen. Hubert Hüppe will die Diskussion um die Verbesserung der Reisebedingungen in Flugzeugen für mobilitätseingeschränkte Menschen neu entfachen. Mit Vertretern von Air Berlin, der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft, kam er überein, auf der ILA Lösungsansätze für die Betroffenen zu debattieren.

„Wir wollen gemeinsam nach neuen Lösungen suchen, um diese große Zielgruppe zu gewinnen ohne dass eine einseitige wirtschaftliche Belastung erfolgt“, so Hüppe im Interview mit der Berliner Behindertenzeitung. Die seit langem bekannten Probleme sind in Leserbriefen auf diese Nachricht hin(kobinet 22.5.10) angerissen.

Kay Macquarrie empfahl im Leserbriefforum einen Faktencheck, denn vor genau zwei Jahren hat die damalige Bundesbeauftragte Karin Evers-Meyer bereits zu einer solchen Fachkonferenz (kobinet 20.5.08) geladen. Auch damals gab es Erfahrungsberichte Betroffener und Workshops mit ganz konkret benannten Barrieren und Lösungsvorschlägen.

Seitdem hat sich nicht sehr viel hin zum Positiven verändert, obwohl kritische Hinweise von Fluggästen mit Behinderungen und auch die Petitionen von Kay Macquarrie bei manchen Politikern in Berlin und Brüssel wie auch bei den Airlines die Druckpunkte barrierefreien Fliegens bewusst werden ließen.

Doch was Christiane Link kürzlich auf dem Frankfurter Flughafen erlebte und auf BIZEPS-INFO schilderte, zeigt den vom Fliegen noch zu oft abschreckenden Alltag.

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich