Barrierefreies Norwegen

In den kommenden Jahren sollen Norwegens staatliche Gebäude barrierefrei gestaltet werden.

Ende des vergangenen Jahres wurde in Norwegen der «Handlungsplan für universelle Gestaltung in Statsbygg (Staatliches Bauamt) 2004-2006» verabschiedet. Danach sollen alle staatlichen Neubauten und Außenanlagen entsprechend des Prinzips Universal Design gestaltet werden.

Das bedeutet, dass Häuser, Außenanlagen und Inneneinrichtungen so gestaltet werden müssen, dass sie von allen Menschen unabhängig einer Behinderung soweit wie möglich in gleicher Weise, ohne besondere Anpassung oder spezielle Gestaltung nutzbar sind. Niemand muss besonders darauf achten, ob ein Gebäude für sinnes- oder bewegungsbehinderte Menschen zugänglich ist, sondern alle Gebäude werden von vorneherein so gestaltet, dass ihre Nutzer möglichst die gleiche Zugänglichkeit vorfinden.

Bauingenieure vermessen zu diesem Zweck in den nächsten Monaten die Gebäude systematisch aus. Dazu dient ihnen ein Programm namens you-too Collection Tool. Die erfassten Daten dienen anschließend als Planungsgrundlagen, sowohl hinsichtlich der notwendigen Umbaumaßnahmen als auch der entstehenden Kosten.

Um mit dem Programm korrekt arbeiten zu können, fand im August ein Schulungsseminar in Bergen statt. In dem Seminar wurde eine Bergener Hochschule beispielhaft vermessen. Alle relevanten Maße vom Zugang bis zu den einzelnen Räumen wurden erhoben, wie z.B. Türbreiten, Stufen und Rampen oder die Ausstattung des Aufzugs bzw. die Möglichkeit, sich in einzelnen Räumen zu bewegen. Die Teilnehmer orientierten sich zunächst an den Gebäudeplänen, bemerkten dann aber schnell, dass die Pläne nicht in allen Details der Realität entsprechen. Mit Hilfe der Software konnte ein genaues Strukturbild des Gebäudes erstellt werden, das Grundlage der Umbauplanung wird. Zusätzlich notierten die Teilnehmer z.B. zu dunkle Flure, ein fehlendes Notruftelefon oder schlecht angebrachte Hinweisschilder auf einzelne Räume.

Die Ergebnisse fließen in einen Bericht ein, der genau darlegt, welche Barrieren an welcher Stelle auftreten, gegen welche Norm(en) verstoßen wird, was die Beseitigung kostet und welche Nutzergruppen besondere Schwierigkeiten haben. Aus diesem Bericht entwickelt Statsbygg dann einen Prioritätenplan für die Beseitigung der vorhandenen Barrieren.

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0 Kommentare

  • Da sieht man wieder einmal, daß es nicht die EU braucht, um sinnvolle und notwendige Maßnahmen in die Wege zu leiten und durchzuführen. Ich schlage vor, die bei uns Zuständigen sollten dringend eine Dienstreise in den hohen Norden machen …