28. Woche 2026 – Gebärdensprachdolmetschung im ORF in völlig neuem Design
Das neue Studio, aus dem die Aufnahmen mit den Gebärdendolmetscherinnen und Gebärdendolmetschern gesendet werden, kommt bei Sendungen mit ÖGS zum …
Das Wien Museum hat neurodivergente Menschen am 28. Mai 2026 dazu eingeladen, die frei zugängliche Dauerausstellung zu testen und sich an einem Austausch zu beteiligen. Ein Bericht.
Die zentrale Frage: Wie neurodivergenzfreundlich ist unser Museum? Ein wichtiges Angebot, dem ich sehr gerne nachgekommen bin.
Ein stressfreier Probelauf. Ich nehme mir Zeit, um mir die Geschichte Wiens auf drei Stockwerken anzusehen. Bevor ich das Museum betrete, laden mich schon Sitzplätze ein, kurz durchzuschnaufen. Denn die volle Straßenbahn ist definitiv nicht neurodivergenzfreundlich.
Die Ausstellung selbst gefällt mir gut und ist interessant. Besonders freue ich mich über die Beleuchtung, man sieht genug für die Orientierung, die Ausstellungsstücke sind optimal beleuchtet, aber keine Neonröhren blenden, keine Lichter blinken. Die Räume sind sehr offen gestaltet und ich kann den Schulklassen problemlos aus dem Weg gehen, muss mich nicht durch die Leute hindurchschlängeln.
Die Bemühung um Barrierefreiheit ist deutlich: Die Schrift auf den Bildschirmen kann vergrößert werden, auf den Tafeln gibt es Beschriftungen in Braille. Alle Videos sind mit ÖGS-Übersetzung versehen. Es gibt ausreichend Sitzgelegenheiten und auch Toiletten innerhalb der Ausstellung.

Nach meinem „Probelauf“ werden wir freundlich empfangen und ich bin angenehm überrascht. Als neurodivergenter Mensch bin ich es gewohnt, mich ständig an Gegebenheiten anpassen zu müssen. Hier hingegen bemüht man sich, sich an uns zu orientieren und den Raum so angenehm und reizarm wie möglich zu gestalten.
In einem respektvollen, freundlichen und meiner Ansicht nach auch konstruktivem Gespräch besprechen wir gemeinsam die Gegebenheiten im Museum und in der Ausstellung.
Alle Vorschläge wurden ernstgenommen und notiert. Man spürt, dass hier wirklich versucht wird, das Beste zu geben, um das Wien Museum für alle zugänglich zu machen.
Man versucht dort, die Expertise unterschiedlicher Personengruppen einzubeziehen. So gab es nicht nur das Treffen mit neurodivergenten Menschen, auch blinde Personen wurden befragt und es gibt eine Kooperation mit Jugend am Werk für Menschen mit Lernschwierigkeiten.
Ich wünsche mir, dass sich alle öffentlichen Einrichtungen die Zeit für solche Gespräche nehmen. Nicht nur Museen, auch Schulen, Universitäten, Ämter und Krankenhäuser. Ich stelle mir eine Welt vor, in der Barrierefreiheit überall selbstverständlich ist.
Doch ich höre auch schon die typischen Einwände: Was das kostet! Wir haben keine Zeit für solche Gespräche!
Ich möchte hier noch einmal daran erinnern: Wir werden alle in irgendeiner Form behindert, stoßen alle auf Barrieren. Barrierefreiheit ist kein Gnadenakt, sie ist selbstverständlich!
Das Wien Museum hat mir gezeigt, wie es gehen kann.

Barrierefreiheit sichtbar gemacht: Jede Woche ein Bild, das Erfolge feiert oder Hürden aufzeigt.
Das neue Studio, aus dem die Aufnahmen mit den Gebärdendolmetscherinnen und Gebärdendolmetschern gesendet werden, kommt bei Sendungen mit ÖGS zum …