Barrierefreiheit in Arztpraxen

Damit auch Menschen mit Behinderungen eine freie Arztwahl haben.

Ein Aufzug wird in der Länge vermessen
BIZEPS

Ob Bauchweh, Kopfweh, Husten oder ein gebrochener Knochen, krank war wohl schon jeder.

Die geeignete Ärztin oder den geeigneten Arzt seines Vertrauens zu finden, ist schon für Menschen ohne Behinderungen nicht ganz einfach.

Dabei spielen Dinge wie Wohnortnähe oder die Sympathie der Ärztin oder dem Arzt gegenüber eine Rolle. Menschen mit Behinderungen müssen sich, wenn es um die Auswahl einer Ärztin oder eines Arztes geht, vor allem eine Frage stellen: Ist die Ordination barrierefrei?

Projekt „Behinderte Menschen in Wiener Gesundheitseinrichtungen“

 „Wenn es um Barrierefreiheit geht, geht es um mehr als um das Fehlen von Stufen. Barrierefreiheit schließt auch Dinge wie Blindenleitsysteme, Aufzugs- und Türbreiten oder auch Gebärdensprachkenntnisse des Personals mit ein“, so Veronika Pichler, die das Projekt „Behinderte Menschen in Wiener Gesundheitseinrichtungen“ von BIZEPS leitet. 

Barrierefreiheit mangelhaft

Ordinationen haben oft keine Behindertentoilette, keinen Aufzug oder der vorhandene Aufzug ist zu klein, von einem Blindenleitsystem oder Personal mit Gebärdensprachkenntnissen ganz zu schweigen.

Die freie Arztwahl ist daher für Menschen mit Behinderungen nicht gegeben.

Diese Feststellung in Bezug auf Wiener Gesundheitseinrichtungen gab den Ausschlag, das Projekt „Behinderte Menschen in Wiener Gesundheitseinrichtungen“ ins Leben zu rufen.

Das Projekt ist eine Kooperation von BIZEPS mit der Ärztekammer für Wien und der ÖQMed (Österreichische Gesellschaft für Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement in der Medizin GmbH). Mit der Landeszahnärztekammer für Wien gibt es ebenfalls eine Kooperationsvereinbarung.

 „Wir treten an Ärztinnen und Ärzte heran, und fragen sie, ob wir ihre Ordinationsräume vermessen dürfen, um Daten bezüglich der Barrierefreiheit zu erheben. Ziel unseres Projektes ist es einerseits, dass Menschen mit Behinderung aufgrund unserer Daten feststellen können, welche Ordination ihren Bedürfnissen entspricht. Andererseits wollen wir Menschen aus dem Gesundheitsbereich für das Thema Barrierefreiheit sensibilisieren“, erläutert Veronika Pichler.

Wie kommt man zu den Messdaten?

Seit seiner Entstehung im Jahr 2005 wurden im Rahmen des Projektes bereits über 850 Ordinationen vermessen.

Die erhobenen Messdaten sind online abrufbar:

Weiters gibt es die Informationen auch in der Onlinebroschüre „krank, behindert, ungehindert … in Wien“, ein gratis Download der Broschüre ist unter www.bizeps.or.at/wissenswertes/arztpraxen/ erhältlich.

Veronika Pichler zeigt sich erfreut über den bisherigen Erfolg des Projektes. Barrierefreiheit, so sagt sie, ist nicht nur ein Vorteil und eine Notwendigkeit für die Patientinnen und Patienten, sondern auch ein Mehrwert für die Ärztinnen und Ärzte.

Barrierefreiheit nützt jeder Patientin und jedem Patienten, auch Eltern mit Kinderwägen und ältere Menschen profitieren davon.  

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3 Kommentare

  • 2003 wurde versprochen, dass spätestens 2013 ALLE Kassenpraxen barrierefrei sein sollen.
    Wieviele sind es jetzt?
    Am schlimmsten ist es bei Zahnärzten, nach meiner Erfahrung!

  • Das ist nicht nur in Wien so. Wir wohnen in Niederösterreich und da ist es kaum möglich, mit einem Rollstuhl in eine Praxis, ob Praktiker oder Facharzt zu kommen.

  • Mir gefällt der Beitrag und das Engagement der Gruppe die diese Links erstellt haben. Gibt es das für die anderen Bundesländer auch? Und wenn ja in welchen?