BBV: Präimplantationsdiagnostik kategorisch abgelehnt

Der Berliner Behindertenverband (BBV) hat gestern auf seinem Verbandstag einstimmig das BGH-Urteil zur Zulässigkeit der Präimplantationsdiagnostik abgelehnt. Von Uwe Gieche

Zelle unter dem Mikroskop
BIZEPS

Im Verbandsbericht stellte Vorsitzender Dr. Ilja Seifert fest, dass nunmehr womöglich auch jeder einzelne behinderte Mensch sich demnächst wieder auf seine bloße Existenz rechtfertigen muss: „Dagegen protestieren wir von dieser Stelle aus energisch: Wir wollen keine Selektion. Weder am Beginn des Lebens noch während unserer Kindheit, Jugend oder dem Erwachsen-Sein noch am Ende des Lebens; also auch nicht in der Petrischale!“

In der anschließend kontrovers geführten Diskussion schlossen sich die Anwesenden der Ablehnung des Vorstandes zu dem Bundesgerichtshof-Urteil an. Darüber hinaus wurde beschlossen, dass der Verband zu einer Protestaktion zum 16. August 2010 aufruft.

Der Vorstand kritisierte scharf im Bericht, dass in Berlin ein Gaststättenbesuch von Behinderten kaum noch möglich sei, da sie nicht barrierefrei ausgebaut sind. „Diesen Tatbestand werden wir entschlossen begegnen und auf unsere Recht an der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben hinweisen“, betonte der Verbandschef.

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  • Akutell: http://cicero.de/97.php?ress_id=9&item=5574
    „Es sollen nicht Krankheiten, sondern die Kranken selbst eliminiert werden“
    Interview mit Robert Spaemann

    Auf dem CDU-Parteitag diskutieren die Delegierten über ein Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID). Merkel will sie gesetzlich untersagen. Andere führende Christdemokraten wollen sie in begründeten Einzelfällen erlauben. Cicero Online sprach mit dem Philosophen Robert Spaemann über die Debatte um die PID. Er ist heilfroh über den Einspruch der Kanzlerin und besorgt über die Haltung unserer Gesellschaft zum Leben.