Beachtlich: Jeder 5. Wahlberechtigte stimmte für Nadine Heckendorn

Am 22. September 2013 fand in Schwedt - neben der Bundestagswahl - die Wahl des Stadtoberhaupts statt. Die parteilose Stadtverordnete Nadine Heckendorn kandidierte als Bürgermeisterin und erreichte knapp 21 % der Stimmen.

Nadine Heckendorn
Messer, Dirk

Seit dem Jahr 2005 ist Jörgen Polzehl (SPD) Bürgermeister von Schwedt, einer rund 30.000 Einwohner-Gemeinde in Brandenburg. Es sah so aus, als ob es für die Bürgermeisterwahl keine Gegenkandidaten gäbe.

Die parteilose Nadine Heckendorn, Rollstuhlfahrerin und seit 2004 Vorstandsvorsitzende der BehindertenSelbstHilfe Schwedt e.V. sowie seit 2008 Stadtverordnete in der Stadtverordnetenversammlung Schwedt, kündigte dann allerdings im Frühjahr überraschend eine Gegenkandidatur an.

Habe tatsächliche Wahl erst ermöglicht

Sie schaffte die notwendigen Unterstützungserklärungen und wurde so zur Wahl zugelassen. „Ich habe mit meiner Kandidatur eine tatsächliche Wahl erst ermöglicht“, zeigt Nadine Heckendorn, die von der Initiative openSCHWEDT unterstützt wurde, auf.

„Ich habe viele positive Erfahrungen gesammelt, in Gesprächen mit den Menschen. Gerade jüngere Menschen wollen einen Politikwechsel mit mehr Beteiligungsmöglichkeiten auf politischer Ebene“, erzählt sie im BIZEPS-INFO Interview von ihren Erlebnissen im Wahlkampf.

Würde mich wieder für eine Kandidatur entscheiden

Zur ganz großen Sensation hat es dann nicht gereicht, aber beeindruckende 20,9 % der Wählerinnen und Wähler (also mehr als jeder Fünfte) wollten Nadine Heckendorn als Bürgermeisterin. „Ich habe ein engagierte Wahlbewerbung geführt und bin von Herzen dankbar für jede einzelne Stimme“, erzählt Heckendorn.

Im Wahlkampf gab es aber auch schwierige Momente. „Ich habe manchmal den Respekt vor dem Menschen Heckendorn vermisst, wenn mit unterirdischen Argumenten bezüglich meiner Behinderung Stimmung gegen mich gemacht wurde“, erinnert sie sich und führt aus: „Dieser Umgang kann Menschen mit einem weniger dicken Fell, wie ich es habe, davon abhalten, sich einzubringen in Politik und Gesellschaft, das werte ich als ein verheerendes Signal.“

Doch das hat sie nicht abgescheckt: „Wenn ich nochmals vor der Entscheidung stehen würde, würde ich mich wieder für eine Kandidatur entscheiden.“

Sie gratuliert dem alten und neuen Bürgermeister Jörgen Polzehl (SPD) zur Wahl und ergänzt abschließend: „Mit meiner konstruktiven Arbeit als Stadtverordnete werde ich auch zukünftig bei der Gestaltung und Entwicklung unserer Stadt tätig sein.“

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  • Starke und zähe Frauen braucht jedes Land. Das wir viel wissen und können und vor allem auch tun liegt auf der Hand.