Beeindruckende Gedenkveranstaltung gegen Gewalt und Rassismus

An der Gedenkveranstaltung gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 4. Mai 2012 nahmen mehr als 500 Menschen teil. Ein persönlicher Rückblick.

Gedenktag im Parlament am 20120504
BIZEPS

Die Republik Österreich gedachte am 4. Mai 2012 der „Euthanasie“-Opfer des Nationalsozialismus und auf Einladung der Nationalratspräsidentin und des Bundesratspräsidenten fand eine beeindruckende Veranstaltung im Historischen Sitzungssaal des Parlaments statt. (Siehe Fotos von der Veranstaltung, die Texte der Reden)

Die Parlamentskorrespondenz hat die Reden sehr detailliert wiedergeben und daher möchte ich hier nur meine persönlichen Eindrücke schildern.

(Fast) ungeschönte Darstellung

In den Reden wurde versucht, das ganze Ausmaß – aber auch die Entstehung – der menschenverachtenden Haltungen der damaligen Zeit aufzuzeigen. Es wurde deutlich auf die Verantwortung des Einzelnen hingewiesen und anhand von Briefen der Opfer auch deren Wahrnehmung eingebracht.

Erfreulich fand ich, dass die nicht wahrgenommene Verantwortung Österreichs in der Vergangenheitsaufarbeitung mehrfach angesprochen wurde. Konkret angesprochen und kritisiert wurde beispielsweise der Werdegang von Heinrich Gross im Nachkriegsösterreich.

Auch wenn verständlich ist, dass der Fortschritt in der Behindertenpolitik Österreich erwähnt wird, so hätte ich mir hier etwas Selbstkritik erwartet. Wahrscheinlich ist dies aber bei einer Veranstaltung, bei der ausschließlich nichtbetroffene Personen sprachen, höchst unwahrscheinlich.

Vom Gedenken zum Handeln

Wie nachhaltig solche wichtigen Gedenkveranstaltungen sind, zeigt sich vielleicht im zukünftigen Handeln jener Verantwortlichen, die an der Veranstaltungen teilnahmen – sei es vor Ort oder per Fernsehen.

Wie heißt es so schön: Im Prozess des Erinnerns nähern sich Vergangenheit und Gegenwart aneinander an.

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0 Kommentare

  • @Schlaflaborant: Würden Österreichs Legislatoren und Exekutoren auf ihre Diskriminalität durchgeklingelt, hätten wir landauf landab eine ohrenbetäubende Lärmentwicklung, die viele der Pressierer endlich vom Stockerl reißen und Pressierte vom Hocker hauen würde.

  • Sie werden doch nicht das sei 40 Jahren schlafengegangene Gewissen des hochdekoriert pensionierten SC Dr.Miklau weiter auf die Klingelprobe stellen wollen? Wo es ihm gestern im Billroth-Haus durch Wunders Engführungen gar grausam zu klingeln begann und es ihm dann soooo ungemütlich wurde, dass er den Wunder zu „schimpfen“ begann…

  • WO bitte sind im ungebrochenen 92-jährigen Kontinuum der von Julius Tandlers „Menschenökonomie und „Volksgesundheitspflege“ geprägten, grundrechtlos und würdelos verfassten Sozialeugenik-Republik diese „alten Gedankenmuster“ nicht omnipräsent (immer und jederzeit anwesend; allgegenwärtig)?

  • Das Prä- und Postkontinuum des Monströsen bedarf noch seiner Entheimlichung.
    Dr. Michael Wunder: „Aber war sie (die NS-„Euthanasie“, Anm.) ein isoliertes geschichtliches Phänomen? Es ist wichtig, sich mit der Vorgeschichte und auch mit der Nachgeschichte zu beschäftigen, weil wir heute nicht nur wissen sollten, was geschehen ist, sondern auch, wie es dazu kommen konnte. Nur so können Fragen nach unserer heutigen Verantwortung beantwortet und erneute Gefährdungen und Re-Aktualisierungen der alten Gedankenmuster erkannt werden.“ http://www.doew.at/aktuell/wr_vorles_wunder.pdf

  • „Schmähpartie“ wurde gestern durch Hamburger Wunder enttarnt…im Billroth-Haus.

  • War selber Teilnehmer dieser großartigen und berührenden Veranstaltung: als großes Plus fand ich die geschlossene Teilnahme ALLER Spitzenfunktionen der Republik Österreich, die gute Mischung aus treffenden Worten und stimmungsvoller musikalischer Untermalung, und vor allem die breite Beteiligung von Jugendlichen, die zahlreich im Sitzungssaal und mit eigenen Projekten dabei waren!
    Bin auch der Meinung von Martin Ladstätter, dass den wichtigen und richtigen Worten Taten im (politischen) Alltag folgen müssen, und da sind vor allem die gefordert, die glauben, Ausgrenzung von Randgruppen, Verächtlichmachung Andersdenkender und Alltagsrassismus seien legitime politische Werkzeuge! Und die sind (leider) überwiegend NICHT am 4.5. im Parlament gesessen! Wehret den Anfängen! (wenn wir nicht schon mittendrin sind…)

  • Gedenken an die „Ausmerze der Minderwertigen“ entkommen erst dem Anruch einer „Schmähpartie“, wenn das aktuelle Handeln nicht mehr aus den gleichen diskriminationalen Quellen schöpft.