Behindert, weil Hilfe im Alltag fehlt

Der Standard: Keine "persönliche Assistenz" in Wien

Demo für Persönliche Assistenz
BIZEPS

„Der Standard“ berichtet von Olivia T. Sie ist 19 Jahre alt und hat Cerebralparese. Olivia T. hat nun, nach Abschluss ihrer Schule das Problem dass es in WIen keine persönliche Assistenz gibt. Sepp Schmidt, Leiter der zuständigen Magistratsabteilung 12, erklärt: „Wir haben sie nur ansatzweise, mit der Wiener Assistenzgenossenschaft. Aber auch mit denen haben wir kein wirkliches Übereinkommen.“ Nur in Ausnahmefällen könnte es eine finanzielle Förderung geben.“

Die von Betroffenen gegründete Assistenzgenossenschaft in Wien kennt das Problem: „Im Jahr 2002 haben wir von der Stadt Geld für die Betreuung von 20 Kunden bekommen, es stehen aber schon wieder 20 auf der Warteliste“, schildert die WAG-Leiterin Dorothea Brozek.

Ich Oberösterreich gibt es zwei Vereine die Assistenz anbieten können, 33.000 Stunden können finanziert werden. „Eine Stunde kostet 26,9 Euro, je nach sozialer Lage sind zehn bis 15 Prozent Selbstbehalt zu zahlen. Maximal 170 Stunden können pro Monat angefordert werden, das entspricht der Zeit, die eine Betreuung in einer stationären Einrichtung dauerte.“, berichtet „Der Standard“ weiter. „Derzeit gibt es das Angebot nur für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung, es wird ein neues Gesetz vorbereitet, das den Kreis der Begünstigten ausweitet“, erläutert Hackl.

„Den Eltern von Olivia T. nutzt das nichts. Sie müssten in Wien den WAG-Assistenten zur Gänze selbst bezahlen, zum Stundensatz von 22 Euro. Und das erst, wenn die Warteliste abgebaut ist. Bis dahin können sie den Sonntagsreden der Politiker zum Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderung lauschen.“, berichtet „Der Standard“ abschließend.

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

0 Kommentare

  • … schon durchgerechnet wieviele Stunden bei 170 Std./Monat (oö. Situation) da täglich herauskommen? Natürlich ebenfalls für viele Menschen keine Möglichkeit selbstbestimmt zu leben! Für Freizeitaktivitäten z.B. bleibt da nix mehr übrig. Das Projekt hat voraussichtlich bis Ende nächsten Jahres Aufnahmesperre, Finanzierung fehlt. Die Betroffenen selbst müssten viel mehr Druck machen als es passiert und somit von den PolitikerInnen eine klare Antwort darauf verlangen! OÖ wählt heuer den Landtag.

  • Es ist einfach, aus dem Ausland zu meckern, und in Deutschland ist die Situation bezüglich der Persönlichen Assistenz auch längst noch nicht so, wie wir sie gerne hätten.

    Dennoch verursachen die genannten Zahlen große Betroffenheit. In Deutschland leben etwa zweitausend behinderte Menschen mit Assistenz – etliche davon mit 24 Stunden täglich, also 720 Stunden im Monat. Alles andere würde bedeuten, dass nur diejenigen mit geringem Hilfebedarf oder sehr großem Einkommen frei und selbstbestimmt leben dürften.

    Alle anderen wären unterversorgt oder müssten in Anstalten ihr Leben fristen. Urteil lebenslänglich. Einziges „Verbrechen“; das Behindertsein!

  • Liebe Freunde!
    Wie soll das Sysem funktionieren, wenn bereits bei 20 Hilfesuchenden „Ebbe in der Kasse“ ist??? Das Problem fehlender Geldmittel wird sich noch weiter verschärfen!
    Daher müssen wir nach Wegen suchen, die nicht nur für einige wenige Personen eine Lösung darstellt, sondern die alle Bedürftigen nützt.
    Ausländische Kräfte mit au-pair ähnlichen Dienst für eine „intermittierende Betreuung“ wären mit dem Pflegegeld bezahlbar und eine entscheidende Erleichterung. Als „Schwarzarbeit“ bereits huntertfach bewährt. Bislang – ohne Kosten für den Staat – leider noch nicht legalisiert. Mehr dazu anfordern unter http://www.schleser@gmx.at.

  • Es stimmt, in Wien gibt es nur ansatzweise Persönliche Assistenz. Aber diese Ansätze basieren auf dem Wr. Behindertengesetz § 25 aufgrund dessen die MA12 2002 mit der WAG eine Vereinbarung geschlossen hat: 20 Personen, die grundsätzlich den Anspruch auf ambulante Betreuung mittels einer Verfügung bekommen, können diesen Anspruch in Form von Pers. Assistenz bei der WAG einlösen. Diese Ansätze waren als Anfang gedacht, der § 25 WBG eine Hilfskonstruktion. Ein Problem u.a. sind die Pauschalen, die von der MA12 pro Monat u Person geleistet werden. Notwendig ist dringend ein individualisierter Zugang in Form von Stundenzuerkennung. Auch die MA12 hat dies, gemeinsam mit BehindertenvertreterInnen in einem AK der Wr. Interessensvertretung als eines von vielen Ergebnissen ausgearbeitet. Laska beauftragte nämlich im Juni 2002 ihre Mitarbeiter der MA12 in diesem mitzuarbeiten, um Ergebnisse für einen Piloten zu liefern. Damals war noch die Strukturreform der MA12 im Gange, das Ziel sollte u.a. ein System eines „individualisierten Betreuungsbedarfs“ für Leistungen der Behindertenhilfe sein. Wie es weiter ging, wissen alle: Im Feb 03 wird die Megasozialreform ausgerufen, in der Behindertenhilfe steht alles still, Ebbe in der Kasse.