Behinderte Menschen berichten über Diskriminierungserfahrungen #AbleismTellsMe

Im sozialen Netzwerk Twitter gibt es seit kurzem einen neuen Trend. Behinderte Menschen berichten unter der Phrase #AbleismTellsMe über alltägliche Diskriminierungserfahrungen.

#AbleismTellsMe
Pixabay

Für Menschen mit Behinderungen gehört Diskriminierung zum Alltag. Dabei handelt es sich oft nicht um offensichtliche Anfeindungen, sondern um subtilere Formen der Herabwürdigung.

Wie diese konkret geäußert werden, ist sehr unterschiedlich. Das Spektrum reicht von Mitleid, Bevormundung und der Absprache von Kompetenzen bis zu überschwänglichem Lob und Bewunderung für alltägliche Tätigkeiten.

Um Einblick in ihre Erfahrungen zu geben und Bewusstsein zu schaffen, berichten betroffene Menschen nun auf Twitter darüber. Die Phrase, die im Zuge dessen verwendet wird, lautet #AbleismTellsMe, zu Deutsch „Ableismus sagt mir“ bzw. „Ableismus verdeutlicht mir“. (Siehe auch)

Was ist Ableismus?

„Ableismus“ lehnt sich am englischen Begriff „Ableism“ an. Dieser stammt aus der englischsprachigen Behindertenbewegung und leitet sich vom Wort „Ability“, zu Deutsch Fähigkeit, her. Für „Ableism“ gibt es bisher keinen eigenen Begriff auf Deutsch, daher wird das englische Wort auch im deutschsprachigen Raum verwendet.

„Ableismus“ bedeutet die Beurteilung von Körper und Geist anhand von Fähigkeiten. Ein Mensch wird demnach daran bewertet, was er kann oder nicht kann. Die Beurteilung reduziert sich auf die körperliche oder geistige Verfassung. Die sogenannte Behinderung, also jeder Zustand, der von der gesellschaftlichen Norm abweicht, wird zum Hauptmerkmal des Menschen.

Alles was dieser Mensch tut, passiert demzufolge trotz oder wegen der Behinderung. Dementsprechend können „ableistische“ Zuschreibungen sowohl abwertend als auch aufwertend sein. Beispielsweise bemitleidend oder bewundernd.

Die Macht des Hashtags?

Auf der Blogging-Seite Twitter werden Beiträge zu einer bestimmten Thematik mit einem # (engl. Hashtag) und einem Schlagwort gekennzeichnet. Je mehr Menschen dasselbe Schlagwort verwenden, desto mehr Popularität erhält die Thematik. Besondere Aufmerksamkeit erhielt beispielsweise die Phrase #metoo.

Seit Oktober 2017 wurde diese (mehrheitlich) von Frauen genutzt, die Opfer von sexueller Belästigung und sexuellen Übergriffen geworden waren und dies öffentlich machten. Dadurch wurden vielen Menschen erst das Vorhandensein von strukturellem Sexismus in unserer Gesellschaft und dessen Folgen bewusst.

In welchem Ausmaß #AbleismTellsMe in die öffentliche Wahrnehmung gelangen wird und auf diese Einfluss nehmen kann, wird sich noch zeigen. Erfreulich ist jedenfalls, dass verschiedene Mainstream-Medien das Thema bereits aufgegriffen haben.

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