Behinderte Menschen häufig „nicht versicherbar“

Behinderten Menschen werden Privatversicherungen meist pauschal verweigert. Daran wird Kritik geübt.

Ansicht Behindertengleichstellungsgesetz
BIZEPS

Der Leiter des Bundessozialamts Tirol, Mag. Walter Guggenberger, und der Behindertenanwalt, Dr. Erwin Buchinger, fordern in der Tiroler Tageszeitung vom 13. August 2012 ein Ende dieser Diskriminierung.

Es wird ein Beispiel aus Tirol aufgezeigt: Eine Zusatzversicherung für einen jungen Mann mit Downsyndrom wurde, ohne den konkreten Fall zu prüfen, abgelehnt. Dies ist laut Mag. Walter Guggenberger eine gängige Praxis.

Gleiches Recht für alle

Seit 2006 gilt das Behindertengleichstellungsgesetz, das heißt, Menschen mit Behinderung haben das Recht zu leben und zu arbeiten wie andere auch. Somit können auch Menschen mit Behinderung eine private Versicherung abschließen. Die Realität sieht allerdings anders aus, die Versicherung wird verweigert oder mit höheren Prämien belastet.

Zwar sind die Fälle offener Diskriminierung seltener geworden, allerdings werden noch immer bestimmte Gruppen behinderter Menschen aufgrund interner Regelungen der Versicherungen pauschal abgelehnt. An einer Lösung wird bereits gearbeitet.

Es geht im Wesentlichen um zwei Eckpunkte: Es darf keine pauschale Ablehnung von behinderten Menschen mehr geben und die Versicherung soll die Risikokalkulation offen legen müssen.

„Werde beispielsweise eine höhere Krankheitsneigung bei einem Klienten mit Downsyndrom behauptet, müsse sie auch belegt werden“, erläutert die Tiroler Tageszeitung.

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0 Kommentare

  • Hallo Klaudia,

    alles andere als eine Alkoholabhängigkeit und andere Erkrankungen aus dem Bereich Sucht nicht als Krankheit anzuerkennen (wo ja meist eine psychische Störung zugrunde liegt), wäre ebenfalls eine massive Diskriminierung von behinderten Menschen an anderen behinderten Menschen! Ein beispielsweis heroinabhängiger Mensch ist genauso behindert, wie ein Rolli-Fahrer! Oder sehen Sie das anders!

  • @Klaudia Karalony Das sehe ich im Kommentar von Lukas ohnehin berücksichtigt, indem er wie folgt scchreibt: hläge sind nur dann OK, wenn man das Risiko durch eigene Entscheidungen und Handlungen beeinflussen kann (Raucher, Vorsorgeuntersuchungen, …). Ansonsten soll

  • Zu Lukas: Ich finde deine Argumentation toll und richtig. Allerdings wird es nicht leicht sein, hier Grenzen abzustecken, zumal auch Nikotin- und Alkoholmissbrauch z.B. als anerkannten Krankheiten zählen, wie Diabetes z.B. oder Bluthochdruck.

  • Ich stimme meinen Vorpostern vollinhaltlich zu! @Lukas Ihren Vorschlag erachte ich als ausserordentlich gut!

  • Auch wenn eine „höhere Krankheitsneigung“ nachgewiesen werden kann, wäre eine Ablehnung – oder auch nur ein höherer Preis – Diskriminierung. Preiszu- und abschläge sind nur dann OK, wenn man das Risiko durch eigene Entscheidungen und Handlungen beeinflussen kann (Raucher, Vorsorgeuntersuchungen, …). Ansonsten sollte das Prinzip der Durchschnittsbildung gelten, das der Kern des Versicherungsgeschäftes ist. Wenn man Versicherungen zwingt, Behinderte (auch jene mit höheren Risiken) zum Normalpreis zu versichern, wird dieser Normalpreis (Durchschnittspreis) halt vermutlich für alle ein klein wenig angehoben werden – aber soviel sollte uns Nicht-Diskriminierung wert sein.

  • jetzt erst …….

  • Das wäre doch eine klassiche Geschichte für eine Verbandsklage… und für Aktivität von Seiten der ÖAR.