Behinderte Menschen können nichts dafür, dass der Staat Geldprobleme hat

Ein wunderbarer Text in Leichter Lesen findet sich im Tätigkeitsbericht der steiermärkischen Anwaltschaft für Menschen mit Behinderung.

Siegfried Suppan
Suppan, Mag. Siegfried

Der steiermärkische Behindertenanwalt, Mag. Siegfried Suppan, erläutert dort im Vorwort in leichter Sprache, warum bei der derzeitigen Finanzkrise nicht bei Leistungen für behinderten Menschen gespart werden darf. Hier der wirklich lesenswerte Text:

Vorwort des Tätigkeitsberichts

In den letzten Jahren wurde in Österreich sehr viel Geld falsch ausgegeben. Dieses Geld ist jetzt weg und fehlt in vielen Bereichen. Vor allem Menschen mit Behinderungen und deren Familien haben dadurch viele Nachteile und Probleme.

Diese Menschen können überhaupt nichts dafür, dass der Staat Österreich Geldprobleme hat. Trotzdem müssen sie darunter leiden. Sie leiden sogar mehrfach darunter.

Sie leiden darunter, dass alle Bürgerinnen und Bürger weniger bekommen und mehr zahlen müssen. Und sie leiden darunter, dass speziell für Menschen mit Behinderungen weniger Geld ausgegeben wird.

In dieser Situation hat die Anwaltschaft für Menschen mit Behinderung diesen Bericht geschrieben. Es ist der dritte Bericht der Anwaltschaft für Menschen mit Behinderung. Dieser Bericht gilt für die Jahre 2009 und 2010.

Im Oktober 2008 hat Österreich die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen unterschrieben. Damit hat Österreich garantiert, dass Menschen mit Behinderungen bestimmte Rechte haben.

Österreich kann deshalb nicht sagen: „Wir haben zu wenig Geld. Deshalb können wir nicht darauf achten, ob Menschen mit Behinderungen alle Rechte haben, die ihnen zustehen.“

Wenn ein Staat die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen unterschrieben hat, muss er darauf achten, dass die Situation für Menschen mit Behinderungen nicht schlechter wird. Außerdem muss der Staat darauf achten, dass Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt am Leben teilhaben können.

Das gilt auch, wenn ein Staat gerade nicht viel Geld hat!

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0 Kommentare

  • Nicht nur weil Österreich die UN-Konvention unterschrieben hat, müssen Menschen mit Behinderung gleichberechtigt und inklusiv behandelt werden! Es ist vor allem eine gesellschaftliche Aufgabe, Menschen mit Beeinträchtigung zu integrieren. Gleichbehandlung und in diesem Sinne auch Barrierefreiheit ist ein Menschenrecht!! Wenn dies als Grundlage gelebt wird, stellen sich alle anderen Fragen von selbst nicht mehr.