Nachruf: Bernadette Feuerstein – Eine Vorkämpferin für ein selbstbestimmtes Leben
Bernadette Feuerstein wurde 1959 in Wien geboren. Sie besuchte eine Regelschule und absolvierte ein Studium der Soziologie. Beruflich war sie …
Behindertenanwältin würdigt Mitgründerin und langjährige Obfrau von SLIÖ als eine der prägendsten Stimmen der österreichischen Behindertenbewegung
Die Anwältin für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderungen, Mag. a Christine Steger, ist tief betroffen vom Tod von Bernadette Feuerstein. Die Mitgründerin und langjährige Obfrau der Selbstbestimmt Leben Initiative Österreich (SLIÖ) ist verstorben.
„Mit Bernadette Feuerstein verlieren wir eine der prägendsten Stimmen der österreichischen Behindertenbewegung und eine Frau, die mit Überzeugungskraft, Ausdauer und Menschlichkeit dafür gekämpft hat, dass Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderungen keine Vision bleibt, sondern gelebte Realität wird“, so Steger.
Bernadette Feuerstein war selbst eine Frau mit Behinderungen und Rollstuhlfahrerin. Diese eigene Lebenserfahrung war die Grundlage ihres jahrzehntelangen Einsatzes. Als Frau mit Behinderungen kannte sie die Barrieren, denen Menschen mit Behinderungen in Bildung, Beruf und Alltag begegnen, aus erster Hand.
Auch daraus entsprang der Antrieb für ihre politische Arbeit. Lange bevor Selbstbestimmung als gesellschaftlicher Anspruch anerkannt war, trat sie dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen als Expert:innen in eigener Sache gehört werden.
Bernadette Feuerstein zählte zu den Mitbegründer:innen des Behindertenberatungszentrums BIZEPS und der Wiener Assistenzgenossenschaft (WAG). Sie baute als Mitgründerin und langjährige Obfrau der Selbstbestimmt Leben Initiative Österreich zentrale Strukturen der österreichischen Selbstbestimmt-Leben-Bewegung mit auf.
Ihr Leben war geprägt von Pionierinnenarbeit. So suchte sie sich bereits in der Schule persönliche Assistent:innen – in einer Zeit, als es das Konzept in Österreich noch gar nicht gab. Sie liebte es zu reisen und hat auch hier neue Pfade beschritten. Als Mutter hat sie dem Konzept Elternschaft von Menschen mit Behinderungen Inhalt verliehen. Sie hat bestehende Strukturen herausgefordert und so auch aufgezeigt, wo es neue Ideen braucht.
Mit dem Dokumentarfilm „BlickBestimmung – Bilder selbstbestimmter Leben“ gab sie Menschen mit Behinderungen erstmals im barrierefreien österreichischen Film eine eigene Stimme. Für ihr Lebenswerk wurde sie unter anderem mit dem „Preis der Menschlichkeit“ der Stadt Wien und dem Wundsam-Hartig-Preis ausgezeichnet.
„Ihr Leitsatz ‚Nichts über uns ohne uns‘ hat Generationen von Menschen mit Behinderungen und auch meine eigene Arbeit geprägt. Ich bin dankbar für ihren unermüdlichen Einsatz und werde sie als Wegbereiterin in bleibender Erinnerung behalten“, so Steger.
Die Anwältin für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderungen spricht der Familie, den Freund:innen sowie allen Weggefährt:innen von Bernadette Feuerstein ihr aufrichtiges Mitgefühl aus.
Barrierefreiheit sichtbar gemacht: Jede Woche ein Bild, das Erfolge feiert oder Hürden aufzeigt.
Unsere Leserin Klaudia Karoliny schickte uns diesen rollstuhlgerechten Altglascontainer aus Linz. Sie schrieb: Nachdem die Glascontainer in unserer Straße auf …
Harald Huter ,
31.07.2026, 09:07mein aufrichtiges beileid