Behindertenanwältin Christine Steger und Westbahn einigen sich auf Verbesserungen

Einfacher buchen und selbstbestimmter reisen: Die Westbahn hat nach einer Verbandsschlichtung mit der Behindertenanwältin mehrere Barrieren für Menschen mit Behinderungen abgebaut. Die Änderungen betreffen insbesondere Begleitpersonen und die digitale Nutzung des Angebots.

Ein Doppelstockzug der Westbahn fährt von links nach rechts. Im Hintergrund ist ein See und Berge zu sehen.
Westbahn Management GmbH/Zinell

Ausgangspunkt war eine sogenannte Verbandsschlichtung mit der Westbahn informiert die Behindertenanwaltschaft auf Nachfrage.

Dieses Verfahren kann die Behindertenanwältin durchführen, wenn eine Diskriminierung nicht nur eine einzelne Person betrifft, sondern viele Menschen mit Behinderungen. Solche Verbandsschlichtungen können neben der Behindertenanwältin Christine Steger auch der Österreichische Behindertenrat und der Klagsverband durchführen.

Eine Verbandsschlichtung geht einer Verbandsklage vorausgehen. Ziel ist es, bereits in der Schlichtung eine Lösung zu finden und bestehende Diskriminierungen zu beseitigen.

Im Fall der Westbahn konnte nun eine Einigung erzielt werden. Das geht aus einer Aussendung der Behindertenanwaltschaft vom 21. September 2026 hervor.

Begleitpersonen einfacher buchen

Eine konkrete Verbesserung betrifft u.a. Menschen mit Behinderungen, die mit einer Begleitperson reisen.

Begleitpersonen können seit Kurzem direkt beim normalen Buchungsvorgang auf der Website oder in der App der Westbahn hinzugefügt werden. Ticket und Sitzplatzreservierung können damit in einem Vorgang erledigt werden. Zuvor waren dafür zusätzliche organisatorische Schritte notwendig.

Behindertenanwältin Christine Steger sieht darin einen konkreten Abbau von Barrieren:

Barrierefreiheit bedeutet mehr als die Beseitigung baulicher Hindernisse. Auch digitale und organisatorische Abläufe müssen so gestaltet sein, dass Menschen mit Behinderungen Angebote selbstbestimmt und ohne zusätzliche Hürden nutzen können.

Menschen mit einem Behindertenpass, in dem die Notwendigkeit einer Begleitperson eingetragen ist, können diese weiterhin kostenlos mitnehmen. Fahrgäste mit einem KlimaTicket Ö Spezial können gemeinsam mit ihrer Begleitperson kostenlos in der Comfort Class reisen.

Christine Steger 2023
Sozialministerium / Karo Pernegger

Verbesserungen bei der digitalen Barrierefreiheit

Auch bei der digitalen Barrierefreiheit wurden Verbesserungen vorgenommen. Nach Angaben der Westbahn wurden die Website und der Webshop so weiterentwickelt, dass Inhalte und Buchungsvorgänge mit Screenreadern genutzt werden können.

Dadurch sollen insbesondere blinde und sehbehinderte Menschen ihre Reise selbstständiger planen und Tickets buchen können.

Auch Westbahn-Geschäftsführer Thomas Posch betont die Bedeutung einfacher Buchungsabläufe:

Mobilität darf nicht an organisatorischen Hürden scheitern. Unser Anspruch ist es, allen Fahrgästen einen einfachen Zugang zu unserem Angebot zu ermöglichen.

Einigung statt Verbandsklage

Die Einigung zeigt damit auch, welche Bedeutung Verbandsschlichtungen haben können.

Statt eine Verbandsklage einzubringen, wird zunächst versucht, gemeinsam konkrete Lösungen für Diskriminierungen zu finden, von denen viele Menschen mit Behinderungen betroffen sind.

Siehe: Österreichischer Behindertenrat, Westbahn

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  • Katharina Zabransky , Antworten

    22.09.2026, 15:37

    Auch bei den ÖBB sollte eine Reise und die Planung ohne zusätzliche Hürden für Menschen mit Behinderungen möglich sein. Die derzeitigen Abläufe beim Reservieren und Abfahren sind diskriminierend.

Bild der Woche

Barrierefreiheit sichtbar gemacht: Jede Woche ein Bild, das Erfolge feiert oder Hürden aufzeigt.